
Dr. Gabi Schneider.
Swakopmund - Bei der Einweihung des neuen Grundwasser-Überwachungssystems im Uraninstitut in Swakopmund ist eine deutliche Aussage gemacht worden. „Nein“ zu Grundwasser für die Uranoxid-Gewinnung, lautet die Empfehlung der Geologen.
Die beiden Projekt-Koordinatoren des Partnerschaftsabkommens „GSN-BGR“ (Geologische Aufnahmeabteilung von Namibia und Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe), Dr. Gabi Schneider und Dr. Rainer Ellmies, sind sich einig. Kein Grundwasser mehr für Uranminen, heißt es jetzt.
„Die Empfehlung ist ein klares ‚Nein‘“, sagte Ellmies am Mittwoch in einem persönlichen Gespräch zur AZ. Obwohl mit dem neuen Grundwasser-Überwachungssystem präzise genau eine umfangreiche Untersuchung über das Grundwasservorkommen in der Namib-Wüste – mit besonderem Augenmerk auf das Khan- und Swakoprivier – durchgeführt und so der Wasserstand kontrolliert werden kann, raten die Experten dennoch zu dem zügigen Bau einer zweiten Entsalzungsanlage.
Schneider, die Direktorin des Geologischen Instituts vom Ressort Bergbau und Energie, hatte bei der Einweihung des neuen Überwachungssystems im Uraninstitut in Swakopmund (AZ berichtete) den Anwesenden, unter denen sich auch Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, der BGR-Präsident sowie der deutsche Botschafter in Namibia, Egon Kochanke, befand, zuerst etwas Hintergrund-Information geliefert, um dann jedoch „das Kind bei Namen zu nennen“. Wasser!
„Unsere erstellte Studie hat gezeigt, dass bei uns sowohl als auch bei der Befragung der Öffentlichkeit das Wasser-Thema ganz nach oben auf die Prioritätsliste gerutscht ist“, so Schneider. „Alle Minen müssen entsalztes Wasser verwenden.“
Für die Kleinsiedler im Swakoptal und Naturschützern wird diese Empfehlung wohl wie gerufen kommen. Erst kürzlich hatte das Unternehmen Environ Dynamics, das für das Bergbauunternehmen Langer Heinrich Uranium (LHU) eine Machbarkeitsstudie durchführt, bei einer öffentlichen Versammlung bekannt gegeben, die Mine benötige noch mehr Grundwasser für den Uranabbau. Von weiteren 60 Kubikmeter Grundwasser pro Stunde und das Rund um die Uhr war die Rede. Allerdings war von Norman van Zyl von Environ Dynamics versichert worden, es brauche nur eine fatale Schwachstelle (fatal flaw) oder negative Konsequenz in Bezug auf die Umwelteinwirkung genannt werden, dann seien die Auftragnehmer verpflichtet, den Auftraggeber (die Mine) sowie das Ministerium dementsprechend zu unterrichten. Die Küstenbewohner hatten sich vehement gegen das Vorhaben der Mine gestellt, aus dem Swakoptal weitere 250000 Kubikmeter Wasser pumpen zu wollen, und gleich drei „Schwachstellen“, nämlich Wasserknappheit, Umwelt und geschichtlich wertvolles Terrain, als Grund genannt.
Für die Kleinsiedler steht nach wie vor fest: „Die Entnahme von Grundwasser für den Bergbau wird fatale Folgen haben“. Auch sie sehen als einzige Lösung den Bau einer weiteren Entsalzungsanlage.
Die Führungsebene von Langer Heinrich Uranium wollte sich auf Nachfrage der AZ, in Bezug auf weitere Projekt-Beschlüsse vorerst nicht äußern, da deren Umweltverträglichkeitsstudie noch nicht abgeschlossen sei.