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Regen in Namibia

 

Vom  9.02.2009

Geisterstädte als Attraktion

Herausforderung ist es Bergbau und Naturschutz in Einklang zu bringen

Der neue Sperrgebiet-Nationalpark soll nicht nur den Gemeinschaften im Süden des Landes neue wirtschaftliche Möglichkeiten bieten, sondern ist eine Herausforderung, da Bergbauaktivitäten mit Naturschutzbestrebungen in Einklang gebracht werden müssen.

© Dirk Heinrich
Umweltministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah (rechts) im Gespräch mit dem Hauptnaturschutzbeamten des Sperrgebietes, Trygve Cooper (Mitte) und der Forscherin Ingrid Wiesel aus Lüderitzbucht.
Kolmanskuppe – „Früher haben Naturschutzparks einen Teil der Bevölkerung ausgegrenzt und andere zusammen mit der Fauna und Flora eingezäunt. Diese Zeiten sind vorbei, denn die Parks müssen vom Ministerium zusammen mit den Menschen an den Grenzen der Naturschutzgebiete verwaltet werden, zum Vorteil aller Beteiligten sowie der Natur in den Parks und außerhalb“, sagte die Ministerin für Umwelt und Tourismus, Netumbo Nandi-Ndaitwah am vergangenen Freitag in Kolmanskuppe. Die Ministerin weihte offiziell den neuen Sperrgebiet-Nationalpark ein, der am 1. Dezember 2008 proklamiert wurde. Das ehemalige Sperr- oder Diamantengebiet 1 zwischen Lüderitzbucht und Oranjemund sei ein einmaliger teils unberührter Teil der Namib-Wüste, der in den vergangenen hundert Jahren auf Grund des strengen Diamantengesetzes kaum betreten werden konnte. „Der Prozess den Park zu proklamieren war kein kurzer Weg. Drei Minister, Philemon Malima, Willem Konjore und meine Wenigkeit haben an der Verwirklichung gearbeitet und nun ist es endlich soweit“, sagte Nandi-Ndaitwah und betonte, dass es ohne die Hilfe des Regionalrates, der UNDP, traditionellen Führern, Namdeb, zahlreichen nichtstaatlichen Organisationen und der Gemeinschaft im Süden des Landes nicht möglich gewesen wäre, dieses Ziel zu erreichen. Der 26000 Quadratkilometer große Park schützt einen großen Teil des Sukkulenten-Karroo-Organismenkollektivs, ein international als Brennpunkt angesehenes Gebiet einmaliger Artenvielfalt.
„Da weiterhin Bergbauaktivitäten innerhalb des Parks stattfinden, müssen wir uns der Herausforderung stellen der Welt zu zeigen, dass Bergbau und Naturschutz zusammen zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen können. Ich glaube wir können keine stolze Nation sein, wenn wir natürliche Ressourcen haben und unsere Bevölkerung an Hunger leidet oder in Armut lebt“, sagte die Umweltministerin. Es müsse ein Weg gefunden werden um ein Gleichgewicht zwischen nachhaltiger Entwicklung und Naturschutz zu finden. Eine der Hauptaufgaben des Parkpersonals werde sein, die Gebiete innerhalb des Nationalparks, die durch Bergbauaktivitäten zerstört wurden, wieder, wo möglich und wo nötig, zu rehabilitieren und in ihren natürlichen Zustand zurückzubringen. „Wir haben hier einen einmaligen Park. Wo in der Welt gibt es noch einen Nationalpark, der neben einer teilweise endemischen Fauna und Flora auch zahlreiche Geisterstädte als Attraktion seinen Besuchern bieten kann“, sagte Nandi-Ndaitwah. Zahlreiche internationale Organisationen wie CEPF (Conservation International and Critical Ecosystem Partnership Fund) die das SKEP (Succulent Karoo Ecosystem Programme) unterstützen und GEF (Global Environment Facility)die im Rahmen der UNDP das SPAN-Projekt (Strengthening the Protected Area Network) unterstützt haben sowie die GEF/Weltbank die das NACOMA (Coast Conservation and Management Project) unterstützen, haben zu dem Erhalt der Artenvielfalt im Sperrgebiet beigetragen. Die Feierlichkeit fand im Saal der ehemaligen Diamanten- und heutigen Geisterstadt Kolmanskuppe nahe Lüderitzbucht statt.
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