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Regen in Namibia

 

Vom 20.11.2007

Fischbestände sind am Ende

Forschungsprojekte abgeschlossen – Namibias Fischerei am Scheideweg

Die kommerziell genutzten Fischbestände vor Namibias Küste sind in einem erschreckend schlechten Zustand. Drastische Maßnahmen sind deshalb nötig, um die Bestände zu erhalten. Das war der Tenor bei der Eröffnung einer Fachkonferenz zum Benguela-Ökosystem in Swakopmund.

Swakopmund – Namibia blicke großen Herausforderungen entgegen, um die Fischbestände im Benguelastrom wieder aufzubauen und nachhaltig nutzbar zu machen. Dies sagte Kilus Nguvauva, Vizeminister für Fischerei und Meeresressourcen, am Sonntagabend vor zahlreichen Meeresforschern und Vertretern der Fischereiministerien aus Angola, Namibia und Südafrika. Die Experten hatten in den vergangenen zehn Jahren an dem BENEFIT- und BCLME-Programm teilgenommen, um die Ökologie des Benguelastroms zu erforschen. Beide Programme sind nun abgeschlossen, die Resultate und Erkenntnisse werden diese Woche bei einem Symposium in Swakopmund zusammengefasst. Zudem werden Vorschläge unterbreitet und der Weg in die Zukunft diskutiert. Die Ergebnisse der beiden Programme sollen zukünftig in der neuen BCC-Kommission (Benguela Current Commission) ver- und angewendet werden.

„In Namibia haben trotz konservativer Managementmaßnahmen seit der Unabhängigkeit die Fischbestände nicht zugenommen“, beklagte der Vizeminister. Zahlreiche Forscher teilen diese Meinung und malen ein weitaus dramatischeres Bild. Prof. Gotthilf Hempel von der Universität Bremen sagte im AZ-Gespräch, dass „die Bestände im nördlichen Benguela-Ökosystem vor Namibias Küste und der südlichen Küste Angolas in einem sehr schlechten Zustand sind“. Für Namibia sei der Zustand sehr dramatisch, da die Situation durch Überfischen und natürliche Umstände entstanden sei. Die Situation könne deshalb nicht mit ähnlichen Zuständen wie z.B. in Europa verglichen werden, da der Benguelastrom kurz- und langfristig sehr von natürlichen Zuständen abhängig sei. „Eine drastische Reduktion der Fischerei ist nach dem Vorsorgeprinzip nötig. Dies bedeutet, in schlechten Zeiten rechtzeitig zu reagieren und die Fänge stärker einzuschränken als nötig ist, damit sich bei schwachen Nahrungsangebot, verursacht durch natürliche Umstände, der Bestand schneller erholen kann“, so Hempel. Vor den Küsten Angolas, Namibias und Südafrikas seien die Fischbestände von den Strömungen aus der Tiefsee abhängig, die Nahrung an die Küsten brächten. Fehlen diese Strömungen, wandern die Fischschwärme ab und fehlt ein wichtiges Nahrungsglied in der Kette. Nicht nur die Fischindustrie sei von solch natürlichen Umständen betroffen, sondern auch Raubfische, kommerziell genutzte Arten sowie Seevögel und Meeressäuger, so der Professor.

„Die südafrikanische Sardinenindustrie, die Bastardmakrelen- und Seehechtindustrie sind in großen Schwierigkeiten, da die Fischarten nicht vorhanden sind, abgenommen und sich die Bestände nicht erholt haben und die vorhandenen Fische zu klein sind“, sagte Nguvauva. Angola und Südafrika würden eine ähnliche Situation erfahren. „Wir sind am Scheideweg angekommen und können nicht wie bisher unsere Fischbestände nutzen. Wir brauchen dringend eine neue Richtlinie. Dies sollte mit Hilfe von BCC geschehen“, sagte der Vize-Fischereiminister.
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