
Der Charge d´ Affaires der finnischen Botschaft, Asko Luukkainen (links), die Ministerin für Umwelt und Tourismus, Netumbo Nandi-Ndaitwah (Mitte) und der Präsident des namibischen Landwirtschaftsverbandes (NLU), Ryno van der Merwe (rechts) mit der Studie zur Verwaltung der Elefantenbestände im Nordwesten Namibias.
Windhoek – „Elefanten kennen keine Grenzen. Wenn sie noch nicht durch einen Zaun marschiert sind, dann haben sie dies nicht getan, weil wir sie in einem Gebiet halten können, sondern weil sie noch nicht beschlossen haben durch den Zaun auszubrechen“, sagte die Ministerin für Umwelt und Tourismus, Netumbo Nandi-Ndaitwah am Freitagmorgen, als sie offiziell die Studie zur Verwaltung der Elefantenbestände im Nordwesten Namibias vorstellte. „Nicht nur in bestimmten Gebieten unseres Landes oder in Namibia müssen wir Wege finden Elefanten einen Lebensraum zu bieten und gleichzeitig mögliche Konflikte zwischen Mensch und Tier zu reduzieren, sondern auch regional und international. Die grenzübergreifenden Naturschutzgebiete, die sogenannten Friedensparks, sind eine Art der Lösung des Problems“, sagte die Ministerin. Für das Umweltministerium und besonders für die Naturschutzbehörde sei es wichtig, dass jegliche Konflikte zwischen wilden Tieren, darunter Elefanten und den kommunalen und kommerziellen Farmern genauestens aufgezeichnet und gemeldet werden.
Die Studie über die Situation der Elefantenbestände im Nordwesten Namibias von Rowan Martin, die eine Übersicht über die derzeitige Lage aufzeichnet, zukünftige Zahlen und Probleme beleuchtet und Maßnahmen vorschlägt um gewissen Probleme zu lösen, wurde von dem gemeinsamen präsidialen Komitee des namibischen Landwirtschaftsverbandes (NLU) und der nationalen namibischen Farmerunion (NNFU) in Auftrag gegeben und von der finnischen Regierung finanziert.
Resümee der Studie ist, dass die Elefantenbestände im Nordwesten Namibias reduziert werden müssen. In bestimmten zuvor festgelegten Gebieten sollte zukünftig jeder Elefant vernichtet werden. Diese Aufgabe sollte jedoch nicht vom Umweltministerium sondern von den Farmern übernommen werden. Tiere die sich für die Trophäenjagd eignen, sollten in diesen wenigen speziellen Gebieten als Trophäentiere vermarktet werden. Alle Einnahmen aus der Trophäenjagd und dem Verkauf von Elefantenprodukten (Fleisch, Leder, Elfenbein usw.) sollte den dortigen Farmern zugute kommen. Gleichzeitig sollten jedoch auch Methoden entwickelt werden, um die Bestände zu erhalten oder gar zu vergrößern. Wasserstellen sollten geschaffen werden, um den Dickhäutern bisher ungenutzte Weidegründe zu erschließen oder Elefantenherden in andere Gebiete umzusiedeln. Weiter sollten die Landbenutzer Wege finden, um die Elefanten in den ariden Gebieten besser wirtschaftlich zu nutzen, indem die Tiere besser touristisch vermarktet werden. Dies sei trotz der zahlreichen Hegegebiete bisher nicht der Fall, so die Studie. Bei der Reduzierung der Elefanten im Nordwesten des Landes muss notfalls auch der Bestand im Etoscha-Nationalpark in Betracht gezogen werden, da auch dieses Naturschutzgebiet nur eine bestimmte Menge der grauen Riesen beherbergen kann. In den umliegenden Gebieten muss die Zahl der Elefanten reduziert werden, wenn die Zahl der Menschen sich erhöht. Ohne die Anwesenheit von Menschen könnten in der Kunene-Region laut Martin, begrenzt durch den Regenfall, maximal knapp über 7600 Elefanten leben.