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Zerstörung

 

Vom  3.06.2008

Drei Geparden bekommen in Namib Rand ein neues Zuhause

Panisch rennen die drei Geparden in ihrem Gehege herum. Von links nach rechts, von rechts nach links. Die Besucher werden gebeten, ein paar Schritte vom Gehege zurück zu treten. Die Geparden sind zu aufgeregt. Sie merken, irgendetwas stimmt nicht.

© Wiebke Schmidt
Marlice van Vuuren, Tierärztin Julie Heusquin und Stephanie Hirn (v.l.), Mitarbeiterin aus Deutschland, bei der Untersuchung eines Gepards. Fotos: Wiebke Schmidt
In diesem Moment bohrt sich der erste Pfeil in den Oberkörper eines Gepards. Tierarzt Ian Baines hat sich am Gehege positioniert und schießt mit einem Betäubungsgewehr auf die Wildkatzen.

Auch der zweite Gepard ist schnell getroffen. Nur der dritte – ein Weibchen wie sich später bei der Untersuchung herausstellen wird – macht es dem Tierarzt nicht leicht. Erst der vierte Pfeil sitzt. Während die zwei anderen Geparden schon seit einigen Minuten friedlich schlafen, sackt nun auch endlich das dritte Tier langsam in sich zusammen.

Die Geparden wurden vor einigen Tagen auf einer Farm bei Okakarara in der Otjozondjupa-Region gefangen genommen. Der Farmer hatte sich über die „Problemtiere“ beim Ministerium beschwert und darum gebeten, die Tiere wegzubringen. Jetzt sind sie auf N/a´an ku se, knapp 50 Kilometer außerhalb Windhoeks untergebracht. Auf der Farm von Marlice van Vuuren werden die Geparden nun untersucht, bevor sie nach Namib Rand gebracht werden.

Das Gehege wird geöffnet, Marlice van Vuuren und ihr Team tragen die drei Wildkatzen, von denen eine knapp 40 Kilogramm wiegt, heraus und legen sie auf drei bereitgestellten Tischen ab. Nun muss alles ganz schnell gehen. Mit dem Betäubungsmittel schlafen die Geparden zwischen 30 und 45 Minuten. „Aber so lange sie nicht anfangen, die Ohren zu bewegen, ist alles in Ordnung“, erklärt Florian Weise.
© Wiebke Schmidt
Wie lang ist der Kopf des Gepards? Alle Körperteile werden vermessen und in eine Liste eingetragen. Die Angaben werden später in eine Datenbank eingegeben.
Acht Mitarbeiter tummeln sich um die drei Tische auf denen die Geparden mit allen vieren von sich gestreckt, liegen. Blut wird abgenommen, Kot abgefüllt, ein Haarbüschel für eine Probe abgeschnitten, Temperatur gemessen, die Herztöne überprüft, eine Speichelprobe durchgeführt. Akribisch wird nachgemessen, wie lang die Beine sind, der Oberkörper, der Schwanz, die Zähne. Ob mit den Augen und Ohren alles in Ordnung ist, wie alt die Tiere sind. „Das eine Weibchen wird nicht älter als 18 Monate sein“, schätzt Ian Baines. Alles wird fein säuberlich in Listen eingetragen.

Vorsorglich werden die Tiere erneut betäubt. Am Schluss bekommen zwei der Geparden ein Sendehalsband angelegt und einer ein normales Halsband, damit die Tiere später identifiziert werden können. „Da wir nicht wissen, ob sich die drei Geparden in Namib Rand eingliedern, wollen wir sie erstmal intensiv beobachten“, erklärt Marlice van Vuuren diese Maßnahme.

Nach gut einer Stunde sind die Untersuchungen abgeschlossen. Zu zweit werden die Wildkatzen zu einem Käfig getragen und abgelegt. Später werden die drei Geparden dann nach Namib Rand gebracht. Die erste Wildkatze bewegt die Ohren.
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