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Zerstörung

 

Vom 30.05.2008

Dickhäuter auf Zerstörungstour

Vier Elefanten treiben derzeit ihr Unwesen auf Farmen in Kalkfeld-Umgebung – Ministerium wartet ab

Ein Elefantenbulle und vier Jungtiere treiben derzeit in der Kalkfeld-Umgebung ihr Unwesen. In einem Gebiet von über 30000 Hektar haben sie inzwischen einige Zäune und Tore umgerissen sowie Gemüse- und Obstgärten von Farmen verwüstet.

Swakopmund/Kalkfeld – Eine der besonders betroffenen Farmen ist Ondombo von Gert Steckel. Dort sind die Dickhäuter nachts in den Farmgarten eingedrungen, haben die Papaya-Pflanzen herausgerissen, die Apfelsinenernte verwüstet und die Einzäunung vom Campingplatz auf Ondombo niedergewalzt. „Sie waren aber nicht aggresiv“, berichtete Steckels Tochter Sylvia Friedendorf, „mein Vater kam bis zu fünf Meter an sie heran und konnte zusehen, wie verspielt sie sich an ihr Werk machten“. Im Endeffekt hatte Steckel dann die Tiere mit Feuer und Rauch von seiner Farm vertreiben können.

„In den vergangenen sechs Jahren hatten wir immer mal wieder Elefanten in der Gegend“, informierte Farmer Michael Seelig die AZ, „doch diesmal sind sie über die Asphaltstraße - zwischen Kalkfeld und Otjiwarongo - marschiert, haben sogar einen Teil des Veterinärzauns niedergerissen und befinden sich nun auf der östlichen Seite bei meinem Nachbarn Lothar Willhelm auf der Farm Eisenberg.“ Per Funk bleiben die Farmer derzeit miteinander in Kontakt und verfolgen so den „Elefantenmarsch“. Bei einem Farmangestellten soll inzwischen das Maisfeld niedergetrampelt worden sein. Dessen komplette Ernte sei dahin.

Für manche Farmer sind die vier Dickhäuter demnach keine willkommene Abwechslung, sondern eher zu einer Plage geworden. „Ihre Anwesenheit geht ganz schön ins Geld“, erklärte Seelig. Auf einigen Farmen sei inzwischen ein geschätzter Schaden von 15000 bis 20000 Namibia-Dollar entstanden.

Auf Seeligs Farm Otjipaue sind die Elefanten bisher zwar noch nicht erschienen, er befürchtet dennoch herannahenden Schaden. Otjipaue grenzt an die Mount Etjo Safari Lodge. „Was die Elefanten anstellen werden, wenn sie am Grenzzaun auf die Herde von Mount Etjo stoßen, daran wage ich noch gar nicht zu denken“, sagte Seelig.

Auf Nachfrage beim Umweltministerium (MET), ob die Naturschutzbeamten etwas gegen das Treiben der Dickhäuter unternehmen werden, teilte der Direktor für Wildparks, Ben Beytell, der AZ mit: „Wir ziehen es vor, die Elefanten nicht unnötig zu stören, damit sie das Areal wieder von selbst verlassen können.“ Bisher hätten die Farmer den Besuch dieser Tiere hingenommen, sollten die Elefanten jedoch plötzlich aggressiver als gewohnt auftreten und den Farmern erheblichen Schaden zufügen, dann werde das Ministerium mit der Farmergemeinde neu beraten, versprach Beytell abschließend.
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