Aus Mangel an eigenen Wissenschaftlern und Forschungsmitteln muss Namibia ausländische Fachkräfte nutzen, aber mögliche Forschungsergebnisse, die nachhaltige natürliche Ressourcen als kommerziell nutzbar darstellen, müssen gesetzlich in Namibia patentiert und dem Lande zugute kommen.
Windhoek – Namibia hat bereits vor einiger Zeit erkannt, dass es ohne einer legalen Rahmenregelung schwer sein werde, potenzielle Nutzer lokaler biologischer und oder genetisch nachhaltiger Ressourcen zu kontrollieren und selbst einen Vorteil aus der kommerziellen Nutzung dieser Produkte zu ziehen. Gestern wurde auf einem Gründer-Workshop das einstweilige Bio-Prospektierungs-Komitee vorgestellt. So schnell wie möglich soll eine entsprechende Gesetzgebung aufgestellt und besprochen werden, sagte der Vorsitzende des neu gegründeten Komitees, Sem Shikongo.
Namibia habe sehr viele ungewöhnliche Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen, eine multikulturelle Gesellschaft mit einem hohen Wissen an traditionellem Wissen über wilde Früchte, medizinisch nutzbare Pflanzen und andere natürliche Ressourcen. Dies sei für Namibia hochinteressant, da das Land von Forschungsergebnissen in Bezug auf genetische Nutzung zusammen mit traditionellem Wissen für Produkte der Biotechnologie, Pharmaindustrie, Agrochemie und Kosmetikindustrie einen Nutzen ziehen könnte. „Die genetische Vielfalt der Pflanzen, Tiere und möglicher anderer natürlicher Ressourcen bilden das Potenzial für kommerzielle Entwicklung. Das Ministerium für Umwelt und Tourismus hat erkannt, dass Bio-Handel und Bio-Prospektierung zukünftig beachtliche wirtschaftliche Vorteile für das Land und die Bevölkerung bewerkstelligen können, wenn diese ordentlich kontrolliert werden“, sagte der Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. Kalumbi Shangula während seiner Eröffnungsrede. In Abwesenheit entsprechender Richtlinien und einer wasserdichten Gesetzgebung kann Namibia möglicherweise Millionen Dollar an potenziellen Devisen durch nachhaltige erneuerbare natürliche Ressourcen verlieren, so der Staatssekretär. Dies sei vor allem der Fall, wenn die natürlichen Ressourcen von internationalen Großunternehmen ausgebeutet werden ohne einen deutlichen Vertrag, der die Verteilung der Vorteile eindeutig regelt.
Auch Gemeinschaften im Lande, Individuen und Organisationen könnten Verluste hinnehmen, wenn unkontrolliert intellektuelles Besitzrecht ausgenutzt werde und dieses in keiner Weise gesetzlich geschützt sei. Da es Namibia auf nationaler Ebene an den nötigen Fachkräften und Technologien fehle, so der Staatssekretär, müsse ein Gleichgewicht gefunden werden, um interessierte Gruppen von außerhalb zu animieren, um in Namibia zu forschen und gleichzeitig die Vorteile für Namibia zu maximieren. „Wir haben erkannt, dass die Vorteile nicht nur finanzieller und wirtschaftlicher Art sein müssen, sondern auch in Form von technologischem Transfer, Ausbildung eigener Fachkräfte und der Einbezug Namibias in den internationalen Bio-Handel und Markt von natürlichen Produkten. Namibia müsse seine Gesetze dementsprechend formulieren und verabschieden. Dies soll noch in diesem Jahr geschehen. Die Gesetzgebung muss jedoch auch mit der Region abgesprochen und angepasst werden, da viele natürlichen Ressourcen nicht nur hierzulande vorkommen, sondern auch in den Nachbarländern. Ein Beispiel sei die Hoodia.