Verschiedene Wildtiere auf Kaross, Hobatere und im Westen des Etoscha-Nationalparks geschossen
Weitaus mehr Wildarten wurden in verschiedenen Gebieten für die Feierlichkeiten in Eenhana von Naturschutzbeamten geschossen, als im ursprünglichen Permit vorgesehen, da Fleisch vergammelte und Tiere offenbar nicht zu finden waren. Dies bestätigte der Direktor der Naturschutzbehörde.
Windhoek – Ulrich Boois, Vize-Direktor der Naturschutzbehörde und zuständig für sämtliche Parks in Namibia, hatte ein Permit gutgeheißen, um zwei Giraffen, zehn Springböcke, zwei Elenantilopen, vier Kudus und zehn Oryxantilopen in Kaross, dem abgetrennten Teil des Etoscha-Nationalparks, zu schießen. Das Fleisch war auf Gesuch des Organisationskomitees für die Feierlichkeiten am Heldengedenktag am 26. August in Eenhana bestimmt. Wenige Tage vor dem Heldengedenktag bestätigte die Unter-Staatssekretärin des Ministeriums für Umwelt und Tourismus, Maria Kapere, dass ein Teil des Fleisches verdorben sei, da der Kühlwagen der namibischen Armee defekt gewesen war. Sie konnte zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt geben wie viele und welche Wildtiere im Etoscha-Nationalpark erlegt worden waren (AZ berichtete). Am vergangenen Montag verwies Kapere die AZ an den Direktor der Naturschutzbehörde Ben Beytell, der die genauen Zahlen habe.
Beytell zufolge sei ein Hauptnaturschutzbeamter des Ministeriums, Greenwell Matongo, von Vize-Direktor Boois angestellt worden, um die Fleischbesorgung zu leiten. Das Fleisch von drei Giraffen sei wegen des defekten Kühltransporters verdorben. Die Giraffen und ein Springbock, zwei Elenantilopen und ein Kudu seien auf Kaross, dem eingezäunten südwestlichen Teil des Parks südlich der Roten Linie (Veterinärzaun) erlegt worden. Da nicht ausreichend Tiere auf Kaross gefunden werden konnten, habe Matongo den Auftrag erhalten die restlichen Tiere auf dem westlich des Etoscha-Nationalparks gelegenen Konzessionsgebiet Hobatere zu schießen. Hier habe Matongo mit seiner Mannschaft fünf Springböcke, eine Oryxantilope und einen Kudu erlegt, bevor sich der Konzessionsinhaber beschwert habe, da seine Touristen die Schießerei mitbekommen hätten. Steve Braine von der Hobatere Lodge sagte, dass er mit den Naturschutzbeamten gesprochen habe, nachdem er und seine Mitarbeiter Schüsse in einem Gebiet gehört hatten, in dem Touristen mit einem Führer auf Wandertour waren. Braine habe den Beamten erklärt, dass sie außerhalb des Touristengebietes die Wildtiere erlegen sollten. „Ich kann den Naturschutzbeamten nicht verbieten hier zu jagen, da es sich um Staatsgebiet handelt, aber sie sollten sich zumindest anmelden und mit mir besprechen wo sie jagen wollen, da wir keine Besucher in irgendeine Gefahr bringen wollen“, sagte Braine.
Von Hobatere aus seien die Beamten in den Westen des Etoscha-Nationalparks gegangen, um dort im Auftrag von Beytell die restlichen Wildtiere zu schießen, die nicht auf Kaross und Hobatere erlegt werden konnten. Matongo habe Beytell mitgeteilt, dass im Park eine Elenantilope, drei Kudus, zwölf Oryxantilopen und zwei Giraffen geschossen worden seien.