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Regen in Namibia

 

Vom  9.03.2010

Ausbeutung der Arten beenden

Vorteile für ländliche Gemeinschaften als Wärter biologischer Ressourcen

Schon viel zu lange wurden genetische Ressourcen ausgebeutet, ohne dass die Gemeinschaften oder Länder, denen sie gehörten, einen Vorteil daraus ziehen konnten. Es müssen nicht nur Richtlinien des Zugangs und Vorteilsausgleiches für die Nutzung, sondern auch das Eigentumsrecht festgelegt werden.

© Dirk Heinrich
Namibias Präsident Hifikepunye Pohamba (Mitte) eröffnete gestern am internationalen Tag der Frau und im Jahr der Artenvielfalt offiziell die ABS-Konferenz afrikanischer Umweltminister. Mit dabei waren Rejoice Mabudafasi (links), Südafrikas Vizeministerin für Wasser und Umwelt, die dänische Umweltministerin Karen Ellemann (2.v.r.), Namibias Umweltministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah (2.v.r.) und Dr. Bakary Kante (rechts) vom UN-Umweltprogramm sowie ehemaliger Umweltminister von Senegal.
Windhoek – „Die Praktiken großer multi-nationaler Konzerne, die in der Vergangenheit die Artenvielfalt in vielen Ländern der Erde ausgebeutet haben, ohne die jeweilige Gemeinschaft an den Vorteilen und Profiten teilhaben zu lassen, müssen beendet werden. Diese Bräuche hätten schon vor Jahren eingestellt werden müssen“, sagte Namibias Präsident Hifikepunye Pohamba gestern Morgen, als er die Konferenz der Umweltminister Afrikas offiziell eröffnete, auf der der gemeinsame Standpunkt für den Zugang und Vorteilsausgleich bei der Nutzung von genetischen Ressourcen festgelegt werden soll.

„In Namibia haben wir bereits die Bemühungen unternommen, unsere einheimischen Gemeinschaften an den Vorteilen der Nutzung einheimischer Pflanzen wie den Hoodia und Teufelskrallen teilhaben zu lassen“, betonte das Staatsoberhaupt. Er sprach die Hoffnung aus, dass im internationalen Jahr der Artenvielfalt das seit 2002 in Bearbeitung befindliche Regelwerk für den Zugang und Vorteilsausgleich bei der Nutzung von genetischen Ressourcen (ABS) zu einem international akzeptierten Abschluss kommt. Namibia erwarte ein internationales Regelwerk, welches Ländern mit einer reichen Artenvielfalt einen fairen und angemessenen Vorteil gewährleiste.

Zudem müsse das Eigentumsrecht geklärt werden. Aus diesem Grunde müssten die Regelungen den modernen nationalen Gesetzen und Bestimmungen entsprechen und die nötigen Mechanismen bestehen, um diese Regelungen durchzusetzen, so Pohamba. In Namibia sei ein Gesetz für die Regelung des Zugangs und Vorteilsausgleiches bei der Nutzung von genetischen Ressourcen bereits in Vorbereitung. Weiterhin habe Namibia das CBNRM-Programm (Community Based Natural Resources Management Program) angenommen, um die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu fördern. Im Rahmen dieses Programmes haben Gemeinschaften kommunale Hegegebiete gegründet und registriert, in denen die Artenvielfalt geschützt wird und die Menschen gleichzeitig die Vorteile durch kontrollierte Ernten und Tourismusaktivitäten ziehen können. „Im Augenblick haben wir 59 kommunale Hegegebiete, welche Vorteile für eine beachtliche Anzahl Menschen bieten“, sagte Namibias Präsident. Gemeinschaften, die Vorteile durch die nachhaltige Nutzung genießen, seien auch bereit, die Biodeversität und Umwelt zu schützen.

„Wir können sehr viel gewinnen, wenn wir ein international bindendes Abkommen haben, aber wir können sehr viel verlieren, wenn wir nicht übereinstimmen“, sagte die dänische Umweltministerin Karen Ellemann, deren Regierung die morgen zu Ende gehende Windhoeker Konferenz finanziell unterstützt.

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