Mit Kindern nach Namibia zu reisen ist im Prinzip mit wenigen Gesundheitsrisiken verbunden. Man sollte sich jedoch auch bei dieser Reise überlegen, wie die eigenen Kinder sich verhalten, welche Grundkrankheiten (z.B. Allergien, Diabetes usw.) sie haben und wie man als Eltern damit umgeht.
Trotzdem sind einige Dinge hier anders. Tourismus Namibia hat sich deshalb mit einer Windhoeker Ärztin und Mutter unterhalten, die hier einige wichtige Tipps für Eltern mit Kindern gibt.
Impfungen:
Empfohlen werden die im Heimatland üblichen Impfungen sowie gegen Polio, Tuberkulose, Masern, Dyphterie, Tetanus und Keuchhusten. Weiterhin bleibt zu überlegen, inwieweit die Familie Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung hat. Dann wäre auch eine Hepatitis (besonders) A und B-Impfung empfehlenswert. Gelbfieber und Typhus sind nicht notwendig.
Malaria-Prophylaxe:
wird grundsätzlich empfohlen, aber ist immer wichtig zu beachten, wann man nach Namibia reist (von Mai bis Okt/Nov normalerweise unbedenklich), wohin man reist (Süden kein Malaria/Norden häufiger) und wie lange man unterwegs ist. Da die Inkubationszeit von Malaria mindestens 7 höchstens 10 Tage ist, befinden sich viele Reisende bereits wieder in der Heimat bzw. in einer Stadt, wo sie problemlos behandelt werden können, wenn die Malaria ausbricht. Sollte man aber länger als die genannte Zeit unterwegs sein, empfiehlt sich ein Malaria-Schnelltest, der in der Apotheke für N$ 55.40 erhältlich ist. Von einem hiesigen Arzt kann man sich des Weiteren die Medikamente für die Behandlung mitgeben lassen, wenn man weiß, man ist lange im Busch und hat keine Möglichkeit Krankenhaus oder Arzt zu erreichen. Dabei ist es empfehlenswert, sich die Medikamente vor Ort verschreiben zu lassen, weil Malaria bereits gegen einige Wirkstoffe resistent ist (hier werden meist Medikamente mit dem Wirkstoff Quinine verwendet, gegen Chloroquine besteht Resistenz). Prinzipiell ist es immer besser, sich mit entsprechenden Mitteln, wie lange Kleidung in der Dämmerung, Moskitocremes oder -sprays sowie wenn möglich einem Moskitonetz zu schützen. Eine Malariaprophylaxe einzunehmen, ist wirklich nur dann sinnvoll, wenn man sich nicht zutraut, einen Schnelltest bei längerem Aufenthalt im Busch zu machen bzw. die entsprechenden Medikamente einzunehmen.
Merke: Die Nebenwirkung der Malaria-Prophylaxe sind auch heute noch meist mit Symptomen, wie Übelkeit, Schwindel sowie Fieber usw. verbunden.
Reiseapotheke:
Neben der Medizin, die auch zuhause eingenommen wird (z.B. bei Allergien), ist ein Erste-Hilfe-Koffer immer sinnvoll. Außerdem werden Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen, Fieber und Schmerzen empfohlen. Dabei können diese meist auch für Erwachsene verwendet werden, nur die Dosis ändert sich. Wer campen geht, kann sich außerdem einen Aspi-Venon, ein Saugapparat, in der Apotheke kaufen (N$ 176.50), der bei Bissen gute Dienste leistet.
Da es hier sehr soft sehr warm ist, sollten Elektrolytlösungen und Cremes mit entsprechend hohem Sonnenschutz sowie eine Apré-Lotion immer im Gepäck sein. Ein Hut (Käppi nicht so sinnvoll, weil es nicht den Nacken schützt) darf besonders bei kleinern Kindern nicht vergessen werden.
Lebensmittel und Wasser
Das Wasser in Windhoek kann problemlos getrunken werden, auch wenn es nicht besonders gut schmeckt. Auf Eiswürfel im Colagetränk muss also keiner verzichten, genauso wenig wie auf Eiscreme. Bei Lebensmittel sollte man aufgrund der Hitze immer darauf achten, dass sie wirklich frisch sind oder entsprechend gekocht oder gebraten.