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Zehn Tage wildes Afrika

Eine Camping-Tour mit "Wild Dog Safaris" bedeutet, ein außergewöhnliches Afrika zu erleben.
Früh morgens verlassen sieben Tour-Teilnehmer sowie zwei Angestellte des Windhoeker Reiseunternehmens "Wild Dog Safaris" mit dem umgebauten Dyna-Lkw die Hauptstadt für eine achttägige Safari nach Botswana und in den Norden Namibias. Es wird ein langer Tag, denn bis zum Abend soll das 600 Kilometer entfernte Ghanzi in Botswana erreicht werden. Dazu fährt man auf dem Trans-Kalahari Highway, der, wie der Name schon sagt, durch die Kalahari-Wüste führt. Beim Grenzübergang Buitepos gibt es keinerlei Schwierigkeiten mit den Formalitäten und so kann die neunköpfige Gruppe problemlos nach Botswana einreisen. Die Gegend dort ist sehr ländlich. Auffallend sind die vielen Rinder, die auf den Seitenstreifen an der staubigen Straße gemächlich entlang trotten.

"Die ersten Stunden waren wir uns noch fremd und haben uns alle ein wenig distanziert verhalten", erzählt Marion Bause, die zusammen mit ihrer Schwester Tanja an der Delta-Vic Falls-Tour von Wild Dog Safari im April teilgenommen hat. Doch spätestens am nächsten Tag ist man sich näher gekommen und freut sich gemeinsam auf die Reise. Früh am Morgen geht es bereits wieder los. Doch dieses Mal sind es lediglich 450 Kilometer, die zurückgelegt werden müssen. Die gesamte Gruppe freut sich auf das Ziel dieser Fahrt - das Okavango-Delta. Mit 20000 Quadratkilometern handelt es sich dabei um das größte Binnenflussdelta im südlichen Afrika, mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Hunderte Vogelarten und verschiedenste Fisch-, Amphibien-, Reptilien- sowie Säugetierarten leben in dieser einmaligen Umgebung.
Von dem Übernachtungsplatz aus wird die Gruppe von einem 4x4-Fahrzeug abgeholt und zum "Guma Lagoon Camp" gebracht. Von dort aus geht es mit einem Motorboot in das Delta hinein. Bereits nach kurzer Zeit wird eine kleine Insel erreicht, wo bereits mehrere Batawanas (ansässige Bevölkerung) mit ihren Mokoros warten. Je zwei Gäste und ein Fahrer werden auf diese Einbaumboote verteilt. Die ersten Minuten sind sehr ungewohnt. Da man etwas unterhalb des Wasserspiegels sitzt, bringt jede Bewegung das Gefährt sofort ins Schwanken. Doch geschickt fangen die Fahrer, die im Boot stehen, das Schlingern ab und schnell findet jeder Gefallen an der Fahrt. Sofort wird man von der einmaligen Umgebung gefangen genommen. Ein Blütenteppich von tausenden Lilien lässt alles vergessen. Auch die außergewöhnliche Perspektive ist beeindruckend. Elefanten kann man vom Wasser aus, ganz ohne das schützende Blech eines Fahrzeuges, in Ruhe beobachten. Immer wieder gibt es verdächtige Bewegungen im Papyrus, das an den Uferrändern wuchert. Endlich, die ersten Flusspferde, die immer mal wieder unvermittelt auftauchen, um mit lautem Grunzen das Maul aufzureißen. Später, als die Gruppe wieder zurück auf die Insel kommt, erfahren sie auch die Geschichte der "Hippos", die einer der englischsprechenden Batawanas erzählt:Als die Götter die Welt erschufen", erzählt er, "vergaßen sie, dem Hippo ein Fell zu geben. Doch die Sonne war zu heiß und verbrannte dem armen Tier die Haut. Also flüchtete es ins Wasser. Das erzürnte die Götter, da sie der Meinung waren, dass das Hippo die Fische im Fluss fressen würde, die doch für die Menschen bestimmt waren. Also trieben sie das Flusspferd wieder aus dem Wasser. 'Nein, bitte lasst mich im Fluss bleiben, zumindest am Tag, wenn die Sonne so stark scheint. Ich verspreche Euch, dass ich nicht ein einziges Fischlein fressen werde', sagte das Hippo. Und so geschah es, dass der Dickhäuter tagsüber im Fluss lebt und sobald die Sonne untergeht an Land kommt. Zum Beweis seines Versprechens reißt er, wann immer er an die Wasseroberfläche kommt, sein Maul weit auf und ruft laut in seiner Sprache: 'Seht Ihr, nicht ein einziges Fischlein habe ich verschlungen.' Und als weiteren Beweis verteilt er an Land seinen Kot weit umher, damit jeder sehen kann, dass sich nicht eine einzige Gräte darin befindet."Spät am Nachmittag ist man wieder im "Guma Lagoon Camp" zurück. Dort kann man die vielen Eindrücke der Mokoro-Fahrt noch einmal Revue passieren lassen.
Am folgenden Tag wird die Gruppe wieder zu ihrem Fahrzeug gebracht, damit die Tour in Richtung Norden fortgesetzt werden kann. Am Nachmittag ist endlich Ngoma und damit die Grenze zu Namibia und dem Anfang des Caprivi-Streifens erreicht. Nur noch ein kurzes Stück und die Gruppe befindet sich im Mahango-Park, wo gleich im Anschluss ein Gamedrive unternommen wird. Viele Antilopen, unter ihnen die seltene Rappenantilope, zählen zu den Attraktionen des Parks. Doch auch Elefanten, Giraffen und vieles mehr sieht man unterwegs. Später werden etwas außerhalb des Parks die Zelte für die Übernachtung aufgebaut. Die Tourteilnehmer sind sich einig: "Es ist wirklich toll, inmitten der Natur zu übernachten", erzählen sie. Dabei ist die Nacht keineswegs ruhig, sondern erfüllt mit zum Teil unbekannten Lauten. "Doch diese sind immer noch besser als das Rauschen von Verkehr, Klima- oder Alarmanlagen."
Zwar versucht man der Zivilisation zu entfliehen, doch ohne sie geht es trotzdem nicht. Mit den Mahlzeiten oder Snacks fällt natürlich jeden Tag Müll an. Dieser wird in großen Müllsäcken gesammelt um in Ortschaften, die als nächstes erreicht werden, zu beseitigen.
Der gesamte Caprivi wird am nächsten Tag durchquert. Es ist wieder eine lange, aber lohnenswerte Fahrt, die nach 500 Kilometern in Kasane endet. Auf dieser Strecke wird ein kurzer Stopp in Katima Mulilo gemacht, um die Vorräte aufzustocken. Anschließend geht es direkt in den Chobe-Nationalpark, in dem die größte Population Elefanten lebt. Direkt am Ufer des Chobe-Flusses, bei der kleinen Stadt Kasane, wird das Camp errichtet. Nach einer erholsamen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück bricht die Gruppe zu einer erlebnisreichen Pirschfahrt in den Nationalpark auf. Jede Menge Elefanten, Antilopen, aber auch Büffel und Löwen werden gesichtet und in digitaler Form festgehalten. Nach einer Mittagspause steigen am Nachmittag erneut alle in ein Boot. Dieses ist etwas größer als das vor wenigen Tagen. Ganz dicht wird es an eine trinkende und badende Elefantenherde geführt. Auch viele Vögel lassen sich vom Wasser aus sehr gut beobachten. Flusspferde, aber auch Krokodile dümpeln nahe am Boot vorbei.
Der nächste Tag ist mit ungewöhnlichen Erlebnissen gespickt. Mit der Kazangula-Fähre soll der Grenzfluss Chobe überquert werden, um auf der anderen Seite in Sambia einzureisen. Allerdings dauert das Beladen der Fähre mit Fahrzeugen Stunden. Schuld ist in diesem Fall ein Lastentransporter, der vor der Rampe zur Fähre steckengeblieben ist. Nicht nur, dass das Fahrzeug weder vor noch zurück kam, es blockiert zusätzlich die gesamte Zufahrt der Fähre. Nach mehreren Stunden und vielen gutgemeinten Vorschlägen und Versuchen ist das Malheur behoben und innerhalb fünf Minuten kann die Grenzstation auf sambischer Seite betreten werden. Kurz darauf sind die Formalitäten erledigt. Nach etwa 100 Kilometern wird Livingstone erreicht, die Stadt, die nach dem britischen Missionar und Entdecker Dr. David Livingstone benannt wurde. Sie ist direkt an den berühmten Victoria-Wasserfällen gelegen und niemand der Gruppe lässt es sich nehmen, den Fällen sofort einen Besuch abzustatten. Ein unvergesslicher Anblick für jeden der Teilnehmer. Sie haben Glück, denn der Sambesi führt nur wenig Wasser und so sind die beeindruckenden Fälle nicht hinter dem sonst üblichen Sprühregen verborgen. Der Nachmittag steht den Teilnehmern der Safari zur freien Verfügung und jeder entscheidet selbst, an welchen der angebotenen Aktivitäten er teilnehmen möchte. Zur Auswahl stehen neben Reiten und Ausflügen auf dem Fluss, Wildwasser-Rafting, Bungee-Springen aber auch Rundflüge mit dem Helikopter oder Microlight über die Fälle. Wer es noch außergewöhnlicher mag, wählt den Ritt auf einem afrikanischen Elefanten, oder läuft mit Löwen spazieren. Egal, wie man sich entscheidet, alles sind unvergessliche Eindrücke. "Es ist ein unglaubliches Erlebnis, auf einem Elefanten zu reiten", berichtet Marion, die keinerlei Angst vor den großen Dickhäutern zeigte. "Es war das erste Mal, dass ich auf so einem großen Tier saß", erinnert sie sich. "Doch am meisten genoss ich, es am Ende des Ritts mit kleingeschnittenen Gemüse füttern zu dürfen. Mit welcher Behutsamkeit die einzelnen Stücke mit dem Rüssel von meiner Hand aufgenommen und ins Maul geschoben wurde, war faszinierend".

Offiziell endet die Tour nach einem letzten gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen. Für die Einen sind noch weitere Tage in Sambia eingeplant, Andere werden sich nach dem Abbau des Camps zusammen mit ihren Führer auf dem Weg zurück nach Windhoek machen. Um diese Strecke von 1500 Kilometer zu bewältigen, sind noch einmal zwei Tage eingeplant. Doch jeder, der mit auf dieser Safari war, ist sich sicher, dass es eine wertvolle und unvergessliche Zeit gewesen ist.

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05-Jul-2012-13:37

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