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Air Namibia

 

Vom  8.04.2005

Rote Dünen, weiße Pfanne - Das sandige Paradies im Süden

Wenn das Fahrzeug anhält, wird es unerträglich heiß. Selbst der Fahrtwind fühlt sich an wie ein heißer Fön. Es ist zwar erst 10.00 Uhr morgens, die Temperaturen liegen jedoch schon bei weit über 30 Grad Celsius. Die heiße Luft flimmert über dem weißen "Vley", umgeben von einer roten Dünenlandschaft und vereinzelten grünen Kameldornbäumen. Am Himmel keine Wolke weit und breit. Dafür jedoch überall Touristen, auf den Dünen kletternd oder unter den Bäumen.

Dies ist das bekannte Sossusvley, im Namib Naukluft Park gelegen. Der Park ist einer der größten Naturschutzgebiete weltweit. In dieser Ton-Pfanne in der Wüste im Südwesten Namibias endet der Tsauchab-Fluss. Wasser gelangt jedoch nur in guten Regenjahren bis ins Vley und bildet also nur selten einen richtigen See. In der Nähe gibt es auch so genannte tote Pfannen (Dead Vlei), weil der Tsauchab es immer seltener schafft, die in der trockenen Zeit aufgetürmten Dünen zu durchbrechen, um alle Vleys mit Wasser zu füllen.

Aber die Pfannen interessieren nur wenige Besucher. "Hier gibt es die größten Dünen der Welt, mit einem Durchschnitt von etwa 400 Metern", sagt Guide und Lodge Manager Nel de Jager und bittet seine Gäste auszusteigen und mit ihm zu einer kleinen Dünen zu gehen. "Diese Dünen gehören zum Typ der Sterndünen, die entstehen wenn der Wind aus allen Richtungen weht", erzählt Nel, als sich alle Gäste um ihn versammelt haben. Einen leichten Wind würden sich jetzt zwar auch alle Anwesenden wünschen, aber keinen stört es wirklich in der prallenden Sonne zu stehen, der Schweiß verdunstet in Sekundenschnelle. Außerdem will niemand Nels "Geologieunterricht" verpassen, denn das Vley und die Dünen sowie der angrenzende Sesriem Canyon gehören zu den interessantesten geologischen Sehenswürdigkeiten in Namibia.

Der Sesriem Canyon hat seinen Namen von den ersten afrikaansen Siedlern und heißt "sechs Rieme". Sechs zusammengebundene Rieme wurden damals gebraucht, um aus dem Canyon Wasser schöpfen zu können. Der Sesriem Canyon entstand durch eine durch die Eiszeit hervorgerufene Senkung des Meeresspiegels vor etwa zwei Millionen Jahren. Das führte zu einer Anhebung des Gefälles zum Meer und daher zu einer verstärkten Erosionskraft des Fließgewässers, so dass der Tsauchab in die konglomeratischen Sedimente einschnitt. Der Canyon ist 30m tief und 3km lang, jedoch nicht immer mit Wasser gefüllt. Die geschichteten Felswände des Canyons zeigen seine Entstehung ganz deutlich. Ebenfalls interessant zu beobachten in der Schlucht ist eine vielseitige Vogelwelt.

Nach einem reichlichen Frühstück unter einem der großen Kameldornbäume am Vley, fährt Nel seine Gäste die 60km zurück zur Lodge, die gleich neben dem Sesriem Camp und dem Parkeingang liegt. Doch vorher wird kurz Halt bei einer der bemerkenswertesten Pflanzen der Namib-Wüste gemacht. Die Nara-Pflanze (Acanthosicyos horrida) ist eine echte Überlebenskünstlerin. Der dornige Busch, von denen es weibliche und männliche gibt, erklärt Nel ausführlich, wächst etwa 1,5m hoch und trägt runde, dornige, grüne Früchte, die zwischen Februar und April heranreifen. Die Frucht soll einen süßlich würzigen Geschmack haben und ist unter Buschmännern sehr beliebt, das gilt fürs Fruchtfleisch, als auch für die Kerne.

Dann geht es auf einer durchlöcherten, schwierig befahrbaren Teerstrasse zurück zur Lodge, wo Nels Frau Ute die Gäste wieder empfängt. Die luxuriöse Sossusvlei Lodge gibt es schon seit 10 Jahren und ist so gebaut, dass sich die Zelte, sowie das Restaurant, Bar, Schwimmbad, Aufenthaltsräume und das neue Konferenzzentrum ihrer rotenbraunen Sand-Umgebung ganz anpassen.

Die Lodge bietet nicht nur eine exzellente Küche und jeglichen Komfort, sondern auch eine Vielzahl an Aktivitäten und Ausflügen. Zu den abenteuerlichsten Angeboten zählt eine Fahrt mit dem so genannten "Quadbike", einem vierrädrigen Motorrad, im 45000 großen Privatwildpark der Lodge. Ob auf der "Termite" oder der "Feldmaus" (die Quads haben alle einen Namen), diese Ausflüge sind Spaß pur, ohne dass die Umwelt darunter leiden muss. Lediglich die Teilnehmer haben unter ihren verstaubten Gesichtern und Kleidung zu leiden.

Darüber hinaus werden geführte Touren zum Sesriem Canyon und zum Sossusvley geboten. Auch Ballonfahrten, Wanderungen und Rundflüge können organisiert werden. Aber Nel hat heute für seine Gäste etwas ganz besonderes vorbereitet: Ein Mittagessen unter einem Kameldornbaum in der Nähe der Lodge mit Ausblick auf das gesamte Gebiet. Einfach herrlich. "Das haben wir uns besonders für Jungverheiratete ausgedacht", betont Nel. Die Sossusvlei Lodge ist nicht nur ideal für Flitterwochen, sondern hat sich auch auf Hochzeitsfeiern spezialisiert.

Am Abend geht es dann zurück mit Desert Air nach Windhoek. Pilot Ulrich pendelt fast täglich zwischen Sossusvley und Windhoek und kennt sich gut aus. Deshalb fliegt er eine Schleife über die Dünen, dann geht es zurück übers Khomas Hochland zum Eros Flughafen in Windhoek.



Weitere Informationen:



Die Schotterstraßen von der Küste oder von Windhoek aus bis zum Sossusvley und dem Sesriem Canyon sind mit normalem PKW befahrbar. Die geteerte Straße von Sesriem bis zum Vley ist jedoch in einem sehr schlechten Zustand! Die letzten vier Kilometer bis zum Vley sind nur mit Allrad zu schaffen. Daher gibt es einen Parkplatz vor dem Vley, vom dem aus Fahrzeuge die Besucher bis zum Vley fahren.

Es gibt einen Campingplatz neben dem Eingang zum Park, Buchungen bei Namibia Wildlife Resorts.



Sossusvlei Lodge - bietet 45 Doppelzimmer und drei Familienbungalows. Es gibt ein Restaurant, Bar, Aussichtsturm. Schwimmbad und Konferenzzentrum.

reservations@sossusvleilodge.com

www.sossusvleilodge.com
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