Wasser ist in Namibia eines der höchsten Güter. Kein Wunder also, dass schon die deutschen Kolonialherren vor über 100 Jahren ganze Festen bauten, um Wasserstellen in den Bergen zu bewachen.
Schließlich wurden an diesen Stellen ihre Rinder getränkt. Einer dieser einstigen Bewachungsposten ist die Erosfeste. Südlich von Windhuk in den Bergen gelegen, gehört sie zu den fast vergessenen Schätzen, die das historische Windhuk zu bieten hat. Die Reise zu dem Bauwerk, das 1893 entstand, ist allerdings etwas abenteuerlich. Man erreicht den Aussichtspunkt nur über unbefestigte Wege per Allrad-Fahrzeug. Durch die zerklüftete Landschaft der Berge geht es über relativ steile Pfade auf und ab. Reisende sollten schon einen rüttelfesten Magen mitbringen. Und selbstverständlich nicht zu schreckhaft sein, denn auf den sandigen Pfaden kommt es schon einmal vor, dass die Reifen durchdrehen oder der Wagen einen Satz nach vorne macht. Doch die Strapazen der rund 45-minütigen Anfahrt lohnen sich in jedem Fall. Ist der erste Schreck verflogen, ist allein die zerklüftete Schieferlandschaft mit ihrer spärlichen Vegetation ein Erlebnis. Atemberaubend ist der Ausblick schließlich auch an der Feste selbst. Das kleine Schieferbauwerk liegt idyllisch auf einer kleinen Anhöhhe inmitten der Berge. Seitlich fallen tiefe Schluchten ab, bevor sich ringsum die "Riesen" auftürmen. Das Gebäude ist erstaunlich gut erhalten. Bedenkt man, dass der Posten lediglich ein Jahr besetzt war und danach über 100 Jahre nahezu leer stand, ist der Zustand beeindruckend. Nur an wenigen Stellen bröckelt die Schieferfassade ab. Der gute Zustand ist vermutlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht und daher regelmäßig instand gesetzt wird.
Durch einen Rundgang gelangt der Besucher ins Innere der Anlage. Ein kleiner Raum, in dem schwarze Kohlenreste von abendlichen Grillpartys zeugen, war die frühere Residenz der Beobachtungsposten. Ein Dach, dessen Vorhandensein heute allerdings kaum mehr zu erahnen ist, schützte sie vor Kälte oder Regen. Einige Stufen empor geht es zum halbrunden Aussichtspunkt, von dem aus vor allem das südlich gelegene Wasserloch bestens im Auge zu halten ist. Aber auch in die anderen Richtungen ist ein weitläufiger Blick möglich, im Norden gar bis in die Randbezirke von Windhuk. Mit etwas Glück, lassen sich die Schreie der Paviane von den umliegenden Hängen ausmachen. Oder die Reiseleitung berichtet Spannendes aus der Umgebung, wie etwa über die etwas tiefer gelegenen Höhlen, die von Wilderern auf Kudu-Jagd benutzt werden.
Anschließend geht es mit dem Cruiser über die Buckelpiste zurück nach Windhuk. Buchbar ist diese Tour beim Reiseveranstalter Bwana Tucke-Tucke, Windhuk, im Rahmen der historischen Stadtrundfahrt. Zu sehen sind dabei unter anderem die alte Pferdestelle am Goreangab-Damm, die Windhuker Festen Sanderburg, Heinitzburg und Schwerinsburg sowie der alte Friedhof an der Robert Mugabe Straße. Erreichbar ist die Bwana Tucke-Tucke Safariberatung in Namibia, P.O. Box 25392, Coetzeestreet 28,Telefon: +264 61 23 96 02, Fax: +264 61 25 83 73, E-Mail: namibia@bwana.de, sowie in Deutschland, Carsten Möhle, Asternweg 4, 25551 Hohenlockstedt, Telefon: +49 4826 5208, Fax: +49 4826 3371, E-Mail: bwana@bwana.de.