
Mitten in den Dünen haben sich Claudia Jonitz und Frank Griese das Ja-Wort gegeben. Für beide ging damit ein großer Wunsch in Erfüllung.
Das Glück ist ihnen förmlich anzusehen. Mit strahlenden Gesichtern und funkelnden Augen erzählen Claudia Jonitz und Frank Griese von dem wohl bisher schönsten Tag in ihrem Leben: Am 12. November haben sich die beiden Hamburger im Red Dune Camp auf der Farm Tranendal im Süden Namibias das Ja-Wort gegeben.
„2009 haben wir uns auf unserer ersten Reise in Namibia dort verlobt. Das war total romantisch, mitten in den Dünen der Kalahari“, erzählt Claudia begeistert, „damals wussten wir noch nicht, das wir in das Land, in das wir so verliebt hatten, bald zurückkehren würden.“ Eigentlich wollte das Paar die anstehende Hochzeit geheim halten. Beide waren sich sicher, dieser Tag sollte nur ihnen gehören. Und die Trauung sollte an einem Ort sein, der für Beide eine Bedeutung hat. So reifte die Idee, das Red Dune Camp in Namibia erneut zu besuchen. Auf einer Düne, mitten in der Natur und weit ab vom Trubel sollte die Zeremonie stattfindet, so wünschte es sich das Paar. „An dieser bestimmten Stelle kann man sehr weit über die faszinierende Kalahari blicken und fühlt sich eins mit der Umgebung. Da wir aber nicht wussten, ob es überhaupt möglich war, dort zu heiraten, fragten wir zunächst bei den Eigentümern des Camps Mariet und Pieter Liebenberg nach“. Diese waren von der Idee begeistert und versprachen dem Paar, die Organisation der Hochzeit zu übernehmen.
Obwohl sich Claudia und Frank gegen eine Trauung im großen Rahmen entschieden hatten, wollten sie ihre Familien dann doch einweihen. „Es war toll, wie uns alle bei den restlichen Vorbereitungen geholfen haben“, erzählt Claudia begeistert. Nicht zu vergessen war außerdem das Hochzeitskleid. „Es war mir trotz einer kleinen Feier wichtig, ein richtiges Brautkleid zu haben und so musste auch Frank sich noch einen Anzug kaufen“, sagt die Hamburgerin schmunzelnd. Nur von ihren beiden Trauzeugen wurden Claudia und Frank nach Namibia begleitet.

Seine Hochzeitsnacht verbrachte das junge Paar mitten in den Dünen
Aufgeregt und voller Freude reiste das Paar mit seinen Freunden schließlich Anfang November in das Sonnenland. „Wir besorgten in Windhoek noch Blumen und dann ging es am folgenden Morgen auf die Farm“, erzählt Frank. Dort angekommen, wurde alle herzlich von den Gastgebern empfangen. Diese hatten schon viel vorbereitet und auch einige Überraschungen für das Paar parat. Zunächst durften sich alle bei einem Picknick in den Dünen entspannen, bevor sich das Brautpaar mit dem Pfarrer für ein Gespräch zusammensetzte. Gustav Pausegrouw, Priester aus dem kleinen Ort Gochas, übernahm die Trauung sehr gern. Obwohl er kein Deutsch spricht, hatte er sich die Mühe gemacht, seine Rede in der Muttersprache von Claudia und Frank zu verfassen. „Trotzdem er uns kaum kannte, waren seine Wort so herzlich und genau passend, das hat uns wirklich begeistert“, so das junge Paar.

Mit einer Pferdekarre wurde Claudia zur Trauung gebracht.
Am Nachmittag waren die Vorbereitungen dann in vollem Gange. Wie jede Braut wurde auch Claudia für die feierlichen Zeremonie geschminkt, frisiert und erschien schließlich in ihrem wunderschönen Brautkleid. Bevor sich alle auf den Weg in die Dünen machten, wurde das Brautpaar noch ausgiebig fotografiert. Dann fuhren Frank und sein Freund zum Camp, während Claudia die erste Überraschung erwartete. Die Liebenbergs hatten eine Pferdekutsche organisiert, die die Braut in die Dünen brachte. „Das war total romantisch und hat mich unglaublich gefreut“, sagt die 30-Jährige. Im Camp selbst hatten die Liebenbergs das in Namibia für eine Trauung notwendige Dach bereits geschmückt und einen kleinen Podest für den Pfarrer aufgebaut. Nach der romantischen Zeremonie und einer einfühlsamen Rede des Priesters wurden noch einmal von den Frischvermählten Fotos gemacht, bevor einige Namakinder aus der Schule in Gochas für das Paar sangen und tanzten. Das anschließende Büfett hatten die Liebenbergs mit Christel und Pieter Baumann wunderschön in der Düne arrangiert. „Das Essen war total lecker und wir haben einen wunderschönen Abend verbracht.“ Dazu trug auch eine weitere Überraschung bei: Familie und Freunde hatten für Claudia und Frank Videobotschaften aufgenommen. „Das hat uns sehr begeistert und so waren sie trotz vieler Kilometer Entfernung doch bei uns“. Als Krönung hattn die Gastgeber dann noch eine Hochzeitstorte vorbereitet. Übernachtet hat das Paar in einer „Honeymoonsuite“ unter freiem Himmel, so wie sie es sich gewünscht hatten.
Die anschließende Hochzeitsreise führte Claudia und Frank unter anderem nach Sesriem, Soussusvlei, in den Namib-Naukluftpark nach Swakopmund und in den Etoscha-Nationalpark. „Die meisten Zeit haben wir gecampt und waren eigentlich nicht auf das teilweise stürmische Wetter vorbereitet, dass uns das eine oder andere Mal nass erwischt hat“, erzählt Frank. Auch beim Rundflug über die Namib zeigte sich das Wetter von seiner stürmischen Seite. „Am Ende war uns allen richtig schlecht, aber wir haben trotzdem viel gesehen“, berichtet Frank von dieser bleibenden Erinnerung. Einmal durften die Hamburger auf einer Farm sogar mit auf eine Jagd gehen. „Das war total spannend“, erzählt die Studentin. Weiter ging die Reise dann über Omaruru in den Etoscha-Nationalpark. „Auch hier hatten wir viel Regen, konnten aber trotzdem sehr viele Tiere an den Wasserlöchern im Camp beobachten. Abschließend besuchten das Paar und seine Trauzeugen noch den Waterberg, wo sie ausgiebige Wanderungen unternahmen. Schweren Herzen mussten Claudia, Frank und ihre Freunde Ende November wieder nach Deutschland fliegen. Dort wird Frank seine Arbeit als Wirtschaftsingenieur und Claudia ihr Studium in Erziehungswissenschaften fortsetzen. Doch sie werden sicher zurückkehren, in das Land, in dem sie den schönsten Tag ihres Lebens verbracht haben.