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Vom 4.09.2008 Faszinierende Reise in die Vergangenheit![]() Seitdem der Haupteingang des Museums in Richtung der Mole zeigt, haben sich mehr Passanten dort eingefunden. „Man könnte aus der Einrichtung mehr machen“, sagt Peter Brüggemann, der 1992 aus Solingen nach Namibia ausgewandert ist und das Museum seit zwei Jahren als Geschäftsführer leitet. Voraussetzung dafür sei allerdings ein An- oder Umbau, der derzeit aber aufgrund finanzieller Zwänge nur schrittweise möglich ist. „Wir erhalten keine staatliche Finanzhilfe“, erklärt Brüggemann und ergänzt: „Unser Einkommen stammt hauptsächlich aus Eintrittsgebühren für das Museum, sowie Privatspenden und Zuschüssen der Alfons-Weber-Stiftung, die den Fortbestand des Museums sichern soll und sich ihrerseits aus Mitgliedsbeiträgen bzw. den Zinsen eines Sonderfonds finanziert.“
Aus diesen Einnahmen kann das Museum seine laufenden Unkosten bezahlen, darunter die Gehälter der sechs Angestellten – für größere Investitionen reicht es aber nicht. Deshalb hält es Brüggemann für dringend erforderlich, die öffentliche Präsenz des Museums zu erhöhen und mit der Anzahl Besucher auch die Einnahmen aus Eintrittsgebühren zu steigern. „Wir müssen dem Museum in der öffentlichen Wahrnehmung mehr Geltung verschaffen“, betont er und fügt hinzu: „Das ist nicht nur für das geschichtliche Verständnis unter den Einwohnern, sondern auch für den Ausbau des Museums wichtig.“
Die Werbekampagne in eigener Sache richtet sich dabei unter anderem an Schüler in Swakopmund, von denen im vergangenen Jahr 2052 das Museum in Begleitung ihrer Lehrer besucht haben. Außerdem werden fachkundige Museumsführungen angeboten und Filmvorführungen bzw. Diavorträge veranstaltet, zu denen sich 2007 über 700 Besucher eingefunden haben. Des Weiteren bietet der Museumsladen eine reiche Auswahl an Büchern, Postkarten und Souvenirs und verstärkt damit die Anziehungskraft des Museums. Diese hat sich inzwischen auch durch die Verlegung des Haupteingangs verbessert, der nun nach Westen in Richtung der Mole weist und damit exponierter ist als vorher, wo die Eintrittstür noch leicht versteckt an der nördlichen Seite des Museums-Gebäudes lag. Dadurch hat sich die Anzahl der Besucher erhöht, weil Passanten nun bereits von außen einen Blick in das Museum werfen und auf diese besondere Attraktion aufmerksam werden können. Außerdem zieht das neue Museumscafe, das im Rahmen von Umbauarbeiten direkt neben dem Haupteingang entstanden ist und dort originalgetreu die ehemalige Brauereistube der Hansa Brauerei beherbergt, zusätzliche Gäste an, von denen einige auch das angrenzende Museum besichtigen. Einen zusätzlichen Schub für das Museum verspricht sich Brüggemann von dem neuen Strandhotel, das mit einem finanziellen Aufwand von N$ 300 Millionen erbaut und nächstes Jahres eröffnet werden soll. „Wenn das Hotel fertig ist, werden mehr Fußgänger und Touristen an die Mole kommen“, ist sich Brüggemann sicher. Davon werde auch das Museum profitieren, weil „dann mit Sicherheit mehr Passanten bei uns reinschauen oder in unserem Souvenirladen etwas kaufen werden“. Die bereits abgeschlossenen Neuerungen, zu denen unter anderem die Umgestaltung der Abteilungen für Schifffahrt und Archäologie zählen, sollen aber erst der Anfang sein. Mittelfristig hat es für Brüggemann Priorität, zusätzliche Ausstellungsfläche zu erschließen,sei es durch An- oder Umbauten. „Wir haben noch viel historisch wertvolles Material in Kartons gelagert, das uns über die Jahre von Leuten gespendet oder als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde“, erklärt er. Für diese Objekte, darunter Fotos, Dokumente, Münzen, Briefmarken und andere Gegenstände wie altertümliche Küchengeräte, Kunstgegenstände und Werkzeuge sei jedoch momentan kein Platz vorhanden.
Unter den Utensilien, die dem Museum über die Jahre bereitgestellt wurden, befinden sich auch viele historische Fotos von denen ein Großteil aus dem Nachlass von Zeitzeugen stammen und bereits einige tausend digitalisiert wurden. Diese Aufnahmen sind zum Großteil bereits im Museum bzw. der Sam-Cohen-Bibliothek zugänglich, wo sie zusammen mit anderen Unterlagen zur Ahnenforschung genutzt werden können. In absehbarer Zukunft sollen die digitalisierten Bilder auch im Internet zur Genealogie bereitgestellt werden.
Mit dem elektronischen Archiv wird sich auch die bereits imposante Sammlung der Bibliothek erweitern, die wie das Museum und der Otavi-Bahnhof der gemeinnützigen Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund untersteht, die derzeit 457 Mitglieder hat. Die Präsenzbibliothek schließt etwa 10000 Bücher ein, darunter auch die bekannte Africana-Sammlung von Ferdinand Stich. Außerdem steht Besuchern dort ein umfassendes Archiv zur Verfügung, das eine Zeitungssammlung von 1898 bis heute, sowie zahlreiche Fotos, Landkarten und Schriftstücke aus allen Wissensgebieten enthält. Das Museum wurde 1951 von dem Zahnarzt Dr. Alfons Weber gegründet, der über viele Jahre einen Großteil der Exponate zusammentrug, die heute Teil des Ausstellungs-Angebots ausmachen. Anfangs waren die von ihm gesammelten Schätze in einem alten Schuppen und Nebengebäuden seiner Privatwohnung gelagert, die eine Assistentin Webers damals als „überfüllte Rumpelkammer“ bezeichnete. Im Jahre 1958 wurde dann das neue Museum auf den Fundamenten des alten Kaiserlichen Hauptzollamtes errichtet und zwei Jahre später eröffnet. Seitdem wurde der Ausstellungs-Bestand auch Dank der Hilfestellung zahlreicher Gönner, darunter der Swakopmunder Stadtverwaltung, die 1999 das von ihr kostenlos zur Verfügung gestellte Museums-Gebäude vergrößern ließ, schrittweise erweitert. Dieser Prozess gipfelte zuletzt in der Eröffnung der Abteilung „Menschen in Namibia“, die zum 50-jährigen Jubiläum des Museums eingeweiht wurde.
Der Einsatz der vielen freiwilligen Helfer macht das Museum zu einem kollektiven Kulturbesitz, der sich ständig weiter entwickelt und im vergangenen Jahr 20638 Besucher in seinen Bann gezogen hat. Davon zeugt auch die jüngste Errungenschaft des Museums – ein ausgestopfter Gepard, der von Rose Samtleben gespendet wurde und nun an prominenter Stelle unter anderen präparierten Tieren zu besichtigen ist.
Durch die aktive Beteiligung der Bevölkerung an der Gestaltung des Museums ist das Erbe von Alfons Weber in guten Händen. Und damit wird auch sein Ziel weiter verfolgt, mit dem Museum „der Jugend Anschauungsmaterial zur Ergänzung des Schulunterrichts und den Erwachsenen eine Möglichkeit der Fortbildung durch Vorträge, Sonderveranstaltungen, Arbeitsgemeinschaften und Literatur zu bieten“. TÄGLICH GEÖFFNET VON: 10:00 - 17:00 EINTRITTSPREISE: Erwachsene N$ 20.00 / Studenten N$ 12.00 Schüler N$ 5.00 / Schülergruppen p.P. N$ 2.00 Buchungen für den Besuch der Rössing-Uranmine: Erwachsene N$ 25.00 / Schüler N$ 15.00 Tel: ++ 264 (0)64 402046 E-mail:info@swakopmund-museum.org.na Von Marc Springer |
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