
Für viele ist dies ein ungewohntes Bild und dennoch von vielen langersehnt. Die Jetty ist nun wieder für Passanten, Romantiker und Neugierige geöffnet und bietet den Besuchern eine Mischung aus Geschichte und Moderne.
E s gibt keine Ferien, keine Postkarte, keinen Sonnenuntergang ohne sie. Seit fast hundert Jahren verziert die Jetty den Strand ´von Swakopmund und verführt dabei Spaziergänger mit dem Versprechen von schönen Tagesenden, einer ruhigen Minute oder einem versuchten Kuss.
Dennoch hat es Zeiten gegeben, in denen die bekannte Brücke - so wie ihre Besucher - kurz vor dem Ende stand. Zuerst aus Holz bestehend, welches total zerstört wurde, baute man 1912 die Handels- und Landungsbrücke mit Stahl und Beton um. Kurz vor dem Bauende brach der erste Weltkrieg aus und das Werk musste eingestellt werden. Die Brücke, die über 600 Meter werden sollte, konnte ab dann gerade mal 262 Meter aufweisen. Da sie unvollständig war und die Wellen sich der Brücke über die Jahre näherten, musste sie einige Male geschlossen und repariert werden – zum Verdruss der Hobbyangler, Touristen und Swakopmunder.
Zahlreiche Rettungs- sowie Sammel- und Spendenaktionen wurden veranstaltet, um das Wahrzeichen der Küstenstadt zu erhalten. Und dies, obwohl diverse Firmen den Niedergang der Jetty unkten. Die meisten Sorgen bereiteten immer wieder die Pfeiler, brüchig und mürbe durch den konstanten Kontakt mit starken Wellen und dem Wetter ausgesetzt. Die morschen Holzplanken wurden allmählich ebenso zu einer Gefahr. Deshalb versuchte man bei Tauchgängen durch verschiedene Messungen herauszufinden, wie der Zustand der Brücke ist und stellte fest, dass der hintere Teil dem Meer überlassen werden konnte. Keiner wollte die Verantwortung für einen sogenannten „White Elephant“ (einem lästigen Besitz) übernehmen, auch wenn die Stadtverwaltung viel in dieses prominente Stück Geschichte investiert hatte.

Das neue Restaurant auf der Jetty, bisher namenslos, soll ab diesem Monat die ersten Gäste verwöhnen. Wer den langen Weg der Brücke gegangen ist, darf sich auf eine geschmackvolle Einrichtung freuen.
Heut kann man wieder mit Zuversicht auf den Horizont blicken. Ein Swakopmunder wollte den Elementen und den Experten mit seiner Vision und seinem Traum trotzen: Quinton Liebenberg. Er hatte nicht nur vor, das beliebte Wahrzeichen der Küste zu erhalten und zu renovieren, sondern eine weitere Touristenattraktion zu errichten. Dazu musste er sich aber zunächst versichern, dass die Brücke sicher und zugänglich sowie stark genug ist, um den geplanten Bau und die Besucher zu tragen.
Heute, zirka drei Jahre nachdem Liebenbergs Lighthouse-Gruppe die Verantwortung über die Jetty übernommen hat, ist das Resultat beeindruckend. Die Brücke wurde restauriert und ist für Besucher wieder zugänglich. Mehr noch: Am Ende der Jetty erwartet den Gast ein traumhafter Ausblick und ein modernes Restaurant. Was von vielen „die Jetty-Bar“ genannt wird, ist noch nicht ganz vollständig. Dennoch ist die Küche bereits eingerichtet, samt Sushi-Fließband. Es wurde gescherzt, dass es keine Toiletten gäbe, doch auch der Anschluss an das Abwassernetzwerk ist komplett. Jetzt warten alle gespannt auf Liebenbergs Einladung zur Eröffnung dieses neuen Schauplatzes