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Vom 23.05.2008

Auf dem Weg nach Montagu

© Eva Dölitzsch-Tatzreither
Endlich Ferien... Endlich ein paar Tage Pause vom hektischen Alltag. Wir wollen das schöne, warme Herbstwetter nutzen, um einen langgeplanten Ausflug ins Breede River Valley zu unternehmen...
Unser Weg führt uns zuerst auf der N1 vorbei an der Stadt Paarl, der „Perle“ des Western Capes. Im Hintergrund türmt sich schon die imposante Bergkette des Drakenstein-Massivs und als wir wenig später vor der Entscheidung stehen, entweder durch den Huguenot-Toll-Tunnel zu fahren oder die Passtraße nach Worcester zu nehmen, besteht für uns auch nicht für den Bruchteil einer Sekunde der Zweifel, welche Strecke wir wählen sollen: natürlich die atemberaubend schöne Bergstraße über den Du Toits Kloof.
Es ist noch früh am Vormittag und die Sonnenstrahlen zwängen sich in breiten Lichtbündeln durch die steilen Felswände, durch die uns die-se Route führt. In der Kapregion gab es schon die ersten, ergibigen Herbst-Regenfälle und die hier so typische Fynbos-Vegetation mit Proteen und Erica-Pflanzen ist nach der sommerlichen Trockenzeit bereits wieder saftig grün geworden. Steil windet sich die Pass-Straße in Serpentinen immer höher hinauf und mit jeder Kurve wird der Blick über das weite Weinland immer überwältigender. Die Landschaft ist eingehüllt in einen zarten Schleier aus Morgendunst in herbstlich-bunten Farben. Bis auf knapp 1600m geht es jetzt hinauf. An den Straßenrändern sitzen kleine Gruppen von Pavianen, die noch müde in die Sonne blinzeln. Mehrmals mahnen aufgestellte Schilder, die Bobbejans ja nicht zu füttern. Vor Jahren - damals noch unerfahren - hatten wir das Verbot nicht beachtet und dafür bezahlen müssen: Die Affen fanden die Zierleiste unserer Windschutzscheibe so reizvoll, dass sie diese kurzfristig abmontierten und damit im Busch verschwanden. Wir sind vorgewarnt! Trotz der niedlichen Babys, die von ihren Müttern auf dem Rücken transportiert werden, lassen wir sie nicht an unser Auto herankommen. Nur der „Boss“, der malerisch auf einem Abfall-Container thront, wird von uns abgelichtet.

© Eva Dölitzsch-Tatzreither
Auf der anderen Seite des Passes, als der höchste Punkt überwunden ist, strahlt die Sonne schon warm in die tiefen Sandsteintäler und lässt die Gesteinsformationen und -Strukturen in allen nur möglichen Beige- und Braunschattierungen aufleuchten. Links unter uns, in einer grünen Schlucht liegt das „Du Toits Kloof Resorts“. Hier kann man nicht nur Urlaub machen und sportlich hiken oder biken, in den Teichen wimmelt es von herrlichen Forellen, die man angeln und mitnehmen kann - gegen Bezahlung natürlich. Zur Zeit der Frühlingsblüte sieht es hier in diesem Tal aus wie im Garten Eden....

Durch das Bergmassiv geht es nun weiter auf der breiten Schnellstraße, hinunter ins Tal nach Worcester. Gegründet 1818 vom Marquis of Worcester, dem älteren Bruder des damaligen Gouverneurs Lord Charles Somerset, hat sich die Stadt zum kommerziellen Zentrum der Gegend entwickelt, dank des sonnig-heißen Klimas und der fruchtbaren Böden, umgeben von riesigen Obstplantagen und Weingärten. Das Tal des Breede Rivers (breiter Fluss) hat hier seine weiteste Ausdehnung. Geradeaus führt die N1 Richtung Johannesburg, links geht die Straße ab in das berühmte Tal von Ceres, wir aber biegen nach rechts ab, auf die R 60 Richtung Robertson.

Im allgemeinen gilt das Breede River Valley als das größte der drei Obst- und Wein produzierenden Gebiete des Western Cape. Dieses fruchtbare Tal mit seinen zahllosen Obst- und Weingärten sowie den Weizenfeldern ist umgeben von einer malerischen Bergkulisse, deren höchste Spitzen im Winter mit Schnee überzogen sind. Außerdem ist sie berühmt für ihre wunderbaren Ausblicke, die „Panorama-Landschaften“ mit hohe Felsen, kristallklaren Flüssen und ein Paradies an einheimischer Flora. Einige der Top-Weinhersteller Südafrikas sind hier zu Hause, das erklärt auch, warum diese Region zu den Gewinnern zahlreicher Wein-Trophäen zählt. Wanderwege, 4x4-Routen, Kanu-Fahrten auf dem Breede-River, das alles sind weitere Attraktionen für die Naturliebhaber in diesem Gebiet.
© Eva Dölitzsch-Tatzreither
Der Breede River hinterlässt auf seinem Weg
äußerst fruchtbare Böden und somit ideale Bedingungen für Dessertweine, wie Muscadell und Sherry, aber auch Liköre und Brandy werden hier schon seit vielen Jahren erfolgreich hergestellt. Auch gilt diese Gegend als das Land der edlen Pferde und Rosen...
Über Robertson führt die Straße weiter nach Ashton, dem Zentrum der Obst- und Gemüse verarbeitenden Industrie, mit einer der größten Konservenfabriken Afrikas. Zahllose, blühende Rosenbüsche säumen unseren weiteren Weg in Richtung Kogmanskloof. Dieser pittoreske, sechs Kilometer lange, felsige Zugang nach Montagu, zwischen Auffaltungen durch Eisenoxid gefärbte Sandsteinschichten, beherbergt die Ruine eines alten englischen Forts aus dem Anglo-Buren-Krieg. Auch ist überliefert, dass bei Fertigstellung der Straße, Ende des 19.Jahrhunderts, Unmengen an Sprengstoff verwendet werden mussten, da die Felsen hier besonders widerstandsfähig waren. Montagu gilt auch als der westlichste Ausläufer der Kleinen Karoo. Die Entstehung und weitere Entwicklung Montagus ist von Anbeginn engstens mit der Landwirtschaft verbunden, für die Viehzucht allerdings eher ungeeignet. Schon die frühen Treckburen waren mit ihren Rinderherden weitergezogen.

Die Tourismus-Industrie hat sich in den letzten Jahren intensiv entwickelt, wie die schön restaurierten historischen Gebäude an der Hauptstraße und auch etliche attraktive Gästehäuser beweisen. Hier kann man Sammlungen antiken Mobiliars aus Yellowwood und Stinkwood besichtigen und einheimische Naturheilkräuter wie z.B. Salbei, Baldrian, oder Wegerich werden von hier aus weltweit erfolreich vermarktet. Der attraktive Hauptanziehungspunkt sind allerdings die warmen Mineralquellen von Montagu, schon seit über 200 Jahren für ihre heilende Wirkung bekannt.

Im Garten des Avalon Spring Resort Hotels treffen wir uns mit der Enkelin des deutschen Begünders auf einen Kaffeeplausch und sie erzählt uns auch mehr über die Thermalquellen und deren Geschichte: Das Wasser der 43 Grad warmen Heilquelle ist seit jeher sowohl zum Trinken wie auch zum Baden geeignet. Ihr Grossvater, ein deutscher Einwanderer, hatte das erste Hotel bei der Quelle erbauen lassen, und eine Generation später besaß die Familie bereits vier Hotels in Montagu und Umgebung. Im Januar 1981 zerstörte eine große Flut die damaligen Montagu Spa, wobei tragischerweise 13 Menschen ertranken. Schon 1867 hatte eine Flut Menschenleben gekostet. Unter dem Namen „Avalon Springs Luxury Spa Resort Hotel“ wurde alles wieder neu und modern aufgebaut. Heute ist das Vier-Sterne-Hotel Avalon Springs ein weit über die Grenzen hinaus bekanntes Heilbad. Alle Becken und Pools werden direkt von der Quelle gespeist, das Wasser wird weder beheizt, noch gefiltert oder künstlich behandelt und die verschiedenen Abteilungen weisen Temperaturen zwischen 30 und 43 Grad auf. Die Tatsache, dass das Thermalwasser auf seinem Weg nur einmal verwendet wird, bevor es wieder in den Fluss abläuft, garantiert, dass es von sauberster und gesündester Qualität ist.

Die Übernachtungsmöglichkeiten im Hotelareal reichen von der Fünf-Stern Presidential Suite, 100m2 groß mit eigenem Spa, Marmorbad und feinster Austattung, über die neuerbauten Mountain Chalets mit eigenem BBQ auf den überdachten Terrassen, atemberaubenden Ausblicken und eigener Außenquelle, bis hin zu den preisgünstigen Semi Lux Apartments für Familien mit Kindern. Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ist etwas dabei.
Für die zahlreichen Tagesbesucher wurde ein komplett neugestalteter Komplex mit Kinder-Zentrum errichtet, mit einer 60 m langen Wasserrutsche und vielen Freizeit-Aktivitäten. Neben zwei a la carte Restaurants und drei Bars bietet ein modern ausgestatteter Konferenz- und Veranstaltungsraum Platz für die verschiedensten Anlässe.
Hier endet nun unsere Reise und wir werden die nächsten Tage in aller Ruhe ausspannen und uns im warmen Wasser von Montagu gut erholen... n
Für weitere Informationen und Buchungen:
www.avalonsprings.co.za
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