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Vom  4.07.2008

Wer fliegt mit zum Kohlensack ?


Eines der schönsten Sternbilder auf der Südhalbkugel ist das Kreuz des Südens. Es befindet sich in der wohl prachtvollsten und sternenreichsten Gegend des Himmels im Sternbild Zentaur. Schon kurz nach Sonnenuntergang steht es zurzeit hell leuchtend am Sternenhimmel. Leicht ist es an den beiden Zeigersternen Alpha und Beta Centauri zu erkennen. In früheren Zeiten half es den Seefahrern, sich auf den Ozeanen zu orientieren, denn die Verlängerung der Mittelachse weist zum Südpol. Zwischen dem Stern Acrux und Mimosa befindet sich eine besonders dichte und auffällige Dunkelwolke, die als Kohlensack bezeichnet wird. Aus Steinzeichnungen weiß man, dass diese schon bei den Ureinwohnern Australiens bekannt war. Sie sahen im Kohlensack den Teufel in Gestalt eines Tieres – eines Emus – der unter einem Baum einer Beutelratte auflauert.

Der astronomisch versierte Seefahrer A.Verpuzzi beschreibt 1499 den Kohlensack als dunkles Flussdelta. Andere wieder sprachen von der Schwarzen Magellanschen Wolke, im Gegensatz zu den beiden leuchtenden Magellanschen Wolken. Besonders problematisch war bis jetzt die Entfernungsbestimmung des Kohlensackes. Die bisherige Entfernungsschätzungen lagen zwischen 450 und 600 Lichtjahren. Dieser Wert stellte sich aber als viel zu klein heraus. Erst mit Hilfe der Radioastronomie wurde es möglich, einen genaueren Entfernungswert zu ermitteln. Rund 2000 Lichtjahre, also 20 Trillionen km trennen uns vom Kohlensack, dessen Dimensionen enorm sind. Sein Durchmesser misst etwa 2500 Billionen km. Die NASA hat berechnet, dass man zum Hinfliegen mit Raketen heutiger Bauart 600 Millionen Jahre brauchen würde.

Also alles gigantisch und für uns Menschen absolut unvorstellbar. Sollte diese Mission zustande kommen, so könnte sich so mancher reiselustiger Mensch vielleicht jetzt schon freiwillig dazu melden. Dabei ist zu bedenken, dass der Rückflug auch noch mal so lange dauert, bis der Mitreisende wieder auf der Erde ist. In zirka 60 Millionen Jahren wird der Kohlensack hell erleuchtet strahlen. Dann wird er zu einem Nest junger, heißer, massereicher Sterne werden. Dieser prächtige Anblick wird dann den Menschen auf der Südhalbkugel erfreuen. Ob aber dann noch Menschen auf unserem Planeten wohnen, bleibt ungewiss. Niemand vermag dies zu sagen. Denn für das Universum ist die Menschheit nur eine kurze Episode in der Milliarden Jahre währenden Geschichte des Kosmos.
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