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Vom  5.01.2012

Warum ist es Neumond?

© Werner Pfeifer
Bei der Deutung des Sternenhimmels war die Phantasie der Menschen schon immer unerschöpflich. In vielen Liedern wurden die Sterne und der Mond besungen und regten so manchen Verliebten zu glücklichen Träumen an, die ihn sein Leben lang nicht mehr losgelassen haben. Auch höher entwickelte Naturvölker versuchten ihren Nachkommen eine Erklärung über Naturereignisse zu geben. So dachte der Buschmann über die Entstehung des Neumondes nach. Dabei entstand folgende schöne afrikanische Mythologie.

Einst war ein Buschmann von seiner Hütte losgegangen, um frische Knollen zu suchen und Tiere zu jagen. Er lief den ganzen Tag und suchte sehr aufmerksam. Jedoch immer dann, wenn er glaubte, sich anpirschen zu können, lief ihm das Tier davon. Müde geworden setzte er sich unter einen Baum und wollte etwas schlafen. Plötzlich schreckte er auf. Eine gewaltige Schlange kam genau auf ihn zu. Mit dem Schwanz hielt sie ihre Eier fest und mit ihrem züngelnden Maul suchte sie nach Nahrung. Da wurde ihm klar, dass er in den Lebensraum der großen //kho//khowos Schlange geraten war. Was sollte er nun machen? In seiner Todesangst griff der Mann nach Steinen und warf sie nach der Schlange. Dabei traf er so unglücklich, dass alle Eier zerbrachen. Wütend zischte die Schlange auf den Buschmann los. Du hast meinen Kindern das Leben genommen. Jetzt werde ich dir deines nehmen. Da ergriff er die Flucht und rannte davon. Die Schlange versuchte ihn einzuholen. So kam der Mann an das Ende der Welt. Er sprang hoch in den Himmel – jedoch die Schlange folgte ihm. Da erblickte er den Mond. Er lief auf ihn zu und bat ihn um Hilfe. Aber auch die Schlange war schon da und berichtete dem Mond von der bösen Tat des Buschmannes. Der Mond wollte den Mann retten. Jedoch wie sollte er das anstellen? So sprach er mit der Sonne und bat sie um ihren Rat.

Beide schlugen der Schlange vor, der Buschmann solle drei Mal drei Tage lang kleine Wildtiere jagen und der Schlange zu fressen geben. Diese wollte jedoch nichts davon wissen. Sie bestand darauf, den Buschmann zu verschlingen. Wie sollte das nun weitergehen? Da sprach nun der Mond zur Schlange. Nachdem du nicht darauf verzichten willst, den Buschmann zu verschlingen, biete ich mich selbst dafür an. Da ich jeden Monat erneut am Himmel stehe, kannst du mich jeden Monat aufs Neue verschlingen. Damit wirst du dein Leben lang immer genug zu fressen haben. Da willigte die Schlange ein. So kam es, dass der Mond für den Menschen einmal im Monat – also bei Neumond – unsichtbar ist. Denn dann hat ihn die Schlange gerade verschlungen
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