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Vom  6.07.2010

Neues Baumbuch besticht durch detailierte Informationen und Fotos

Nach langem Warten ist das neue Baumbuch „Field Guide to the Trees and Shrubs of Namibia”, das sich nur auf hiesige Pflanzen bezieht, bei Macmillan Education Namibia Publishers erschienen. Alle Naturfreunde haben es schon seit Jahren sehnsüchtig erwartet. Durch die umfassenden Beschreibungen ist dieses neue Buch das dienlichste, das man zum Bestimmen von Bäumen und Sträuchern in Namibia gebrauchen kann.

© Luise Hoffmann
Im Gegensatz zu dem „Namibia Tree Atlas“, der 2005 erschienen ist und hauptsächlich Verbreitungskarten und Diagramme enthält, zeigt das neue Baumbuch eine Gesamtansicht von Bäumen oder Sträuchern, dazu Fotos von Blättern, Blüten, Früchten, Dornen oder dem Stamm. Manchmal gibt es sogar ein Foto von derselben Art zu verschiedenen Jahreszeiten. Zusätzlich zu den Fotos bereichern auch Zeichnungen von bestimmten Einzelheiten die Anschaulichkeit dieses Buches. Diese Vielfalt an Abbildungen von Einzelheiten derselben Pflanze ist besonders hilfreich, denn es kommt oft vor, dass dieselbe Art verschiedene Wuchsformen haben kann oder, dass man einen Baum ohne Blätter, Blüten, Früchte oder sonstige Merkmale findet.

Das Handbuch umfasst 526 Seiten und beschreibt 437 in Namibia heimische holzige Pflanzen einschließlich vieler Sträucher, die bisher noch von keiner Publikation berücksichtig wurden. Dazu gibt es Fotos und eine kurze Beschreibung von 18 ausgewilderten exotischen Bäumen, die häufig in Namibia anzutreffen sind.

Eine kleine Verbreitungskarte gibt sofort Aufschluss darüber, wo die betreffende Pflanze vorkommt. Die Bestimmungsschlüssel für Familien, Gattungen und Arten wurden mit viel Sorgfalt und großer Sachkenntnis zusammengestellt – Bekannte, die sie bereits ausprobiert haben, berichten, dass sie wirklich zum Ziel führen.

Das Buch hat ein handliches Format, besteht aus festem Papier und ist solide gebunden, so dass es Exkursionen in den Busch gut überstehen sollte. Abschnittüberschriften und artspezifische Merkmale sind in verschiedenen Farben fett gedruckt. Dadurch wird der Text übersichtlich und gut lesbar.

Dieses Baumbuch enthält auch zahlreiche Angaben über die verschiedenen medizinischen Anwendungen der Pflanzen und über ihre anderen Nutzungsmöglichkeiten.

Der Grundstein zu diesem Werk wurde bereits im Jahre 1973 von Herrn Piet le Roux gelegt, dem ersten professionellen Forstbeamten Südwestafrikas (wie das Land damals noch hieß). Er beschrieb und fotografierte nicht nur die einzelnen Baumarten, sondern machte auch umfangreiche Aufzeichnungen über ihren Nährwert, über das spezifische Gewicht des Holzes und über ihre ökologische Bedeutung. Manche dieser Daten sind in das Baumbuch aufgenommen worden. Vieles musste jedoch ausgelassen werden, weil das Buch sonst zu unhandlich geworden wäre.

Später fügten der verstorbene Dr. Mike Müller und der ebenfalls verstorbene erste Custos des Staatsherbariums, Willy Giess, weitere Daten - vor allem über die Verbreitung der Bäume und Sträucher - zu dem Manuskript, sowie zahlreiche Fotos. Leider fehlten immer die Mittel, das Buch zu veröffentlichen. Das Manuskript wurde beiseite gelegt und verstaubte, während Herr le Roux nach Südafrika versetzt wurde, Herr Gieß starb und Dr. Mike Müller einem tragischen Unfall zum Opfer fiel.

Während dann der „Namibia Tree Atlas” im Entstehen war, schlug Macmillan Education Namibia Publishers den beiden Autorinnen des „Tree Atlas“, Barbara Curtis und Coleen Mannheimer, vor, das alte Baum-Manuskript zu überarbeiten und zu vervollständigen. Sie machten sich mit großem Einsatz an die Arbeit und verwandten viel Freizeit auf diese Aufgabe.

Nun, nach fast 40 Jahren, ist es ein Genuss durch dieses schöne Buch zu blättern und die Hingabe und die Ausdauer der vier Autoren zu bewundern, die diese Vielfalt an Informationen gesammelt und übersichtlich geordnet haben. Piet le Roux und Mike Müller haben unter oft schwierigen Umständen das Fundament gelegt. Coleen Mannheimer und Barbara Curtis brachten sehr viel zweckdienliche Kenntnis und Erfahrung mit, die sie beim Aufzeichnen von Daten für den „Tree Atlas“ während sechs Regenzeiten bei Exkursionen kreuz und quer durch Namibia gesammelt hatten. Sie nutzten alle technischen Neuerungen wie Digitalphotographie, GPS, Computertechnologie usw. Das Buch hat dadurch und durch die Leichtigkeit, mit der Fotografien von zahlreichen Mitarbeitern verschickt und miteinander verglichen werden konnten, sehr gewonnen.
Kurzum, der „Field Guide to the Trees and Shrubs of Namibia” ist ein wunderschönes Buch und jeder Pflanzenfreund sollte es sich unbedingt anschaffen. “Field Guide to the Trees and Shrubs of Namibia”, überarbeitet und erweitert durch Coleen Mannheimer und Barbara Curtis, Macmillan Education Namibia Publishers.
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