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Vom  5.01.2012

Impuls für die Caprivi-Region

© Marc Springer
Grenzübergreifender KAZA-Park verspricht Katalysator für Tourismus zu werden
Obwohl die Caprivi-Region ausländischen Touristen viel zu bieten hat, ist sie auf Grund ihrer geographischen Isolation als Reiseziel relativ unterentwickelt. Das könnte sich bald mit der Erschließung des grenzübergreifenden KAZA-Parks ändern, der eines der weltweit größten Naturschutzgebiete schaffen und jährlich rund acht Millionen Besucher anlocken soll.

Die so genannte Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area beruht auf einer gemeinsamen Initiative zwischen den Nachbarländern Angola, Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe und soll 36 bestehende Parks, Wildreservate und Hegegebiete zu einem rund 280000 Quadratkilometer umfassenden Naturschutzgebiet vereinen und damit die von Zäunen unterbrochenen Migrationsrouten des Wilds wieder herstellen.

Das Naturschutzgebiet wird die drei im Ca-privi gelegenen Parks Bwabwata, Mamili und Mudumo einschließen und soll der Region als Transitroute zu relativ nahegelegenen Sehenswürdigkeiten wie den ebenfalls im KAZA-Park gelegenen Victoria-Fällen und Okavango-Sümpfen mehr Anziehungskraft unter Touristen verleihen. Der Caprivi könnte in diesem Zusammenhang vor allem von der Tatsache profitieren, dass das Verwaltungszentrum für KAZA in Katima Mulilo angesiedelt und die Visabestimmungen zwischen den fünf beteiligten Nachbarstaaten gelockert werden sollen, um Touristen die Erkundung des gesamten Naturschutzgebietes zu erleichtern.

Das ehrgeizige Projekt verspricht nicht nur einen entscheidenden Impuls für den Naturschutz, sondern auch bedeutende Vorteile für die ländliche Bevölkerung in dem grenzübergreifenden Park, von der ein Großteil unter Jahrzehnten des Krieges schwer gelitten hat. Für diese Bewohner erhoffen sich die Initiatoren von KAZA nicht nur Erwerbsmöglichkeiten durch die erhoffte Zunahme an Touristen, sondern auch den Nutzen aus dem Ausbau der vorhandenen Infrastruktur, der die Erschließung des Parks begleiten soll.

Die größten Nutznießer des Projekts werden jedoch nicht die Menschen, sondern die Vielzahl verschiedener Tierspezies sein, die wiederrum wesentlicher Beweggrund für den Besuch ausländischer Touristen sind. Dazu zählen vor allem hunderttausende Elefanten, denen der Park alte Migrationskorridore in Länder wie Angola eröffnen soll, wo die Dickhäuter während Jahrzehnten des Bürgerkriegs stark dezimiert wurden.
© Privat
Die Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area beruht auf einer gemeinsamen Initiative zwischen den Nachbarländern Angola, Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe und soll 36 bestehende Parks, Wildreservate und Hegegebiete zu einem rund 280000 Quadratkilometer umfassenden Naturschutzgebiet vereinen.Die rote Linie zeigt die Fläche des geplanten Gebietes an.
Ob der Park sein beachtliches Potenzial wird ausschöpfen können, hängt vor allem von einem Umdenken unter den Bewohnern innerhalb seiner Grenzen ab, die zum Großteil von der Landwirtschaft leben und Elefanten und Raubtiere vor allem als Ärgernis betrachten. Schließlich geht von den Tieren nicht nur eine Gefahr für Leib und Leben der Viehzüchter und Ackerbauern aus, sondern auch eine Bedrohung ihrer Existenz.

Für Subsistenzfarmer, deren Vieh von Raubtieren gerissen und Felder von Elefanten zerstört wird, müssen diese Wildtiere folglich einen greifbaren Wert erhalten, bevor sie sich für ihren Schutz einsetzen werden. Die Befürworter des Parks werden die lokale Bevölkerung folglich noch überzeugen müssen, dass sie direkt von den Devisen der Touristen profitieren können, die das Naturschutzgebiet primär wegen seiner Artenvielfalt besuchen, die es deshalb unbedingt zu bewahren gilt.

Das Naturschutzgebiet, das sich vom Khaudum-Park in Namibia im Westen bis hin zum Kariba-See in Simbabwe im Osten erstreckt, geht auf eine Initiative der so genannten Peace Parks Foundation zurück. Die Stiftung setzt sich dafür ein, fragmentierte Naturschutzgebiete zu größeren Parks zu verschmelzen und den durch Zäune behinderten Tieren damit mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen. Außerdem engagiert sich die Stiftung dafür, grenzübergreifende Parks durch die Lockerung von Visabestimmungen für Touristen leichter zugänglich zu machen und durch die Förderung des Fremdenverkehrs zusätzliche Einnahmen für den Ausbau bestehender Parks zu generieren.

Die namibische Ministerin für Umwelt und Tourismus, Netumbo Nandi-Ndaitwah verspricht sich von der Erschließung des KAZA-Parks einen deutlichen Schub für den Tourismus in der Caprivi-Region, die aufgrund der großen Distanz zu populären Reisezielen wie Sossusvlei von Besuchern bisher zu Unrecht vernachlässigt wird. Die Gründung des grenzübergreifenden Parks werde den Status des Caprivi als Reiseziel deutlich aufwerten und die Region in die besondere Lage versetzen, sich internationalen Besuchern als Transitroute zu anderen Sehenswürdigkeiten auf dem Subkontinent zu empfehlen.
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