
Zwei Tage war der Python als blinder Passagier in dem Auto der Touristen unterwegs, bevor er auf Gabus eine neue Heimat fand.
Werner und Marianne Flöther aus Deutschland verbringen jedes Jahr sechs bis acht Wochen in Namibia. Anfang Januar 2012 reisten sie mit ihrer Nichte Romy Kapser in den Etoscha Nationalpark. Bei einer Beobachtungsfahrt entdeckten sie in der Nähe von Okaukuejo einen Python. Weil sie die Schlange fotografieren und beobachten wollten, hielten sie an.
Nach einiger Zeit bewegte sich das Tier weiter und zwar vermeintlich, um unter dem Auto hindurch auf der anderen Seite ins Grasland zu verschwinden. Doch auf der anderen (Auto) Seite warteten die drei Touristen vergeblich auf ein Zeichen der Schlange, die sich nämlich einen Platz unter der Motorhaube gesucht hatte.
Bei der nächsten Tankstelle versuchten die Touristen erfolglos, die Wildhüter dazu zu bewegen, den Python aus dem Auto zu entfernen.

Heinz Kühl wollte die Schlange eigentlich weiter weg vom Haus aussetzen und versuchte sie mit einem Haken zu fangen. Das Tier hatte jedoch andere Pläne und verschwand auf einem Baum.
Nach zwei Tagen mit blindem Passagier an Bord kamen die Flöthers auf der Gabus Game Ranch an, die zirka zehn Kilometer nordwestlich von Otavi am Fußende der Uiseb-Berge liegt. Dort baten sie den Eigentümer Heinz Kühl, nachzuschauen, ob der Python noch da sei. „Wir haben hier auf der Farm einige sehr große Python“, erzählte Kühl, „und ich finde die Tiere sehr interessant.“ Mit einem Farmhund, der sehr gut auf Schlangen anschlägt, machte sich Kühl wenig später auf den Weg zum Auto. Beim Öffnen der Motorhaube lag der Python zusammengerollt auf der Batterie des Wagens. Beide, Schlange und Heinz Kühl, erschraken beim Anblick des anderen. „Ich wollte die Schlange mit einem Haken vom Wagen entfernen und sie weiter weg vom Haus aussetzen. Doch das zirka 2,8 Meter lange Tier, das die Fahrt unverletzt überstanden hatte, war einfach zu stark, so dass ich sie ziehen lassen musste.“ Kühl trat einen Schritt zurück und die Schlange bewegte sich blitzschnell aus dem Auto, um auf den nächsten Baum zu kriechen und dort die Vogelwelt in Unruhe zu versetzen. „Wir haben den Python dann noch einmal am Abend gesehen, doch am nächsten Morgen war das Tier vom Baum verschwunden.“