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Vom  4.02.2010

Der feuerrote Wandelstern


Der Mars, der wie alle Planeten zu den Wandelsternen gehört, ist schon seit einigen Wochen gut zu beobachten. Er wird im Februar zum dominierenden Gestirn der ganzen Nacht. Am 29. Januar stand der Planet in Opposition zur Sonne. Er steht also der Sonne gegenüber und kann die ganze Nacht beobachtet werden. So erscheint dieser abends im Osten, wenn die Sonne im Westen untergeht, und zieht sich morgens im Westen zurück, wenn die Sonne im Osten hochkommt.
In der griechischen Mythologie galt sein Erscheinen immer als Ankündigung von Blutvergießen und bösem Unheil. Bei den Römern galt er als Kriegsgott und wurde von den Soldaten und Söldnern verehrt. So ist es gar nicht verwunderlich, dass er unter ihnen hohes Ansehen genoss. Dabei stand die Farbe des Planeten für Blut, Feuer und Gefahr.
Folgende Entstehungsgeschichte erzählen sich die Menschen bereits seit 5000 Jahren über diesen Planeten. Der gefürchtete mesopotamische Gott Nergal, der großes Unglück durch Feuer und Fieber über die Menschen bringen konnte, beleidigte schwer den Gott Namatar. Dies konnte von den anderen Göttern nicht hingenommen werden. So musste er zur Strafe vor der Herrscherin der Unterwelt mit Namen Ereschkigal erscheinen. Bevor er sich jedoch dorthin auf den Weg machte, befragte er den Gott der Weisheit mit Namen Ea. Dieser händigte ihm einen göttlichen Stuhl aus durch den jeder, der darauf sitzt, böse Flüche abwehren kann. Auch gab er ihm den Rat mit auf den Weg, ja keine Vergünstigungen jeder Art von der Herrscherin anzunehmen. Als nun Nergal in der Unterwelt ankam, wurden ihm die feinsten Speisen und viele Bequemlichkeiten angeboten, die das Leben dort erleichtern sollten. Er lehnte jedoch alles ab. Da erinnerte sich die Göttin einer weiblichen List, die auch heute noch ihre Wirkung hat. Sie nahm ein duftendes Bad und kehrte in einem Kleid zu ihm zurück, durch das Nergal ihren nackten Körper sehen konnte. Zuerst widerstand er der Versuchung, jedoch als sie immer wieder vor ihm erschien, gab er dem Verlangen seines Herzens nach. Er tat das, was halt Männer und Frauen so mit-
einander tun. Sie verbrachten sechs Tage und sechs Nächte miteinander. Erst am siebten Tag, als ihm die Kräfte zu verlassen drohten, stieg Nergal wieder in die Oberwelt hinauf. Doch Ereschkigal, die sich unsterblich verliebt hatte, drohte, alle Toten der Unterwelt zu erwecken, sollte ihr Geliebter nicht wieder zu ihr zurückkommen. Diese Toten hätten dann die ganze Welt überflutet und alle Lebenden dort verdrängt. Dieser jedoch glühte vor Verlangen, die Herrscherin wieder in seine Arme schließen zu können. So stieg er wieder hi-nab und durchschritt die Tore zur Unterwelt. Er bat um ihre Hand und so wurden beide ein glückliches Paar. Zur ewigen Erinnerung an diese große Liebe und an das glückliche Ende wurde der leuchtende Mars von den anderen Göttern an den Himmel gesetzt
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