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Vom  4.08.2011

Scharfe Klingen in Handarbeit

© Camp Gecko
Damaszenermesser wie dieses sind bei den Kunden wegen ihrer einzigartigen Muster auf der Schneide besonders beliebt.
Ein Messer ist keine Waffe, sondern ein Werkzeug“, betont Renè Aebi. Vor sieben Jahren begann der gelernte Maschinentechniker in seiner Freizeit mit der Bearbeitung von Stahl. Zunächst entwirft er für das jeweilige Messer eine Vorlage, wobei es dabei auf den Verwendungszweck ankommt. Anschließend wird der Stahl gesägt, geschliffen, gebohrt und gefeilt, bevor er gehärtet wird. Dazu muss der Stahl auf 1050 bis 1080 Grad erhitzt und anschließend in Öl abgekühlt werden. Um zu vermeiden, dass das Messer zu hart oder spröde wird, erhitzt Renè den Stahl dann abermals auf 200 Grad und lässt ihn erneut abkühlen. Dieser Vorgang wird zweimal wiederholt.
Für die anschließende Produktion des Griffes verwendet der gebürtige Schweizer neben unterschiedlichen Holzarten wie Tambuti,
Roswood und Ebenholz, Knochen von Tieren wie beispielsweise Zebra und Giraffen. „Dabei kommt es besonders auf die Wandstärke der Knochen an“, weiß Renè, wobei sich die von Giraffen besonders gut eignen würden, aber schlecht zu bekommen seien. Auch Kudu- oder Oryxhorn sowie Leder werden für den Griff verwendet. Diesen passt Rene zunächst an die Form des Messers an, bevor er ihn auf die endgültigen Maße feilt und schleift.
Bei der Fertigung der Scheide, die zum Schutz des Messers dient und aus Rindsleder besteht, kommt Freundin Heidi Fink ins Spiel. Sie übernimmt zum Großteil die Lederarbeit. Mit einem Auge fürs Besondere gibt sie den Messern einen exklusiven Charakter und verziert die Scheiden zum Beispiel mit eigens gefertigten Tierstempeln und Teilen von Kuduhörnern.
© Camp Gecko
Renè fertigt auf Camp Gecko besondere Messer. Sie sind aus hochwertigen Materialien und alle in Handarbeit gefertig.
In den vergangenen Monaten wuchs bei Kunden immer mehr der Beliebtheitsgrad für Damaszenermesser. In Europa bezeichnet der Begriff „Damaszener“ vor allem den Schweißverbundstahl, der bereits seit mehreren tausend Jahren hergestellt wird. Auch heute ist dieser Stahl wegen seiner dekorativen Musterung immer noch beliebt. Die Klinge eines Damaszenermessers besteht aus mindestens zwei Sorten Stahl, die unter einer hohen Temperatur miteinander verbunden werden. Eine Stahlsorte gehört zu den eher spröden, brüchigen Werkstoffen, die andere Sorte ist eine weichere und flexiblere Sorte. Anfangs werden etwa 3 bis 8 Schichten im Schmiedefeuer verbunden, dann verdoppeln sich die aufeinandergelegten Schichten und so entstehen schnell hunderte dieser Schichten.
Das Ergebnis ist ein harter, aber trotzdem elastischer Stahl. Das Ätzen des Stahls nach dem Härten führt zu verschiedenen Mustern, die durch diese verbundenen Lagen Stahl entstehen. Die Muster dieser Messer fallen immer unterschiedlich aus und die Messer werden gerne als Sammelstücke gekauft. Außerdem ist das edle Damazener-Muster das Qualitätsmerkmal dieser hochwertigen Messer.
Insgesamt brauchen Renè und Heidi zirka 10 bis 15 Stunden für die Produktion eines Messers, je nachdem wie groß und welchem Zweck es dienen soll. „Die meisten Kunden sind Sammler aus Übersee oder Südafrikaner“, sagt der Schweizer. Aber auch Namibier würden bei ihm kaufen.
Erhältlich sind die exklusiven Werkzeuge allerdings nur auf Camp Gecko, eine Farm, die Renè mit Heidi seit 2002 pachtet. Der zirka 200 Kilometer von Windhoek entfernte Gästebetrieb bietet seinen Besuchern neben einer fantastischen Landschaft Zelte, die mit Doppelbett, Dusche, Toilette und jeglichem Komfort ausgestattet
sind.

Weitere Infos unter: www.campgecko.net
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