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Air Namibia

 

Vom 23.03.2005

Vergangenheit ist Zukunft

Im April 2003 hatte er eine mutige Idee: Warum nicht einmal in Namibia im Herzen des Buschmannlandes gemeinsam mit dessen Ureinwohnern ein lebendiges Museum schaffen. Werner Pfeifffer, studierter Pädagoge, auf einer Farm bei Otavi aufgewachsen, packte mit an, legte aber die meiste Arbeit in die Hände von jungen, verantwortungsbewussten San-Leuten des Dorfes Grashoek. Wichtig war ihm dabei, dass die Einwohner dieses Projekt aus eigener Kraft umsetzten, denn nur so habe es seiner Meinung nach auch eine Chance zu bestehen. "Alle San-Leute müssen begreifen, dass sie mit diesem Museum den Weg der Hilfe zur Selbsthilfe beschreiten. Diese Einrichtung soll sich zu einem modernen Kultur- und Wirtschaftsbetrieb entwickeln, Arbeitsplätze schaffen und Geschichte zum Anfassen und Mitmachen bieten." Im Juni 2004 war es dann soweit: Durch das Eigenengagement der San und mit tatkräftiger Unterstützung aus Tourismus und Industrie eröffnete das erste lebende Museum, gelegen an der Straße zwischen Grootfontein und Tsumkwe.##Im März 2005 sitzt mir Werner Pfeiffer gegenüber. Immer noch begeistert spricht er von seinem San-Projekt, das jetzt über ein halbes Jahr besteht. Auch wenn es zeitweise Schwierigkeiten mit der Verteilung der Finanzen gab, haben die San-Leute aus eigener Kraft eine Lösung gefunden. Mit der Gründung eines Komitees werden die eingenommenen Gelder sorgfältig verwaltet. Mittlerweile beschäftigt das Projekt drei Gruppen mit insgesamt 50 Bewohnern. In der Nebensaison besuchen pro Woche zirka ein bis zwei Autos mit Besuchern das lebende Museum, in der Hauptsaison sogar vier bis fünf. Die meisten Touristen verbringen hier einen Vormittag, an dem sie einen Einblick in die Lebensweise der San bekommen. "Diese Dorfbewohner haben vieles aus ihrer alten Kultur erhalten, wunderschöne Lieder, Tänze. Sie verfügen nicht nur über einen erstaunlichen Schönheitssinn, sie besitzen auch fantastisches botanisches Wissen", weiß Pfeiffer. Besonders gut komme bei den Touristen an, dass sie diese kleine Zeitreise nicht nur als Außenstehende betrachten, sondern mit einbezogen werden, sei es beim Tanzen, Bogenschießen oder anderen Traditionen und anschließend mit dem positiven Gefühl das Camp verlassen, eine alte Kultur, wenn auch nur für kurze Zeit, gelebt zu haben.#Auch Reiseunternehmen nutzen inzwischen das etwas andere touristische Angebot, planen das Museum bei ihren Touren mit ein oder schicken Selbstfahrergruppen ins Dorf Grashoek. #Der Erfolg dieser Initiative liegt jedoch großteils in den Händen der San, die mit diesem Projekt nicht nur ihre Tradition erhalten, sondern auch lernen, dass sie mit ihrem Wissen und Können einen Weg haben, ihre Zukunft zu gestalten.#Die Idee aber, ein lebendiges Museum aufzubauen, ist mit dem San-Projekt für Werner Pfeiffer nicht abgeschlossen. Er möchte mit allen Völkern Namibias eine solche Initiative ins Leben rufen. "Vieles aus den alten Kulturen ist bereits verloren gegangen. Es wird viel Arbeit und Hilfe aus der Bevölkerung notwendig sein, um wenigstens Teile der Vergangenheit wieder für alle zugänglich zu machen". Sybille Schott##Mehr Infos: Werner Pfeiffer, Tel.: 081-279 9278, werner@mweb.com.na##Touristische Angebote im Dorf Grashoek#1. Buschwanderung, 2 h, N$ 50 p.P.#2. Hochzeitszeremonie, 2 h, N$ 200 pro Gruppe#3. Singen, Tanzen und Spielen, 2 h, N$ 200 pro Gruppe#4. Traditionelle Kunst, 4 h, N$ 100 p.P.#5. Verbringen Sie einen Tag mit uns, N$ 200 p.P.#6. 2-Tages-Ausflug in die Wildnis, N$ 1500 pro Gruppe#7. Besuch im Dorf Grashoek, 1h, N$ 50 p.P.???A€??+???)??????A¨??+???)??????A??+???)??????A?+
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