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Vom  8.01.2009

Richtiges Verhalten an Checkpoints in Namibia

© AZ
Um mit Gerüchten zuverlässig Schluss zu machen und ein wenig (Über-) Lebenshilfe für Namibia mit auf den Weg zu geben, hier ein Betrübsanleitung für das Verhalten an den Checkpoints: Man sollte sich einem Kontrollpunkt laut hupend und mit hoher Geschwindigkeit nähern. Kurz vor der weißen Stop-Linie dann beherzt in die Eisen gehen. Die einheimischen Beamten merken so sofort, dass sie einen wahren Könner am Steuer vor sich haben, der über viele tausend Autobahnkilometer Erfahrung verfügt.
Sie müssen dann in der Regel ihren internationalen Führerschein vorlegen, obwohl viele Polizisten auch gut sichtbare Tätowierungen oder ein Körperpiercing akzeptieren. Die Kontrollpunkte sind videoüberwacht und die verdutzten Gesichter der Touristen, wenn ihr nationaler Führerschein wegen Ungültigkeit zerschnitten wird, sind alljährlicher Höhepunkt der Großbildleinwand auf der Weihnachtsfeier im Polizeipräsidium.

Das Englisch dieser Beamten ist ein förmlicher Stil voller komplizierter Redewendungen und rhetorischer Schnörkel, bis hin zu Worthülsen, die im Wesentlichen aus Spucken bestehen. Nur wenige Worte vermögen dieses Sprachmischmasch zu beschreiben. „Besänftigend“ und „informativ“ gehören nicht dazu. Sie wirken manchmal verwirrt und aggressiv, weswegen sie leicht mit Taxifahrern verwechselt werden.

Selten hat ein Beamter Dienst mit genau der richtigen Mischung aus geziemenden Eifer und kriecherischer Demut, den man von ihm erwartet. Vor kurzem wurde ein Polizist strafversetzt, nachdem er einen Gast angelächelt hatte. Die Höflichkeit ändert sich auch je nach Tageszeit, Sprechrichtung und dem Geschlecht der Besprochenen.
Weibliche Beamte berühren auch gerne den Kopf von blonden Kindern, weil sie glauben, dass es ihnen Gold bringt. Männliche Beamte berühren auch gerne die Brüste einer blonden Frau, weil sie glauben, dass es ihnen Vergnügen bringt.

Eine Durchsuchung des Wagens wird häufig vom Geräusch sich rasch entfernender Menschen begleitet, weil zuweilen eine vorläufige Erschießung angeordnet wird. Die Durchsuchung dauert nur wenige Sekunden bis hin zum Ende der Munitionsvorräte. Die Grenzen zwischen Gast und Geisel sind hier fließend. Während der Untersuchung wird oft ein Buschmann als Wegfahrsperre ans Auto geklemmt.
Nutzen Sie einfach die langen Wartezeiten und schauen Sie sich zum Beispiel an, wie ein in herkömmlicher Tracht gekleideter Nama auf sein Maultier einprügelt.

Checkpoints von Nord nach Süd:
Es herrschen bei einer Querung von Nord nach Süd strenge Quarantänevorschriften, weshalb Reisende keine Haustiere mitbringen dürfen, es sei denn, sie sind zum persönlichen Verzehr gedacht. Hierbei wird sogar das Handschuhfach durchsucht und die Stelle, an der normalerweise das zweite Ersatzrad untergebracht ist. Nicht durchsucht werden die Dachzelte, die somit mit Fleischwaren aller Art, Milch, Käse und Butter vollgeladen gehören. Bestechungsgelder werden bei Verstößen von den Beamten nicht akzeptiert - es sei denn, man bezahlt sie dafür.

Checkpoints von Süd nach Nord:
Verlässt man die Checkpoints in Richtung Norden, kann man hier auch Namibia Dollar in Glasperlen eintauschen. Man wird in der Regel genötigt, direkt vor Ort hergestellte Antiquitäten käuflich zu erwerben.
Wer mit Lufthansa Gold Card bezahlt, wird dazu gezwungen, den Bon sofort herunterzuschlucken. Nicht selten wird man dabei an einem Starthilfekabel angeschlossen.
Touristen dürfen bis zu einem Liter Alkohol in Flaschen oder Blutkreislauf bei sich führen.
Wer pornographisches Material mit sich führt, muss es hier auch deklarieren und ggf. für die Polizeibeamten vervielfältigen.
Die Beamten am Checkpoint sind - wie die Himbas - sehr abergläubisch und überzeugt davon, dass es Peck bringt, ohne vorherige Bezahlung fotografiert zu werden.
Kurz gesagt, versuchen sie es mit Höflichkeit und lassen sie sich überraschen, wie weit sie damit kommen.

Carsten Möhle
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