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Vom 28.08.2007

Leuchttürme der ganzen Welt für 48 Stunden aktiviert

Wenn sich einmal im Jahr die Funkamateure weltweit unter den schätzungsweise 350 Leuchttürmen treffen, laufen die Bänder heiß. „Weil wir dann die Leuchttürme auf unserem Planeten aktivieren“, so der Präsident der namibischen Funkamateure, Karl-Heinz Stier aus Windhoek.

© Hannelore Krikkis
Die „Strippenzieher“ unter dem Leuchtturm beim Aufbau der Antenne.
Swakopmund. „Heute dürfen wir mit der modernsten Technik arbeiten“, schmunzelte Michael Rudloff aus Windhoek beim Aufbau der Sendestation und deutete auf drei
Geräte hin: ICOM 756 Pro111, Yaesu – FT 1000 MP, Marke V, sowie Aluinco – EP 3030 Field. Diese Geräte bildeten für zwei Tage das Herz der Station im Swakopmunder Leuchtturm anlässlich des internationalen Ligthhouse Wochenendes im August. „Für den Gegenwert dieser Geräte kann man sich schon ein Auto kaufen“, so der studierte Elektroniker.
 
„Für die Funkamateure ist das jedes Mal ein ganz besonderer Tag, wenn sie über den Äther Kontakt mit der ganzen Welt herstellen, von Namibia, über Australien, Europa bis hin nach Amerika. Wir sprechen dann nicht nur mit den Leuten, die auf den Leuchttürmen sind, sondern auch mit jedem anderen Amateurfunker, der Verbindung mit uns sucht“, fügte Karl Heinz Stier, seit fünf Jahren Präsident der Namibianischen „Amateurliga“, hinzu.
 
Und Michael Rudloff, dessen Ehefrau Edith das Hobby ihres Mannes unterstützt, spricht vom Erkennungszeichen jedes Funkamateurs: „Der mindestens zehn Meter hohe Turm mit der Antenne hinterm Haus“ und fährt fort: „Viele von uns haben sogar zwei Antennen, ich baue mir zurzeit sogar eine dritte“.
 
Der Funkverkehr läuft in der Regel bei solchen Veranstaltungen über 1.8 bis 30 MHZ. „Es gibt vorgeschriebene Bänder“, erläuterte Rudloff: „Zehn, 14, 15, 20, 40 und 80 Meter.“ Die gängigsten seien die 20 Meter-Bänder, „und Karl-Heinz Stier fügte hinzu, „damit werden wir heute vorwiegend arbeiten“. Das Spannendste sei jedes Jahr aufs Neue, dass man mit Freunden spreche, die man persönlich noch nie kennen gelernt habe.
© Hannelore Krikkis
Kontakt hergestellt? Namibias Funkamateure im Einsatz: (vorne v.l.n.r.) Michael Rudloff, Karl-Heinz Stier, (hinten v.l.n.r.) Paul Hiestermann, Hein Bertram und Wolfgang Gradewald.
Funkamateure machen ihre Arbeit gründlich. So auch diesmal wieder in Swakopmund unter dem Leuchtturm mit seinen 116 Stufen. Jedes Gespräch wird genau protokolliert. Das legen übrigens die Richtlinien der Funkamateure so fest: Notiert werden muss das vorgeschriebene Rufzeichen der Station, die Frequenz auf der gearbeitet wird, das Signal mit dem der Teilnehmer empfangen wird sowie die genaue Uhrzeit.
 
„Aufregend und interessant sei es diesmal allemal gewesen“, zogen die namibischen Funkamateure ihr Fazit. Von Samstag 0.01 Uhr bis Sonntag 23.59 Uhr im 48 Stundeneinsatz, hatten sie 36 Kontakte „Beim letzten Mal seien es allerdings beinahe doppelt so viele gewesen“, so Stier
 
„Wir Funkamateure sind keine Außenseiter, wohl aber ein Menschenschlag mit besonderen Eigenarten“, gibt Stier zu. Ziel der Namibianischen Funkamateure sei es, mehr junge Menschen für das Funken zu gewinnen. Dazu will er künftig enger mit den Pfadfindern zusammen arbeiten. Zum Team in Swakopmund zählten unter anderen auch Paul Hiestermann aus Windhoek, Lettithea und Pierre Breitenbach aus Walvis Bay, die beim Auf- und Abbau kräftig mit anpackten. Zu erreichen waren die Funkamateure aus Namibia in Swakopmund unter dem Rufzeichen V 55 SWK - L (Ligthhouse).
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