
Sehen der Reisegeschäft voller Erwartung und Zuversicht entgegen – v.l.n.r.: Neville Gertze (namibischer Botschafter in Berlin), Tourismusministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah und Maureen Posthuma (Leiterin des NTB-Büros in Frankfurt/M.) am Namibia-Stand der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin.
Berlin – Jetzt sei die Zeit, das Land noch stärker zu vermarkten, betonten mehrere Namibia-Repräsentanten zum Auftakt der ITB 2009, die gestern begonnen hat. Die erneute Teilnahme an der ITB soll dazu dienen, das Land bekannter zu machen, Netzwerke zu etablieren und zu stärken sowie schließlich mehr Einkommen für Namibia zu generieren, sagte Erika Akuenje, Vorstandsvorsitzende des Namibischen Tourismusrates (NTB). Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Branchenvertreter sowie die Namibia-Freunde die Krise meistern und sich nach vorn bewegen würden.
Tourismusministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah wies darauf hin, dass die Regierung seit der Unabhängigkeit mit der Wahrung von Frieden und Stabilität ein geeignetes Umfeld für die Geschäftswelt geschaffen habe, auch für den Tourismus. Sie sicherte den Branchenvertretern „die volle politische Unterstützung unserer Regierung“ zu.
„Unser Naturschutzprogramm ist ein Markenzeichen geworden“, fügte die Ministerin hinzu und erklärte, dass diese Philosophie von der Regierung fortgesetzt werde, „damit Namibia ein attraktives Land bleibt“. Als Beispiel nannte sie den Sperrgebiet-Nationalpark im Südwesten, der erst vor wenigen Wochen offiziell eingeweiht wurde. Wer für Namibia Werbung mache, vermarkte „ein Super-Produkt“, sagte Nandi-Ndaitwah zuversichtlich und forderte alle Messeteilnehmer auf, ihr Bestes zu geben, damit die Tourismusbranche weiter wachsen könne.
Auch Kosmas Egumbo, Geschäftsführer der Fluggesellschaft Air Namibia, sprach von Stabilität in seinem Geschäftsbereich. Nach einem mäßigen Jahresstart habe man im Februar 2009 einen Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat registriert, erklärte Egumbo. Habe man vor einem Jahr noch über zwei zusätzliche Flüge in der Hochsaison auf der Route Windhoek – Frankfurt/M. – Windhoek nachgedacht, so seien diese Pläne nun wegen des erwarteten Rückgangs im Reisegeschäft freilich vom Tisch. Aber: „Wir wollen die Frequenz nicht reduzieren“, stellte der Air-Namibia-Chef klar. Er erklärte, dass die Fluggesellschaft bei der Preispolitik „sehr vorsichtig“ sei und zeigte sich zuversichtlich, dass man den Sturm der Krise „überstehen und nächstes Jahr wieder wachsen“ werde.
Die Krise biete eine ideale Gelegenheit, das Land zu vermarkten und eine Neupositionierung vorzunehmen, sagte Tobie Aupindi, Geschäftsführer von Namibia Wildlife Resorts (NWR). Dafür biete die ITB eine „ideale Plattform“, denn „Deutschland ist der Markt, mit dem wir Geschäft machen“, so Aupindi.
Auch Reiseveranstalter Michael Iwanowski (Iwanowski´s Reisen) rief zu erhöhten Marketinganstrengungen auf, um noch stärker aus der Krise hervorzugehen. Der jetzige Erfolg von Namibia als Reiseland sei „das Resultat von gutem Marketing in den Vorjahren“, sagte Iwanowski und erklärte, dass die Nachfragen und Buchungen in seinem Unternehmen „bislang noch sehr hoch“ seien. Der Reiseveranstalter warnte jedoch vor Preiserhöhungen in der Branche – dafür sei jetzt nicht die richtige Zeit.
NTB-Geschäftsführer Digu //Naobeb sprach von der notwendigen Anpassung an den Wandel in der jetzigen Situation. Der Tourismusrat habe bereits seine Fühler ausgestreckt, um Namibia-Werbung in den skandinavischen, baltischen und osteuropäischen Ländern zu verstärken, so //Naobeb.
Die ITB 2009 zeigt sich ohne deutlichen Ausstellerrückgang fast unberührt von der globalen Krise. Die Messe dauert bis 15. März an, wobei die ersten drei Tage ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten sind.