Auch wenn die Nachfrage nach der Trophäenjagd in Namibia während der vergangenen drei Jahre um bis zu 40 Prozent zurückgegangen ist, wie aus der Branche gemeldet wird, dürfte dieser schwankende Trend den wesentlichen Wert des Wildbestands nicht beeinträchtigen. Der Jagdtourismus gehört allerdings generell in die Luxusklasse des Fremdenverkehrs und wird zu allererst berührt, wenn die Wirtschaft in einem oder mehreren der Entsendeländer kränkelt oder gar dem Kollaps nahesteht, wie 2008/2009, als die USA im eigenen Land und in der westlichen Welt die so genannte globale Finanzkrise ausgelöst haben, derweil europäische Länder des Mittelmeerraums in ihre eigenen Krisen geschliddert sind und in der EU Angst verbreiten. Die Wirtschaftskrise der USA, die noch nicht wirklich behoben ist, hat gewiss die Anzahl der Jagdtouristen gedrosselt, die nach intensiven Werbeaktionen des vergangenen Jahrzehnts einen beachtlichen Anteil unter ausländischen Jägern in Namibia eingenommen haben.Viele Jagdfarmen sind jedoch flexibel, so dass sie - sollte die gewohnte Zahl der Jagdgäste ausbleiben - auch den Urlauber, Safari-Reisenden oder Fototouristen bedienen können, für den die Artenvielfalt unter den Wildtieren als Zierde der Landschaft noch wichtiger scheint als für den Jäger, der nach der ausgesuchten Trophäe pirscht.
Die Bedeutung der Wild- und Weidewirtschaft, der Hege und Nutzung des Wildbestands haben während der vergangenen vier Jahrzehnte Schritt für Schritt mehr Bedeutung gewonnen. Ein entscheidender Faktor war die Verordnung Nr. 31 von 1967, als das Wild auf den kommerziellen Farmen - ausgenommen streng geschützter Wildarten - in den Besitz des Farmers wechselte. Damit wurde die systematische Trophäenjagd überhaupt erst möglich und es entstand die Möglichkeit das Jagdrecht zu verpachten. Der gestiegene Wert des Wildes führte zur gründlicheren Hege und somit zur Vermehrung des Wildbestands außerhalb der Wildreservate und der Nationalparks, dass heute mindestens doppelt soviel Wild auf kommerziellem und zunehmend auch in kommunalen Hegegebieten zwischen Landwirten und kleineren Kommunen anzutreffen ist wie in den reinen Wildschutzgebieten.
Mit dem grenzübergreifende Naturschutzgebiet KAZA TFCA (Kavango Zambesi Transfrontier Conservation Area) fünf benachbarter SADC-Staaten gelangt die Bedeutung des Wildes erneut auf eine höhere Ebene. Der Naturpark umfasst 444000 Quadratkilometer und schließt Flussabschnitte, Feuchtgebiete und Savanne von fünf Ländern ein: Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe. Es handelt sich um das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet der Welt mit einer vergleichbaren Größe von Schweden. Die vorhandenen und entstehenden Großräume für Naturschutz, Wildhege und Nutzung legen allen beteiligten Ländern eine große Verpflichtung auf, die sich um die Existenzgrundlage der Einheimischen und um das das einzigartige Naturerlebnis auswärtiger Besucher dreht.










