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Vom  3.02.2011

Meilenstein für den Naturschutz

Namibia hat einen Meilenstein erreicht, was den Naturschutz betrifft – und ehrlich gesagt: Es war höchste Zeit. Nach jahrelanger Planung, Arbeit und zahllosen Treffen wurde das ehemalige Westküstenerholungsgebiet von der Mündung des Ugab-Riviers bis zur Grenze des Namib-Naukluft-Parks zu einem Nationalpark proklamiert. So wurde am
1. Dezember 2010 der Dorob-Park geboren. Dorob bedeutet in der Khoekhoegowab-Sprache soviel wie trockenes Land.

Namibia hat damit in der Welt neue Maßstäbe gesetzt und besitzt nun den achtgrößten Nationalpark der Welt, genannt Namibia-Skelettküsten-Nationalpark. Dieser gigantische Park besteht aus den bestehenden Namib-Naukluft-, Skelettküs-ten-National- und Sperrgebiet-Nationalpark sowie dem neuen Dorob-Park. Zudem verfügt Namibia nun hinter dem Krüger-Nationalpark in Südafrika und dem Serengeti-Nationalpark in Tansania über den größten Park in Afrika. Obwohl in Namibias gigantisches Naturschutzgebiet, das sich über 1570 Kilometer erstreckt und 10754 Mio. Hektar (107540 Quadratkilometer) abdeckt, die Tier- und Pflanzenwelt nicht mit anderen weltberühmten Parks vergleichbar ist, bietet der hiesige Park viel Einzigartiges. Von den kleinsten Überlebenskünstlern, den feinsten Käfern in den Dünen, bis zu den verschiedenen Reptilien sowie wüstenbeständigen Antilopen können sich Touristen auf eine einmalige Reise vorbereiten.

Leider hat es bei der Proklamation des neuen Parks an Öffentlichkeitsarbeit gehapert und die Gemüter vieler Küstenbewohner sind noch immer am Kochen. Zunächst traten wortwörtlich über Nacht die Regeln anderer Parks im neuen Gebiet in Kraft, wonach das Spazierengehen mit Hunden im Swakop-Rivier untersagt wurde. Bei einem Vorfall wurde ein Hund fast erschossen.
Doch was erwartet man von einem 20 Jahre alten Schwellenland? Die Justiz in Namibia hinkt, Gerichtsprozesse beanspruchen eine Unmenge an Zeit und beim Innenministerium herrscht ohnehin permanent Chaos. Dennoch hat sich das junge Namibia diesen Meilenstein gesetzt, der den Tourismus ohne Zweifel fördern und das empfindliche Gebiet zwischen Walvis Bay und Swakopmund, wo beispielsweise die Damara-Seeschwalbe brütet, beschützen wird – zumindest ist das eines der Ziele dieser Proklamation.

„Die Proklamation dieses Gebiets macht eine große Leistung des Naturschutzes seit der Unabhängigkeit im Jahr 1990 deutlich“, heißt es in der offiziellen Erklärung des zuständigen Umweltministeriums. Schließlich wurde der Park nicht geschaffen, um namibische Bürger zu irritieren und gilt auch ansonsten nicht als Anschlag gegen die Küstenbewohner. Eines der Hauptziele des Parks ist die künftig strengere Kontrolle von Quadbike-, Motorrad- und Auto-Fahrern, die vor allem in der Ferienzeit verheerenden Schaden anrichten. Schließlich will man die Natur erhalten, so dass die Kinder, Enkel und Urenkel eines Tages auch eine Oryxantilope beim Weiden oder eine Hyäne durch die Dünen schleichen sehen können. Niemand will dazu in ein Museum reisen müssen, wo auf einem Schildchen unter dem ausgestopften Tier steht: „Hyäne, ausgestorben im Jahr 2015. Grund: Wir haben keinen Dorob-Park proklamiert.“
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