Inzwischen leben über sieben Milliarden Menschen auf der Erde, die Nahrung, Wasser und Energie benötigen und dazu die natürlichen Ressourcen des blauen Planeten nutzen. Doch immer mehr Menschen brauchen immer mehr Ressourcen und dass hinterlässt Spuren in der Natur: Tiere werden aus ihrem natürlichen Lebensräumen verdrängt oder sterben im schlimmsten Fall aus, Pflanzen verschwinden. Durch Umweltverschmutzung und technischen Fortschritt kommt es zur Erderwärmung und letztendlich stellt sich die Frage, ob der Mensch sich nicht langfristig selbst ausrottet, weil das Gleichgewicht zwischen der Nutzung und dem Erhalt der Umwelt aus den Fugen geraten ist. Mutierende Krankheitserreger und Naturkatastrophen sind dafür vielleicht erste Anzeichen.
In Namibia leben lediglich rund zwei Millionen Menschen auf ca. 824000 Quadratkilometer. Es gibt also viel Platz für wenig Einwohner. Noch kann das Sonnenland mit unberührter Natur, einer vielseitigen Fauna und Flora sowie Naturvölkern wie den San oder Himba werben. Es lockt damit jedes Jahr wiederum rund eine Million Menschen aus aller Welt. Aufgrund des Wassermangels, der Abhängigkeit in der Stromversorgung und dem sensiblen Ökosystem ist der Tourismus aber eine Belastung für die Umwelt. Immer mehr Lodges und Tourunternehmen entstehen und wollen einen Teil vom Tourismuskuchen abhaben, wollen mitverdienen an der Ressource Natur und achten dabei nicht immer (genug) darauf, welche Auswirkungen damit verbunden sind.
Immer weniger Platz bleibt Tieren, Pflanzen und Naturvölkern für ihre Existenz. Doch gerade die Natur ist es ja, die Namibia so einmalig macht. Wird sie zerstört, kommen auch keine Touristen mehr. Öko ist also keine Worthülse, sondern ein Muss! Einige der hiesigen Tourismusunternehmen haben das erkannt und sind bemüht, das Gleichgewicht zwischen Nutzung und Erhalt der Natur zu bewahren oder wieder herzustellen. Mit der Einführung des Umweltstandards „Eco-Awards“ im Jahr 2007 wird dieses Engagement auch gewürdigt. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, der hoffentlich viele Andere anspornt und zum Umdenken motiviert. Bis jetzt haben sich 29 Unternehmen mit dem „Eco-Awards“ zertifizieren lassen und erfüllen demnach gewisse Umweltnormen. Sie achten auf das Gleichgewicht zwischen dem Erhalt des sensiblen Ökosystems und dem gewinnorientierten Arbeiten. Dies muss noch viele Nachahmer finden. In dieser Ausgabe finden Sie ein paar Beispiele und Anregungen dazu.
Doch es ist nicht nur der Tourismus, der das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen bringen kann. Jeder einzelne Einwohner sollte sich der Bedeutung dieser einmaligen Ressource bewusst sein und eine nachhaltige Lebensweise anstreben. Mülltrennung sowie sorgsamer Umgang mit Wasser und Energie sind nur wenige, kleine Dinge im Alltag, die aber, wenn jeder Einzelne sie beachten würde, viel bewirken könnten. Organisationen wie NEWS, die sich dem Erhalt der Umwelt verschrieben haben, müssen zunächst das mangelnde Bewusstsein für die Natur unter der hiesigen Bevölkerung überwinden, bevor sie Umweltbelange in den Alltag integrieren können. Mittlerweile zählt jeder Tag und es könnte zu spät sein, wenn der Mensch erst dann mit dem Umzudenken beginnt, wenn er am Abgrund steht.