Bevor das Jahr 2007 auf sein Finale zusteuerte, wurde es noch mal hektisch für namibische Tourismusakteure. Aufmerksamkeit, Konzentration und harte Arbeit waren gefragt, um den Bekanntheitsgrad von Namibia als Reiseziel auf hohem Niveau zu halten und wenn möglich zu steigern. Verschiedene Veranstaltungen haben überdies die Attraktivität weiter gesteigert.
Im November boten die Reisemessen in London (World Travel Market, WTM) und im chinesischen Kunming (China International Travel Mart, CITM) eine geeignete Plattform zur Werbung. Während das Sonnenland auf der WTM schon ein Dauergast ist, hat Namibia erstmals seine Fühler nach Asien ausgestreckt. Allein China ist ein gewaltiger Markt, der für Namibias Reisebranche einen großen Schub darstellen könnte. Freilich gibt es noch Startschwierigkeiten, fest steht aber: Es wird ein Wandel stattfinden. Die ersten Schritte sind getan.
Klotzen statt kleckern hieß es also mit der Messepräsenz, während das Jubiläumsjahr des 100 Jahre alten Etoscha-Nationalparks ganz leise und unspektakulär zu Ende geht. Es war ein spannendes Jahr für den Naturschutz, der sich vor neuen Herausforderungen sieht. So urteilen die Experten, die sich auf Seite 3 äußern. Zur fortwährenden Naturschutzarbeit gehört auch das Beringen von Aasgeiern, die jüngsten Aktivitäten im Etoscha-Nationalpark und Namib-Naukluft-Park gab es im November (Seite 5).
Im Kontext mit Etoscha sorgt allein die neue, seit 1. November gültige Preisstruktur des staatlichen Unternehmens Namibia Wildlife Resorts (NWR) für die Unterkünfte im Park noch für Wirbel. Auch wenn eine stichhaltigen Bilanz wegen der kurzen Zeit noch nicht möglich ist, so lässt sich doch eine klare Tendenz erkennen: Den Tourismusanbietern und ihren Kunden schmecken die neuen Preise überhaupt nicht (Seite 6). Die Folge: Etoscha wird nicht mehr so oft und nicht mehr so lange als Übernachtungsziel angesteuert. Das wirft nicht nur einen Schatten auf NWR, sondern auf die gesamte Tourismusbranche Namibias, die sich des Beigeschmacks der „Abzocke“ erwehren muss. Erfreulicherweise, so war in den vergangenen Tagen zu vernehmen, hat NWR bereits Kompromisse angekündigt, um Reiseveranstaltern entgegen zu kommen. Das ist ein positives Signal. Denn am Ende freilich bestimmt immer die Akzeptanz des Kunden, ob an Angeboten nachgebessert werden muss. Wir werden an dem Thema dranbleiben.
Von Anfang an sehr positiv aufgenommen wurde die Eröffnung der Grenzposten Mata Mata (Kalahari) und Sendlingsdrift (Groß-Namaqualand). An historischen Stellen haben die Nachbarn Namibia und Südafrika somit ein Zeichen für grenzüberschreitenden Reiseverkehr gesetzt (Seite 7).
Namibias Reisebranche bleibt dynamisch. Doch wir müssen uns auch Zeit zum Durchatmen gönnen. Der Dezember eignet sich dafür. Eine besinnliche und gesegnete Weihnachtszeit wünscht Ihnen