Die Dynamik in der namibischen Tourismusbranche hält weiter an. Beredtes Beispiel dafür sind verschiedene Initiativen, die in diesen Tagen und Wochen hierzulande zu erkennen sind.
Ende Mai haben wir in der Hauptstadt erneut eine Reisemesse (Namibia Tourism Expo) auf hohem Niveau erlebt – sowohl, was die Organisation und Durchführung der Messe, als auch die Angebote der Aussteller angeht. Rund 14400 Besucher kamen an mehreren Tagen zum Ausstellungsgelände und haben somit bewiesen, dass das Interesse an Urlaub im eigenen Land ungebrochen groß ist. Erfreulicherweise gab es diesmal verstärkt Angebote für hiesige Touristen – selbst der namibische Tourismusrat hatte dazu eine eigene Initiative gestartet. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise wird dieses Standbein immer wichtiger – und die Namibier werden es der Branche danken, dass sie etwas stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.
Offenbar beflügelt von der Notwendigkeit und dem Erfolg, die hiesigen Unternehmen der Öffentlichkeit vorzustellen, kommt jetzt eine neue Initiative aus Okahandja. Dort findet am ersten Juli-Wochenende ebenfalls eine Messe statt. Unter dem Titel Okahandja Tourism & Trade Expo sollen die wirtschaftlichen und touristischen Potenziale der Stadt vorgestellt und möglichst auch erweitert werden. Unternehmen stellen hier sich selbst sowie ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Man will einander kennenlernen und ins Gespräch kommen – eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Impulse sowie potenzielle Kooperationen und Investitionen. Das ist gutes Stadtmarketing und den Veranstaltern sei deshalb eine erfolgreiche Premiere mit vielen Besuchern und fruchtbaren Gesprächen gegönnt.
Indes investiert der Gastgewerbeverband (HAN) viel Arbeit und Geld, um mit verschiedenen Initiativen die Tourismusbranche zu beleben. Das wurde jüngst bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes deutlich. So bekräftigten die Mitglieder das Engagement im Kampf gegen Verbrechen. Dazu wurde bereits im Vorjahr ein spezieller Kriminalitäts-Fonds eingerichtet, aus dem diverse Projekte zum Schutz der Namibier im Allgemeinen und der Touristen im Besonderen finanziert werden sollen. Daneben sollen die guten Beziehungen zur Polizei, besonders zur Schutzeinheit für Touristen, sowie zur Windhoeker Stadtpolizei ausgebaut werden.
Überdies verpflichtet sich HAN auch weiterhin der Aus- und Weiterbildung von Personal im Gastgewerbesektor. Der Verband pflegt enge Beziehungen zur Hotelschule am Windhoeker Polytechnikum, zur Akademie für Gastgewerbe und Tourismus sowie zur Ausbildungsbehörde. Erst 2008 wurden 23 jungen Namibiern Grundkenntnisse des Gastgewerbes und des Kochens vermittelt. Damit nicht genug: Um Wissensvermittlung geht es auch bei der neuen Kampagne mit der Bezeichnung „Tourism Awareness Manual“. Dabei soll vor allem bei Oberschülern das Interesse für Berufe im Tourismussektor geweckt werden – zum Beispiel durch spezifische Unterrichtsstunden an Oberschulen und Tagespraktika bei Tourismusbetrieben.
All diese Initiativen machen deutlich, dass die Reisebranche nicht still steht – eine Dynamik, die vor allem einem Ziel dient: einem zufriedenen Touristen.