Rund 11000 Aussteller aus etwa 180 Ländern, 150000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und erwartete 180000 Besucher, darunter mehr als 100000 Fachbesucher – die Internationale Tourismus-Börse (ITB) 2008 in Berlin lässt schon allein durch diese Zahlen aufhorchen. Es ist die größte Messe dieser Branche in der Welt, eine Veranstaltung der Superlative. Und Namibia ist – wie immer – mit dabei. Die Welt schaut also auf Namibia.
Für jedes Land bzw. jede Region gilt die ITB als wichtigste Veranstaltung und gehört zum Pflichtprogramm, wenn es um die Vermarktung von Reiseangeboten und –zielen geht. Hier werden Trends gesetzt, Kontakte gepflegt, neue Partner gefunden und touristische Pakete für das Folgejahr geschnürt. Was kann man am Namibia-Stand erwarten? Der Namibische Tourismusrat (NTB) stellt alle Pläne und Aktivitäten unter das Motto „Namibia – ein Qualitäts-Reiseziel“ (Seite 31). Die Renovierung der Rastlager im Etoscha-Nationalpark soll dafür als ein Beispiel dienen. Gewiss, auch wenn das Konzept von Namibia Wildlife Resorts (NWR) viel diskutiert und kritisiert wurde – die Qualität der Unterkünfte ist entschieden gestiegen. Und damit auch die Preise, was immer noch verdaut werden muss. Einen weiteren Weg will das staatliche Unternehmen NWR in diesem Jahr einschlagen, indem Kooperationen eingegangen werden. Diverse Rastlager sollen von privaten Firmen betrieben werden. Auch dort sind Investitionen dringend notwendig. Eine Investition von immerhin einer halben Milliarde Namibia-Dollar verspricht einen ganz neuen und sehr verlässlichen Akzent der Qualitätsoffensive: Der Einstieg der Kempinski Hotel AG in Namibia. Die traditionsreiche und renommierte Hotelgruppe soll hier vier Häuser/Standorte betreiben – und sie wird Details des Konzepts auf der ITB vorstellen.
Die März-Ausgabe des Journals „Tourismus Namibia“ ist wegen der hohen Aufmerksamkeit in Berlin wieder besonders stark und vielseitig – wie das Land selbst. Wir zeigen zum Beispiel, dass man Namibia mit einer Portion Abenteuerlust auch auf zwei Rädern erkunden kann (Seite 3). Noch mehr Ruhe, Freiheit und Abgeschiedenheit gibt es jedoch hoch oben am Himmel, wo Segelflieger ihre Runden drehen und nebenbei Rekorde purzeln lassen. Dreh- und Angelpunkt dafür ist die Farm Bitterwasser, die weltweit den Kennern dieses Sports ein Begriff ist (Seite 8). Die terrestrischen Routen bleiben aber nach wie vor die populärsten und deshalb meistgewählten in Namibia. Wir laden ein zu einer Reise in den Caprivi, der sich nach wie vor – gerade weil noch nicht so sehr bekannt – als Reiseziel lohnt (Seite 17). Wachsendes Interesse von Besuchern erhoffen sich ebenfalls kleine Unternehmen, die zum Beispiel auf geführten Touren durch Kuisebmond eine ganze andere, aber nicht weniger facettenreiche Seite der Hafenstadt Walvis Bay zeigen (Seite 11).
Dabei behalten wir stets die Ereignisse im Nachbarland Südafrika im Blick. Nur noch gut zwei Jahre sind es bis zur Fußball-Weltmeisterschaft, der ersten auf diesem Kontinent. Dass Namibia von diesem Großereignis profitieren will und kann, ist ein häufig geäußerter Wunsch. Doch von allein tut sich nichts, und Namibia scheint in Sachen WM-Vorbereitung noch in der Kabine zu sitzen. Das macht eine Analyse in den Bereichen Sport und Tourismus deutlich (Seite 33). Die ITB 2008 wird hoffentlich neue Impulse geben, damit Namibia nicht den „Anpfiff“ verpasst, wenn die Welt erneut auf Südafrika und das Sonnenland schaut.