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Air Namibia

 

Vom  6.08.2009

Auf dass die Kleinen groß herauskommen

Klein, aber oho! So scheint die derzeitige Devise auf dem namibischen Tourismusmarkt zu lauten. Denn es sind gerade die kleinen Orte, die zurzeit nach vorne preschen und verstärktes Engagement zeigen, um aus dem Schatten der touristischen Hochburgen des Landes, Windhoek und Swakopmund, herauszutreten.

Da ist zum Beispiel Okahandja. Die 15000-Seelen-Kleinstadt 70 Kilometer nördlich Windhoeks wagte etwas Neues – und wurde für seinen Mut erfreulicherweise belohnt. Anfang Juli lud sie zur ersten Okahandja Tourism & Trade Expo ein und erzielte damit einen großen Zuspruch. Nicht nur 80 Aussteller von nah und fern nahmen das Angebot an, sich präsentieren zu können, sondern auch über 4000 Besucher kamen, um sich zu informieren und zu feiern. Doch das ist noch nicht alles. „Yes we can!”, rufen die Bürger und die Bürgermeisterin nach Barack-Obama-Vorbild gemeinsam im neuen Werbevideo der Stadt. Daneben hat diese auch einen neuen Entwicklungsfonds und einen Strategieplan für die nächsten fünf Jahre aufgestellt. Das klingt alles nach Aufbruch, nach Tatendrang, nach Verbesserungswille und hat ein großes Ziel: Okahandja touristisch und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Im Strategieplan lässt die Kleinstadt sogar verlauten, „ein industrieller Mittelpunkt Namibias und ein Touristenmagnet im südlichen Afrika“ werden zu wollen.
Ein Kunstzentrum ist dagegen schon jetzt Omaruru. Doch diese Entwicklung ging auch nicht von heute auf morgen. Die 5000-Seelen-Gemeinde, 250 Kilometer nordwestlich von Windhoek am gleichnamigen Fluss gelegen, wirkte sogar lange Zeit verschlafen und war nicht viel mehr als eine Durchreisestation. Doch sie hatte und hat etwas, was sie von anderen Orten unterscheidet – viele Künstler. Und genau darauf besann sich Omaruru nach und nach, mauserte sich immer mehr zum kleinen und angenehm gepflegten Künstlerort in Namibia – was sich natürlich bei Touristen schnell herumgesprochen hat. Anstatt durchzudüsen, verweilen sie ein bisschen, gerne auch über Nacht. Und das ist gut so!

In den nächsten Tagen und Wochen steigert sich das Erlebnispotenzial sogar nochmal um ein Vielfaches, will Omaruru so richtig durchstarten. Am ersten September-Wochenende lädt die Stadtverwaltung zum großen ersten und namibiaweiten „Arts, Music and Cultural Festival“ ein. Doch es sind nicht nur die öffentlichen Behörden, die die Stadt puschen, sondern auch und vor allem die privaten Künstler selbst und die Vereine. So öffnet die gebürtige Dänin Hanne Marott Alpers zum Beispiel bereits am 29. August ihren privaten, wunderschönen Garten für Publikumsverkehr, stellt dort jedoch nicht nur ihre aus Schrott gefertigten Werke, sondern auch die von schwarzen Künstlern aus.

Bleibt dem Festival und auch dem Garten nur noch viele, viele Besucher zu wünschen. Ja, allen diesen erfreulichen Initiativen in Oma-ruru, Okahandja oder anderswo sei viel Erfolg gegönnt. Auf dass die „Kleinen“ ganz groß herauskommen. Denn das nützt genauso den „Großen“ und dem ganzen Tourismusland Namibia.

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