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Vom  7.08.2008

„Andere können es besser“

Es war ein echter Paukenschlag, der Ende vergangenen Monats bei der Unterzeichnung von mehreren Abkommen zwischen dem staatlichen Unternehmen Namibia Wildlife Resorts (NWR) und diversen privaten Firmen zu vernehmen war. Vertraglich wurde dabei besiegelt, was bereits vor Monaten angekündigt wurde: NWR verpachtet verschiedene Standorte bzw. Rastlager sowie alle eigenen Tankstellen an private Partner.

Private Public Partnership (PPP) heißt diese Form der Zusammenarbeit, die für alle Beteiligten Vorteile bringt. In erster Linie sahnt NWR kräftig ab. Denn das Unternehmen hat nicht nur eine Vertragsabschlussgebühr von insgesamt 7,4 Mio. N$ kassiert, sondern bekommt fortan monatlich eine Pacht in Höhe von 111500 N$ plus zehn Prozent vom Gesamtumsatz. Die Partner stehen also mächtig unter Druck, ihre Investitionen binnen der Pachtdauer (zwischen sieben und 50 Jahren) profitabel zu gestalten. Doch lokale und internationale Erfahrungen haben gezeigt, dass dies Privat noch eher schafft als Staat. „Andere Leute können es besser“, stellte Tourismusministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah während der feierlichen Vertragsunterzeichnung dann auch folgerichtig fest.

Um Geld zu verdienen, müssen die privaten Betreiber zunächst viel Geld in die einfachen, veralteten und teils heruntergekommenen Einrichtungen investieren. Insgesamt 558,6 Millionen Namibia-Dollar sollen in die Aufwertung der Standorte fließen. Ob die Investitionen und Pläne im Einzelfall einen Sinn ergeben, durchführbar und wirtschaftlich rentabel sind, werden wir in den kommenden Monaten sehen - und auch beleuchten. Dabei wird sich auch herausstellen, ob die neuen Angebote auch auf die namibischen Touristen zugeschnitten sind. Nichts wäre schlimmer als eine Kopie der zu Luxusunterkünften mutierten Rastlager im Etoscha-Park, die sich einheimische Reisende überhaupt nicht und ausländische Touristen immer weniger leisten können.

In dieser Hinsicht bleibt jedoch eine Hoffnung. Denn weil private Unternehmen im Gegensatz zu Staatsbetrieben mit eigenem Geld und Risiko arbeiten, werden sie sich ganz schnell den Bedürfnissen des (Mittelbudget-)Marktes anpassen. Zu viel Luxus verträgt dieses Land nicht, zumal neben der Unterkunft selbst auch die Dienstleistung auf Höchstniveau sein muss, was derzeit nur sehr Wenige hier im Land garantieren können.
Fest steht also: Diese Entwicklung wird den Markt beleben, wird weitere Bewegung in den Reisesektor bringen. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein, denn: „Andere können es besser“.

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