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Air Namibia

 

Vom  9.06.2009

Von der Düne zum Atlantik schweben

Seit 20 Jahren bereits genießt Mario Oprandi das Gefühl, wenn allein der Wind den Gleitschirm packt, den Körper so in die Höhe zieht und schließlich sanft durch die Lüfte trägt. Früher packte er seinen Schirm in den Alpen aus. Der heute 47-Jährige ist ein Bergmensch, liebt die österreichischen Alpen und hat danach sein Hobby zum Beruf gemacht. Er ließ sich als Lehrer für Paragliding ausbilden, verdiente gut – eigentlich kein Grund, an diesem Lebensstil etwas zu ändern. Doch, eine ferne Liaison zog ihn von seiner ersten Liebe, den Alpen, hinfort: Seit zehn Jahren sei er regelmäßig nach Namibia gekommen, zum Training mit deutschen Gleitschirm-Piloten. „Da habe ich mich in das Land verliebt“, sagt Mario.

© Jan Grundmann
Paraglider Mario Oprandi hat seinen Arbeitsplatz von den alpinen Bergen in die Namib-Dünen nahe Swakopmund verlegt.
Seit gut zwei Jahren hat er in Swakopmund, dem deutschen Kaiserbad an der Atlantikküste, eine neue Heimat gefunden. Auf das Gleitschirm-Fliegen muss er dennoch nicht verzichten. Die Sanddünen der Namib sind seine neuen alpinen Berge, und die gibt es an der Küste um Swakopmund zahlreich.
Mario packt also Schirm und Gurtzeug ins Auto, setzt sich ans Steuer und fährt geradewegs zur Long Beach-Düne. Die liegt auf halbem Wege zwischen Swakopmund und Walvis Bay, direkt am Atlantik. 40 Meter hoch türmen sich die rundgeschliffenen Sandkörner der ältesten Wüste der Welt, erlauben einen fantastischen Ausblick auf das Meer, das fast am Fuß der Düne beginnt.
Auf dem Fußmarsch die Düne hinauf taucht Mario in die Welt der thermischen Details des „Soarens“ ein, des Gleitens zwischen Düne und Meer. Die Dünen seien ein „begnadetes Ausbildungszentrum für Gleitschirmflieger“, schwärmt Mario: Vormittags super Wind, ein Sandboden, der auch unsanfte Landungen verzeihen würde – anders etwas als harter alpiner Stein. An diesem Sonntag herrscht guter Südostwind vor, das zeigt der Luftsack an, der nur noch klein am Fuß der Düne farbig weht. Mario lässt den Wind arbeiten, der entfaltet den Gleitschirm, der sich mächtig aufbläst, Marios läuft rückwärts die Düne hinauf und jongliert mit dem Schirm, um ihn knapp über dem Boden zu halten und so auf den Kamm hinauf zu kommen. Dann dreht er sich zum Meer um, hält die Arme nach oben, damit sich der Schirm über ihm im Wind ausbreitet und lässt sich einfach davontragen. Manchmal sind es 30, 40 Meter über Grund, in denen er schwebt, weil der Windstoß den Schirm nach oben zieht, manchmal lässt er sich kurz über der Düne entlang tragen, seine Schwünge sind galant, sanft und kurvig ist der Weg Richtung Tal, der einem das Gefühl von Freiheit vermittelt.
© Jan Grundmann
Wer will, kann dort mit ihm vom Kamm Richtung Atlantik durch die Luft gleiten.
Hier an der Long Beach-Düne hat er also sein Ausbildungszentrum, Jüngere und Ältere kommen zu ihm, um in 20 Übungsstunden die Technik des Fliegens zu erlernen: Schirmtheorie, Flug- und Landetechnik, Schulungen in Thermik. Wer einen schnellen Flugspaß genießen möchte, kann einen Vormittag bei Mario buchen. Darin enthalten sind mehrere Dünenbesteigungen mit anschließendem Flug – entweder als Tandem oder solo. Besucher können also an einem Vormittag – unter Aufsicht des Gleitprofis – mehrere Flüge allein bestreiten. Mario schwärmt: „Das ist der Kick!“
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