Newsletter

Reisebericht

 

Auf Tour

 

Air Namibia

 

Vom  6.08.2009

Mit Adrenalin durch die Mondlandschaft


Irgendwie putzig sehen sie aus, die kleinen Quads, die zu Dutzenden am Parkplatz der „Desert Explorers“ stehen, direkt am Ortsausgang der Teerstraße von Swakopmund in Richtung Walvis Bay. Sie erinnern eher an etwas überdimensionierte Tretautos für Kinder – doch dieser Eindruck schwindet sofort, nachdem unser Quad-Guide Penda den Motor anlässt. Die Maschine ist laut, knattert, fährt bis zu 80 Stundenkilometer schnell, erklärt der 26-Jährige. Mit Respekt vor dem Bike, der sich in Sekundenschnelle aufgebaut hat, steige ich auf den Sitz: Die Entscheidung zwischen Quad mit und Quad ohne Kupplung ist zugunsten der leichteren Variante ausgefallen, ich gratuliere mir innerlich zu dieser Wahl. Zwei weitere Mitfahrer ins rasante Dünen-Vergnügen haben mir dazu geraten. Es sei leichter, sagten die Motorrad-Asse. Auch Penda startet sein Bike, an den Unterschenkeln spüre ich die Hitze des Motors., mit den Fußzehen lege ich den Gang ein, mit dem rechten Daumen gebe ich vorsichtig Gas, dann geht es los.

Zunächst fahren wir einige hundert Meter auf Teer, überqueren das Flussbett des Swakop, des Flusses also, der hier in den Atlantik fließt und dem Seebad seinen Namen gab. Momentan fließt nichts, es herrscht winterliche Trockenzeit. Aber auch in der Regensaison sei die Flussdurchquerung kein Problem, wird mir Quadguide Penda später erklären. Noch fahre ich etwas verhalten, noch ist mein Daumen etwas steif, am besten ist konstantes Gas geben, sage ich mir, schalte mit dem Fuß in höhere Gänge und versuche, den Daumen zu kontrollieren. Der Fahrtwind nimmt zu, trotz Helm ist der Sound, das Knattern der Maschine sagenhaft. Penda zeigt an, dass wir unsere Geschwindigkeit drosseln sollen – und biegen in den Sand ab.
© Jan Grundmann
Wir haben die Action-Tour gewählt, das heißt vor allem Fahrspaß und Adrenalin-Packungen im Vorratspack. Auch eine langsame Variante, die mehr zum Genießen der Landschaft einlädt, bietet „Desert Explorers“ an – aber wir wollten den Nervenkitzel am Sonntagnachmittag. Die Sonne steht bereits recht tief und taucht die Dünen der Namib wahlweise in ein goldgelbes Licht oder in schroffe, dunkle Schattenabschnitte. Die ersten Kilometer sind noch relativ flach, wird fahren meist geradeaus, ich probiere vorsichtig, mit dem Quad zu spielen, etwas aggressiver zu lenken, etwas stärker zu bremsen und schneller zu beschleunigen. Denn jetzt erwartet uns die erste Düne. Penda zeigt mit einer Handbewegung an, wir mögen gut beschleunigen, und nachdem wir einen kleinen Pass überquert haben, sehe ich die gewaltige Düne direkt auf mich zukommen, Penda gibt Gas und erklimmt die Düne auf ihrer flachen Seite, kurz vor dem Kamm lenkt er das Quad um und rast nach großem 180-Grad-Bogen wieder gen Boden. Schließlich ist es nicht empfehlenswert, den Dünenkamm zu passieren, weil die andere Seite die steilere ist, sage ich mir innerlich. Also nun gebe auch ich Gas, schalte schnell, dritter, vierter Gang, und fahre hinauf, immer höher, die Maschine wird ob der Steigung langsamer, ich sehe den Kamm auf mich zukommen, lenke um, und gebe auf dem Weg nach unten Vollgas, sofort geht es an die nächste Düne, die übernächste Senke, quer durch die Mondlandschaft nahe des idyllischen Seebads.

Nach mehr als einer halben Stunde lädt Penda zur ersten Pause. Mein Daumen wird bereits etwas schwer, aber jetzt kann ich ihn lockern, bei einem Mineralwasser genießen wir die Aussicht über die Dünenlandschaft, sehen den Atlantik und die Nachmittagssonne, die kurz über dem Wasser steht und es zum Funkeln bringt. Quad-Biken in der Namib-Wüste ist wie eine Mischung aus Go-Kart und Motocross auf dem Mond, denke ich mir und lasse den Motor erneut an.

Penda führt die Gruppe an, jeder folgt im Abstand von etwa fünf Metern auf den Vordermann. Wir fahren hier doch im sehr sportlichen Konvoi, fällt mir auf, als wir bei 80 km/h und einigen Huckeln weiterbrettern und ich auf dem Quad stehe, um die Unebenheiten mit größtmöglicher Geschwindigkeit nehmen zu können und den Rücken zu schonen. Sandkörner, die die Quad-Reifen meines Vordermanns aufgewirbelt haben, knallen mir ins Gesicht, also lasse ich wieder etwas mehr Abstand, lege mich jetzt mehr mit meinem Körper in die Kurven hi-nein, versuche, manchmal mit dem Quad etwas zu sliden, das hier – ähnlich wie beim Go-Kart – ziemlich ungefährlich ist, weil das Heck zahm ist und nur mit rohester Gewalt zu einem Ausbruch zu bewegen ist. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Geschwindigkeit, doch nicht an die Berg- und Talfahrt: Da bleibt jede Düne eine Herausforderung für die eigene Hormonproduktion.

Nach zwei Stunden kommen wir wieder auf die Teerstraße, die zurück zum Parkplatz führt. Diesmal knallen wir mit Höchstgeschwindigkeit durch und parken die Bikes vorbildlich hintereinander an der hofeigenen Tankstelle. Mein Körper fühlt sich jetzt durchgeschüttelt, aber beglückt an, und nach zwei Stunden Racing auf dem Mond beginne ich, meinen Gas-Daumen langsam wieder zu spüren.

Kontakt
http://africa-adventure.org/d/desertex/deutsch.htm
Telefon: 064 - 40 60 96
Archiv


Wetter

Landesgeburtstag

 

Brandkatastrophe

 

Air Namibia

 

Deutsch in Namibia

 

AZ-Wandkalender 2010

 

City-Guide '09

 

Tourism Expo

Vorschau

 

Anzeige
Foto des Monats

 

Anzeige
Anzeige
Spielen Sie Black Jack oder Roulette in einem getesteten online Casino. Finden Sie tolle Casino Spiele Tipps!