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Vom  6.03.2008

Gleitschirmflieger Mario „verleiht Flügel”

© Kirsten Kraft
Ey Alter, jetzt ist Adrenalin angesagt“, begrüßt Gleitschirmflieger Mario Oprandi kumpelhaft locker seinen Flugschüler Pascal Seebach, „wir gehen am Besten gleich fliegen, denn der Wind wird sonst zu stark“.

Der enthusiastische Gleitschirmflieger Mario Oprandi fackelt nicht lange, greift zu Gurtzeug und Schirm und stapft mit seinem Schüler am Langstrand bei Swakopmund die hohe Düne hinauf. Fluglehrer und Schüler verbindet schon ein Tandemflug, jetzt darf der 15-jährige Pascal – mit dem Einverständnis der Eltern – zum ersten Mal unter der Aufsicht des Gleitfliegerexperten alleine fliegen. „Drei Hinweise gebe ich dir“, sagt Mario, „mehr nicht, denn sonst wirst du konfus“. Oprandi lässt den Schirm auf den Sand sacken und zählt fingerzeigend auf: „Erstens, keine Vollbremsung indem du die Arme nach unten reißt, Zweitens, mit den linken und rechten Steuerschlaufen wird gesteuert und Drittens, Landung immer gegen den Wind.“ Dabei zeigt er zum Fuß der Düne, wo eine bunte Windtüte flatternd die Windrichtung anzeigt.

Fluglehrer Mario Oprandi (l.) hat bei seinem Schüler Pascal Seebach (r.) die Leidenschaft fürs Paragliding geweckt.
Oben am Dünenhang angekommen, wird der Schirm ausgelegt. Damit er sich nicht gleich selbständig macht, werden vorab mit der Hand kleine Sandhaufen auf den Schirmrand geschaufelt.
„Also, bist du soweit?“, fragt der Fluglehrer. Pascal nickt erwartungsvoll. Er will doch endlich den versprochenen Adrenalinkitzel spüren. Während Mario bei seinem Schüler das Protektorengurtzeug befestigt, erklärt er ihm noch einmal in aller Ruhe, jedoch detailliert genau, was es mit den drei Hinweisen auf sich hat. Dann gurtet er sich erst einmal selbst an den Schirm und zeigt seinem Schüler auf spielerische Weise wie geflogen wird. Mit einem Ruck zieht er an den Leinen, lässt den Sand vom Schirm rutschen und den Wind hineinfahren, bis der Schirm über ihm in ruhiger Position schwebt. Mit einem verspielten Hopser stößt sich Mario ab, schwebt, lenkt ein bisschen nach links und rechts, setzt am Dünenhang neben Pascal wieder auf und lässt den Schirm auf den Sand sacken.

Aber so einfach es auch aussieht, so gefährlich kann es werden, wenn man dieses Freizeitangebot leichtsinnig betreibt. Immer wieder weist Mario auf die möglichen Gefahren hin, die einen Piloten ungewollt zu Boden reißen könnten. Er ist ausgebildeter Fluglehrer, hat inzwischen 15 Jahre Flugerfahrung auf dem Buckel und nimmt es mit der Sicherheit sehr genau. Zusammen mit dem Namibier Paul van der Ploeg und dem Deutschen Heiner Krautbauer, der nach einer Afrikadurchquerung in einer umgebauten Feuerwehr in Swakopmund hängengeblieben ist, hat Mario den Desert Paragliding Club (DPC) mit eigener Website www.desertparagliding.com gegründet. Dort informieren sie Interessenten über ihr weitreichendes Angebot.
© Kirsten Kraft
Zurück zum „Soaren“, dem durch die Luft gleiten zwischen Düne und Meer. Fast schon ungeduldig hat Pascal am Dünenhang Marios Vorführung zugeschaut, nun steht er endlich in Startposition. Ein lauter Pfiff vom Fluglehrer, ein Handzeichen und alle anderen Paraglider wissen, dass ein Schüler unmittelbar vor dem Abflug steht. „Daran denken, Arme nach hinten, wenn wir starten“, erinnert Mario, greift nach Pascals Gurtzeug und beide bringen mit einem Ruck den Schirm hoch. „Jetzt Arme nach oben“, und schon hebt der Schirm Pascal in die Luft und der Wind lässt ihn aufsteigen.

Stille . . . gefolgt von einem langen „Juchuuuu“ von oben. Mario rennt derweil unter seinem Schüler her und gibt von unten Anweisungen: „Denk an die Steuerschlaufen, leichte Linksdrehung, jawohl, jetzt sachte nach rechts steuern, gut so“. Pascal gleitet mit seinem Schirm dahin. Er schwebt und schwebt und schwebt. Langsam lenkt er seinen Schirm hinab und kaum berühren Pascals Füße den Boden, reißt er auch schon die Bremsleinen nach unten. Der Schirm klappt hinter ihm zusammen.
„Das war ja ein Meisterflug und eine Profilandung“, lobt Mario seinen Schüler, „ey, Kollege, wollen wir nochmal?“ Das lässt sich Pascal nicht zweimal fragen. „Vollkrass“, sagt er und beide stiefeln erneut die Düne hoch.
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