Der Rennkurs für Mini-Formel-1-Fahrer ist in Swakopmund im wahrsten Sinne des Wortes zum Renner geworden. Kartfahrer und Zuschauer jung und manche etwas „älter“ treffen sich dort, um eine spannende Rennatmosphäre zu genießen.
Roos Deege und Rik-Jan Kraak aus den Niederlanden haben sich in Swakopmund ihren Traum verwirklicht. Östlich von Swakopmund neben dem Swakopmunder Flugplatz machen rote Container auf sich aufmerksam. Das ist das Fahrerlager von R&R-Racing.
Für 100 Namibia-Dollar können es hier die Formel-1-Einsteiger 12 Minuten lang mit einer anspruchsvollen Stecke aufnehmen, die einige Schikanen vorweist und „so richtig reinhaut“. Das merkt der Rennfahrer vor allem dann, wenn er die Kurve nicht schafft und in die Schutzbande aus aufgestapelten alten Reifen knallt. Für 180 Namibia-Dollar richten Deege und Kraak ein kleines Grant-Prix aus: Sechs Minuten hat dann der Teilnehmer Zeit, sich mit der schnellsten Runde für die Poolposition zu qualifizieren. Danach wird ein 12-Minuten-Rennen gefahren.
Alle Go-Karts sind mit computergesteuerten Zeitmessanlagen ausgestattet. An der Startbox speichert Deeges Computer die „Heats“ aller Teilnehmer. Hier wird dem Kart-Fahrer nach seinem Rennen sein Ergebnis und auch die schnellste Runde seiner Mitkonkurrenten bekannt gegeben.
Die Kartrennen-Premiere hatte am Osterwochenende stattgefunden. Veranstalter, Zuschauer und Fahrer zeigten sich begeistert von dieser neuen Hobbyvariante - ein Konzept das fast gescheitert wäre. Die Kartbahn war nämlich schon vor der Weihnachtssaison für startklar erklärt worden. Doch nach ein paar gedrehten Runden hatte sich in den Kurven der Asphalt aufgelöst. Die Bahn musste wegen schlechter Arbeit am Belag vorerst wieder geschlossen und eine neue Asphaltdecke gelegt werden.
Ein Aufjaulen von Motoren wie bei der Formel-1 gibt es nicht. Ohrenschutz für Teilnehmer und Zaungäste sind demnach nicht erforderlich. Dennoch ist es für den Zuschauer sichtbar und für den Fahrer spürbar, welchen originellen Fahrspaß diese kleinen Flitzer, aus denen bis zu 70 Stundenkilometer herausgeholt werden können, bereiten. Da die Flitzer einen recht tiefen Schwerpunkt haben, ist während der Fahrt ein Umkippen kaum möglich. Lediglich hier oder da wird mal ein Fahrer von der Bahn geschubst oder tuckert mit einem Platten an den Rennbahnrand. Dann heißt es auch hier, wie bei den großen Rennfahrern: „Aussteigen, Helm abnehmen und mit enttäuscht geknicktem Haupt zum Fahrerlager zurücklaufen.“