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Reisebericht

 

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Air Namibia

 

Vom  3.12.2009

Ein Angeltagin Namibia

© Klaus Hirschfeld
Es war noch früh. Der Nebel lag über der Bucht vor Swakopmund. Ich stand frierend auf der Mole und schaute erstaunt auf die Gruppe von Badenden, die sich unterhaltend, zu einer in der Bucht verankerten Holzinsel schwammen. Immerhin hatte ich im Vorbeigehen gesehen, dass die Wassertemperatur nur 15° C betrug. Da kam aber schon der Toyota mit dem Bootsanhänger, der die „Merrylin“ zu Wasser ließ. Ich stieg ein und die tosende Fahrt weit ins Meer hinaus begann.

3 Wochen waren wir nun schon in Namibia und ich hatte mir eigentlich vorgestellt, dass ich öfter angeln könnte, denn Namibias Küste ist berühmt für ihren Fischreichtum. Durch den kalten Benguelastrom, der große Mengen Plankton mit sich führt, gibt es eine große Vielfalt an Fischarten. Ich habe z.B. noch nie so viele Kormorane auf einmal gesehen wie hier. Das Meer schien schwarz davon. Meine Bootsbesatzung schätzte sie auf über 1 Million. Auf Anraten meines Freundes Udo Bodenhausen hatte ich aber meine Angelgeräte zu Hause gelassen, obwohl diese von Air Namibia, wie die Waffen der Jäger, kostenlos befördert werden. Er meinte, man könne sich Angelgeräte in Swakopmund ohne Schwierigkeiten leihen, denn man benötige ja auch eine Lizenz zum Fischen. Der Angelschein wird durch das Ministry of Fisheries and Marine Resources in Windhoek, Swakopmund oder Walvis Bay für wenige N$ ausgestellt. Doch durch die Reisen in den Etosha-Nationalpark, zum Waterberg und das Erongo-Gebirge, wo es unendlich viel zu sehen gab, waren die Tage viel zu schnell vergangen.
© Klaus Hirschfeld
Durch die freundliche Vermittlung von Gerhard Link ( gerd@fish-for-fun.in.na )konnte ich nun, zwei Tage vor der Heimreise, doch noch Hochseeangeln. Wir waren zu viert: Karl, der 73-jährige Schwiegervater des Bootseigners, der Holländer Franz, ich und der junge Bootsführer. Letzterer suchte ununterbrochen die Wasseroberfläche ab bis er das Boot immer wieder anhielt und Karl und ich, Rücken an Rücken auf 2 großen Transportkisten sitzend, die mit Fischfetzen bestückten kurzen Hochsee-Ruten über Bord halten konnten. Leider stets ohne Erfolg!

Es war schon Mittag, als wir uns wieder dem Strand und dem davor gestrandeten Schiff näherten. Ich hatte dieses Schiff und einige Strandangler bereits einige Tage vorher auf dem Weg nach Walvis Bay gesehen. Nun kamen wir von der Wasserseite. Das Meer war hier nur 2 bis 3 Meter tief, undurchsichtig und von grünlicher Farbe. Plötzlich spürte ich einen Ruck an der Angel. Es war meine erste Westküsten Streifenbrasse. Die Angelschnur war so stark, dass ich die zwischen 3 und 6 kg schweren Fische ohne Kescher oder Gaff, frei ins Boot heben konnte. Mir gelang es, noch etwa 12 Stück dieser schönen Fische zu fangen, als genau so plötzlich eine Flaute folgt. Keiner fing mehr etwas!

Wir setzten das Boot wieder etwas ins tiefere Wasser zurück. Was dann folgte, werde ich mein Leben lang nicht wieder vergessen. Ich spüre noch heute die Schmerzen in den Armen, wenn ich daran zurückdenke. Es war ein Afrikanischer Adlerfisch, der meinen Köder genommen hatte. Ich habe noch nie einen so starken Kämpfer an der Angel gehabt. Die Rollenbremse war meines Erachtens viel zu stark eingestellt, denn der Fisch konnte nur wenig Schnur abziehen. Dabei galt es, ihn so schnell wie möglich nach oben zu bringen, wo schon der Bootsführer mit dem Gaff wartete. Immer wieder versuchte der Fisch unter das Boot zu kommen. Immer wieder kostete es meine ganze Kraft, die Rute vom Bootsrand zu halten, denn ich fürchtete, sie würde daran zerbrechen. Endlich zeigte er sich, silbrig glänzend, über 1 Meter lang und über 14 kg schwer. Der Bootsführer fackelte nicht lange und beförderte ihn in die Transportkiste auf der ich saß. Auch mein Mitstreiter Karl fing einige dieser Fische, die er Kabeljau nannte. Er war 40 Jahre zur See gefahren. Für ihn war alles Routine.
© Klaus Hirschfeld
Es war schon früher Nachmittag, als ich den ersten Hai sah. Es war mir bekannt, dass man hier verschiedene Haiarten, wie den bis zu 190 kg schweren Kupferhai, den Grauhai, Glatthai, Tüpfelhai oder Hundshai fangen kann. Ich meine es war ein Tüpfelhai, den ich haken konnte. Auch er war ein starker Kämpfer, obwohl er mit etwas über einem Meter Länge noch zu den Kleinen gehörte. Er wurde, wie auch die anderen „kleinen Beifänge“ nach dem Motto „catch and release“, d.h. „fangen und freilassen“, wieder ins Meer zurückgesetzt. Unser Bootsführer wollte wohl einen der Großen fangen, denn er befestigte mehrmals ganze Heringe an denn beiden Haken. Zweimal verlor er alle Vorfächer, weil er dem Fisch keine Schnur gab.

Gegen 16.00 Uhr fuhren wir nach Swakopmund zurück, wo der Fang von zwei Helfern in Empfang genommen und für die Tiefkühltruhe verarbeitet wurde. Ein weiterer erlebnisreicher Tag in Namibia ging zu Ende.

Klaus Hirschfeld, Deutschland
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