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Air Namibia

 

Vom  4.12.2008

Von Namibia ins Afrika-Haus in Österreich

© Dirk Heinrich
Raubkatzen zu präparieren sei immer wieder eine Herausforderung, so Louw Nel, der auch diesen Leoparden „ausstopfte“. Im Hintergrund wird die Giraffe vorsichtig auf die Seite gelegt, bevor sie in den Container getragen wurde.
Giraffe, Elenantilope, Leopard, Kudu, Gepard, Springbock und Blessbock stehen dicht beieinander im Sonnenschein und unter blauem Himmel. Von der Seite eines Containers schaut ein Elefant herüber - ein täuschend echt wirkendes Kopf-Replikat aus Fiberglas. Mitarbeiter des Taxidermieunternehmens Trophäendienste unter Leitung des Chefpräparators Louw Nel schrauben und sägen an den Gestellen, auf denen die zahlreichen Vollmontagen befestigt sind.

Nach einem Jahr harter Arbeit konnten Mitte November 2008 insgesamt 32 Ganzpräparate verschiedener Tiere aus Namibia, natürliche Dekoration wie Sand der Kalahari-Wüste, Steine und Äste von Akazien sowie ein Siedelwebernest in einen Container gepackt werden, um über Walvis Bay nach Bremerhaven verschifft zu werden. Endziel der Präparate ist das Afrika-Haus von Josef Scherzer im Alpen-Wildpark Feld am See in Kärnten/Österreich.
„Die sechs Meter hohe Giraffe war die größte Herausforderung. Es war das erste Mal, dass ich ein Ganzpräparat eines solchen Tieres machen musste“, zeigte Louw Nel sichtlich stolz auf sein Werk. Da es keine Vorlagen gab, musste der Körper aus einem Spezialschaum modelliert werden. Wochenlang musste das dicke Fell der Giraffe immer wieder aus einer Speziallauge geholt und bearbeitet werden. Millimeter um Millimeter wurden abgeschabt bis die Haut die gewünschte Dicke hatte.
© Dirk Heinrich
Louw Nel, Chef-Präparator des Unternehmens Trophäendienste, zwischen den Ganzpräparaten in dem Container, in dem die ausgestopften Tiere verschickt wurden. Einigen Antilopen, wie die Elenantilope rechts, wurden die Hörner entfernt und separat verpackt.
Neben dem Container wurde das wertvolle Stück von mehreren Angestellten Mitte November zur Seite gekippt. Ebensoviele Hände reckten sich zum Himmel, um das Präparat sanft auf den Boden zu legen und schließlich mit den Füßen zuerst in den Container zu tragen. Weniger elegant wurde das sechs Meter hohe Tierpräparat in der hintersten Ecke befestigt. Daneben und darunter wurden Kartons und weitere Vollmontagen gepackt. Die meis-ten Ganzpräparate wurden am Holzboden des Containers festgeschraubt, die Köpfe mit weichem Verpackungsmaterial eingewickelt und die Körper festgebunden. Die Hörner der Antilopen waren zuvor abgenommen und separat verpackt worden.

„Ich hoffe, dass alle Präparate unbeschädigt am Zielort ankommen und der Empfänger zufrieden und stolz auf unsere Arbeit ist. Sorgen bereitet mir das Krokodil, da dies ein spezielles Werk ist“, sagte Nel. Auch das Reptil sei eine besondere Herausforderung gewesen, nicht nur weil die harte Haut schwer zu verarbeiten ist, sondern weil das Präparat ein aus dem Wasser herausschießendes Krokodil darstellt, das mit aufgerissenem Maul nach einem jungen Warzenschwein schnappt. „Der Kunde wollte das Krokodil mit offenem Maul präpariert haben und da kam mir die Idee, das Tier bei einem Angriff auf ein Beutetier darzustellen“, sagte der Chef-Präparator.
© Dirk Heinrich
Der Eigentümer Manfred Gorn hinter dem „aus dem Wasser angreifenden Krokodil und dem erschreckt flüchtenden jungen Warzenschwein“. Im Hintergrund ein großer Teil der Mitarbeiter von Trophäendienste und den Ganzpräparaten, die nach Österreich verschickt wurden.
Neben den bereits genannten Tieren wurden auch Ganzpräparate von einem Hartmanns-Zebra, einer Braunen Hyäne, einem Ellipsen-Wasserbock, einem schwarzen Springbock, einem Karakal, einem Pavian, einem Kaffernbüffel, Steinböckchen, einem Warzenschweinkeiler, einer Afrikanischer Wildkatze, von Kaphase, Oryxantilope, Kronenducker, Streifengnu, Kuhantilope, Weißschwanzgnu, Schabrackenschakal, Löffelhund, Impala, Schuppentier, Klippspringer und Damara-Dik-Dik angefertigt. Das Schuppentier sei ebenfalls eine besondere Aufgabe gewesen, da diese geschützten Tiere nicht oft präpariert werden können. „Raubkatzen sind immer etwas Besonderes und diesmal besonders schwierig, weil der Gepard im vollem Lauf einen Springbock verfolgend dargestellt wird“, sagte Nel. Auch auf den Leoparden, der auf einem Ast stehend mit seiner Beute, einem Steinböckchen, zu bewundern sein wird, ist der Präparat auch sehr stolz.

Manfred Gorn, dem Eigentümer von Trophäendienst zufolge, ist dies der bisher größte Auftrag seines Unternehmens gewesen. Über ein Jahr hatten die Angestellten und vor allem Louw Nel an den 32 Ganzpräparaten gearbeitet. Einige Wünsche, wie beispielsweise eine Pferdeantilope, konnten nicht erfüllt werden. Alle Tiere wurden als Trophäentiere den hiesigen Naturschutz- und Trophäenjagdbestimmungen zufolge erlegt. Anfang Januar 2009 soll der Container in Bremerhaven ankommen und voraussichtlich Ende Januar in Österreich sein.
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