Alle reden davon, doch nur Wenige wissen wirklich was es bedeutet oder sind auch wirklich gewillt, etwas dafür zu tun. Die Rede ist von Qualität. In Zeiten, in denen der Wettbewerb größer wird und der Geldbeutel kleiner, zählt Qualität umso mehr. Auch und gerade im Tourismus in Namibia. Während die Qualität von Weite, Fauna, Flora und kultureller Vielfalt des Sonnenlandes unstrittig ist, kommt es nun darauf an, den Besuchern eine (höhere) Qualität in der Dienstleistung spüren zu lassen.
Diesen Anspruch hat beispielsweise der Reiseführer-Verband (Tourguide Association of Namibia, TAN). Dieser will das Niveau der Reiseführer aufwerten und strebt dazu einen einheitlichen, höheren Ausbildungsstandard - einhergehend mit einer Registrierung und Lizensierung der Reiseführer - an. Hilfe kommt dabei von anderen Tourismus-Interessenverbänden sowie vom Fachministerium, dem Tourismusrat und Ausbildungsbehörden bzw. -institutionen. Die Initiative ist sehr löblich, aber nicht neu. Seit Jahren schon wird über dieses Thema nachgedacht - und auch gestritten. Neu ist jetzt aber, dass es einen Schulterschluss in der Branche und mit weiteren Interessenträgern gibt, der nun endgültig zu einem Ergebnis führen sollte, das am Schluss für alle Beteiligten zufriedenstellend ist. Ende dieses Jahres soll der Prozess abgeschlossen sein. Positiver Nebeneffekt: Die namibischen Reiseführer können durch Registrierung und entsprechende Anerkennung auf SADC-Ebene auch offiziell Touren in die Nachbarländer führen, was umgekehrt schon praktiziert wird.
In diesem Monat müssen sich Fluggäste - die per Direktverbindung von Deutschland nach Namibia (und zurück) reisen -, also Air Berlin und Air Namibia nutzen, auf Änderungen einstellen. Air Berlin verlegt seinen Abflug- und Ankunftsort für die Windhoek-Route von München nach Berlin. So sehr das Plädoyer der Fluggesellschaft für die Hauptstadt, deren Namen sie trägt (obwohl sie pikanterweise nicht einmal in Deutschland ihren Hauptsitz registriert hat), zu verstehen ist, so wenig ist der geschäftliche und passagierfreundliche Sinn zu erkennen. Denn viele Namibia-Besucher, darunter nicht wenige Trophäenjäger, kommen aus Bayern und Baden-Württemberg, aber auch aus anderen bevölkerungsstarken (westlichen) Bundesländern reisten die Gäste nach München, um von dort gen Namibia zu fliegen. Nicht zu vergessen die Menschen aus Anrainerstaaten wie Österreich und die Schweiz, die den nahegelegenen "Anschluss" geschätzt und genutzt haben. Weder Berlin, noch Brandenburg und die anderen östlichen Bundesländer sowie die nahegelegenen Anrainerstaaten Polen und Tschechische Republik können ein solch bevölkerungsstarkes "Einzugsgebiet" und überdies eine annähernd starke (potenzielle) Zielgruppe von Namibia-Urlaubern aufweisen.
Kunden der Air Namibia indes müssen akzeptieren, dass zwischen 18. Mai und 6. Juni insgesamt 18 Flüge auf der Route Windhoek - Frankfurt/M. - Windhoek gestrichen wurden - wegen Wartungsarbeiten an einer Maschine. Ärgerlich für diejenigen, die umbuchen mussten, weil es meist nicht bei der Umbuchung des Fluges allein bleibt. Keine gute Zeit für die staatliche Fluggesellschaft, die erst Ende März ihre Flugfrequenz auf der genannten Route von sechs auf sieben Flüge pro Woche erhöht hat und zudem von der unüberlegten Entscheidung der Air Berlin so richtig profitieren könnte. Eine vertane Chance - für mehr Kunden und auch mehr Qualität.










