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Vom  1.07.2008

Nach Unfall werden NWR-Manager für Erste Hilfe fit gemacht

Die Leiter aller Rastlager von Namibia Wildlife Resorts (NWR) absolvieren diese Woche einen Erste-Hilfe-Kurs. Damit reagiert das Unternehmen auf einen Unfall von Ende März im Etoscha-Rastlager Namutoni. Dabei hat sich eine deutsche Touristin mittelschwer verletzt.

© Stefanie Huschke-Noßwitz
Holzsteg mit einem fehlenden Stück – eine „Fehlkonstruktion“, meint Reiseleiter Achim Bingel von African Bush Safaris. Eine seiner Gäste war im Dunkeln durch einen Fehltritt vom Steg abgerutscht und mit dem Kopf auf die Kante aufgeschlagen. Zwei Risse in der Stirn mussten genäht werden.
Wir wollen damit sicherstellen, dass in Notfällen richtig reagiert und gehandelt werden kann“, begründete Dr. Pauline Lindeque von der Abteilung für Betrieb und Umweltmanagement bei NWR die Erste-Hilfe-Ausbildung des leitenden Personals. Lindeque ist von der Allgemeinen Zeitung über den Unfall informiert worden und hatte sich dem Thema der medizinischen Erstversorgung bei Unfällen angenommen.

Ende März war die deutsche Touristin Silvia Arnold im Rastlager Namutoni (Etoscha-Park) auf ihrem Weg zum Bungalow durch einen Fehltritt vom Holzsteg abgerutscht und mit dem Kopf auf die Kante des Holzstegs aufgeschlagen. Sie erlitt zwei Risse in der Stirn, die mit zehn bzw. 15 Stichen genäht wurden. Der Unfall, der sich gegen 22 Uhr ereignet hatte, hat bei der Reisegruppe große Besorgnis und auch Unverständnis hervorgerufen. „Die Rezeption war geschlossen, niemand konnte helfen. Der nächsterreichbare Arzt wäre in Tsumeb, doch niemand konnte uns sagen, ob wir am Eingangstor des Parks auch rausgelassen werden. Das ist hart, weil mir bewusst wurde, dass es keine Hilfe gibt“, sagte Reiseleiter Achim Bingel von African Bush Safaris. Der Manager des Rastlagers sei zwar schnell gefunden worden, aber recht hilflos gewesen. Zum Glück hat man nach ca. 20 Minuten, in denen die Blutung gestillt wurde, auf dem Campingplatz einen Arzt „aufgetrieben“, der helfen konnte. Der Namibier, der in Kanada lebt und in seiner Heimat Urlaub gemacht hat, hatte einen medizinischen Notfallkoffer dabei. Nachdem er die Wunden gereinigt hatte, hat er sie gleich genäht.

Am nächsten Tag habe das NWR-Personal den Fall schriftlich zu Protokoll genommen und sich die Kontaktdetails der Reisegruppe geben lassen. Der Manager habe auch angekündigt, eine Lösung für die Stelle vor Bungalow Nr. 19 zu finden, wo die Touristen abgerutscht ist. Dort fehlt ein Stück des Holzsteges, was Bingel als „Fehlkonstruktion“ bezeichnet. Die Anbringung eines Geländers würde zur Orientierung und zum Abstützen helfen. Dies hatte der Manager versprochen – doch einige Wochen später war dieses noch nicht angebracht, fand die AZ bei einem Besuch in Namutoni heraus.

„Der Unfall selbst ist nicht das Problem, sondern dass man keine Hilfe bekommt“, sagte Thomas Arnold, Ehemann der verunglückten Frau, im AZ-Gespräch. Und weiter: „Wir waren einfach so hilflos. In einem solchen Rastlager sollte doch wenigstens die medizinische Notfallversorgung gewährleistet sein.“ Sein Resümee: „Das Land ist fantastisch und atemberaubend, aber dieser Vorfall hat uns einen richtigen Schock versetzt.“ Und Bingel meint: „Ich gehe seit 20 Jahren auf Tour und weiß, dass es im Etoscha-Park keinen Arzt gibt. Inzwischen kostet dort ein Luxusbungalow 1200 Namibia-Dollar pro Person und Nacht, da muss man doch wenigstens etwas Sicherheit haben. Ein gewisser medizinischer Service gehört doch dazu.“ Die Reisegruppe hat ihre Tour fortgesetzt, ist von Windhoek nach Kapstadt und dann nach Hause geflogen. Zwischendurch wurde die Wunde von Frau Arnold in Windhoek von einem Arzt untersucht.

Natürlich seien in den Rastlagern Erste-Hilfe-Kästen vorhanden. Dass dieser bei dem geschilderten Vorfall nicht parat war, sein ein „Missverständnis“ gewesen, entschuldigte sich Pauline Lindeque von NWR. „Jeder Tourguide hat außerdem eine Erste-Hilfe-Ausbildung“, fügte sie hinzu. Das Training für die Rastlager-Manager in dieser Woche soll jedoch dabei helfen, Wissen aufzufrischen und zu erneuern, um bei Notfallsituationen richtig reagieren zu können.
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