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Vom 7.07.2008 Tom Saintfiet: Will „namibischen Charakterzug“ ins Team bringenKnapp eine Woche nach dem Rücktritt von Nationaltrainer Arie Schans hat der Namibische Fußballverband (NFA) mit Tom Saintfiet einen neuen Trainer für die „Brave Warriors“ präsentiert (AZ berichtete). Diese Woche wird er in Namibia erwartet. Bereits vor seiner Ankunft zeigt sich der Neue guter Dinge. Arne Putensen befragte ihn für die AZ im E-Mail-Interview.![]() Im Jahr 2004 war Saintfiet Trainer der U17-Auswahl von Katar, hier bei einem Besuch in Japan. Danach trainierte er den deutschen Oberligisten BV Cloppenburg. T. Saintfiet: Ich bin schon mehr als 20 Jahre am afrikanischen Fußball interessiert, lese viel (Bücher und Magazine), schaue Fernsehen, Internet und so weiter. Für mich ist es also nicht unbekannt. In den letzten Jahren habe ich immer mehr neue Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft, auch in Afrika. Wenn die Chance dann kommt, dann muss man sie ergreifen. Der Kontakt mit den Leuten von NFA war sofort gut. Ich hatte ein gutes Gefühl und das hat mich überzeugt. AZ: Wie stellen Sie sich Ihre Arbeit hier vor? T. Saintfiet: Ich kenne die Mannschaft von den letzten Afrikanischen Meisterschaften in Januar und kann sagen: Qualität ist vorhanden. Doch ich muss mir alles erst mal selber anschauen: Spiele und Spieler, live und auf DVD, mit Spielern, Co-Trainer und anderen Leuten vom Verband reden. Erst dann kann ich wirklich eine Meinung abgeben über die Qualität der Mannschaft sowie zu meine Ideen und realen Zielen. Im Moment ist es noch zu früh, darüber eine Aussage zu treffen. Aber der COSAFA-Pokal kommt bald. Das hat den Vorteil, dass ich die Spieler gut beobachten und Sachen ausprobieren kann. Bevor die Leute wirklich meine Akzente sehen können, dauert es ein bisschen länger. Aber in den WM-Qualifikationsspielen gegen Kenia und Simbabwe müssen wir gut dastehen, dann muss meine Idee sichtbar sein und nachher können die Leute urteilen. Vor allem im letzten Heimspiel gegen Simbabwe müssen wir den namibischen Fans etwas bieten. Da sind wir ihnen schuldig! AZ: Können Sie etwas zu Ihren Trainingsmethoden sagen? T. Saintfiet: Ein guter Trainer stimmt seine Taktik auf die Qualitäten der Spieler ab. Deswegen ist es jetzt noch zu früh, etwas darüber zu sagen. Aber meine Erfahrungen der verschiedenen Kulturen, in denen ich gearbeitet habe, haben sicher Einfluss auf meine Ideen. Ich liebe die Professionalität des deutschen Fußballs und auch die technischen Qualitäten der Niederlande. Aber am Wichtigsten ist, dass wir einen eigenen „namibischen Charakterzug“ reinbringen. Das braucht Zeit, aber dafür ist es gut, dass ich auch die U23-Mannschaft trainiere, so dass ich frühzeitig Talente entdecken kann. Ich bin überzeugt, dass wir als Team (Co-Trainer, Begleitung, NFA, Spieler und Fans) unsere Ziele erreichen können. Natürlich ist das Ergebnis wichtig, aber auch die Entwicklung des namibischen Fußballs ist ein wichtiger Teil. Ich bin ein moderner Trainer, der neue Technologien und Übungen nutzt. Dabei finde ich Taktik und Disziplin sehr wichtig, aber auch Kreativität und Spaß. Es kommt darauf an, die richtige Mischung zu finden. ![]() Der Belgier Tom Saintfiet (35) hat zuletzt den finnischen Erstligisten RoPS Rovaniemi trainiert, wurde dort aber nach nur wenigen Monaten entlassen. Jetzt hat ihn der Namibische Fußballverband (NFA) verpflichtet, am Freitag wird Saintfiet anreisen. T. Saintfiet: Ich kenne die Jungs, die in Deutschland spielen, nicht persönlich, aber habe sie alle schon in der Vergangenheit live bei Spielen beobachtet. AZ: Bei Ihrem letzten Club, dem RoPS Rovaniemi in Finnland, wurden Sie entlassen. Wie kam das? T. Saintfiet: Ich hatte eine gute Zeit da und habe noch immer guten Kontakt mit den Leuten. Die Ergebnisse waren okay, die Mannschaft befand sich im Aufbau und die Spieler waren zufrieden. Es lief nur schief, weil der Generaldirektor eine andere Meinung darüber hatte, welche Spieler spielen sollten. Aus diesem Grund hat er mich entlassen. Später sind andere Geschichten in die Presse gekommen. Wahrscheinlich, weil die Wahrheit zu einfach war. Glücklicherweise hat der Mannschaftskapitän und Kapitän der finnischen Nationalmannschaft, Mika Nurmela, sofort der Presse gesagt, dass er mich für einen sehr professionellen Trainer hält, einen „Toptrainer“, und dass er von meiner Entlassung total überrascht wurde. AZ: Wie waren die Meinung und das Echo in Finnland darauf? T. Saintfiet: Die Presse und die Fußballkenner in Finnland wissen meine Qualität zu schätzen. Einen Monat später wollten mich die Spieler zurückholen, weil sie mit meinem Nachfolger nicht zufrieden waren. Ein Veto des genannten Direktors hat das verhindert. Ein dritter Trainer wurde Ende April aus Estland geholt. Trotzdem habe ich zum Direktor einen guten Kontakt, nur haben wir eine andere Meinung über den Spielereinsatz. Wenn man eine Meinung und Vision hat, dann wird man einfacher entlassen, als wie wenn man sich wie eine Marionette verhält. Aber ich schaue nach vorne und habe viel Ambitionen und Lust, etwas Schönes in Namibia zu schaffen. AZ: Wann genau werden Sie Ihre Arbeit hier aufnehmen? T. Saintfiet: Ich komme am 11. Juli nach Namibia, dann geht es los. Ich will sofort verschiedene Spiele der Premierliga beobachten, dann kann ich mir ein besseres Bild machen. Ich freue mich auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit. AZ: Danke für das Gespräch. Von AZ |
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