
Aus und vorbei: Namibias Fußball-Nationaltrainer hat seinen Job an den Nagel gehängt. Wer nun das Amt des Holländers übernehmen wird, steht noch nicht fest.
Windhoek – Nach nur knapp einem halben Jahr trennte sich der 56-Jährige am Mittwochnachmittag von seinem Arbeitgeber, dem Namibischen Fußballverband (NFA). Als Grund nannte der Holländer das mangelnde Vertrauen vom Verband in ihn. „Nach der Niederlage gegen Guinea rief mich John Muinjo (NFA-Präsident) an und erzählte mir, dass die NFA-Verantwortlichen ein Treffen mit mir einberufen haben, um über den weiteren Verlauf meiner Arbeit zu reden. Ich habe erst vor zwei Monaten den Vertrag mit dem Verband unterschrieben und nun sah ich, dass der Verband kein Vertrauen in mich hat. Deswegen informierte ich Muinjo darüber, dass es kein Sinn mehr ergeben würde, wenn wir weiter zusammenarbeiten würden“, sagte ein enttäuschter Schans im AZ-Gespräch.
Für Schans war es noch enttäuschender, dass er noch nicht mal die Chance hatte, seine Kicker über den Vorfall zu informieren. So sagte Schans der AZ, dass er lediglich mit Kapitän Michael Pienaar und dem Teammanger Tim Isaaks habe reden können, bevor er sich auf den Weg in seine Heimat gemacht habe. „Es ist sehr schade, dass ich den Spielern die Situation nicht erklären konnte. Es hat immer sehr viel Spaß mit den Jungs gemacht und die haben sich echt Mühe gegeben“, so der Holländer weiter.
Indes gab es vom Verband selbst noch keine Reaktion. Auf Nachfrage der AZ bei der NFA konnte und wollte keiner der dort tätigen Mitarbeiter sich dazu äußern. Der Präsident, der Pressesprecher sowie der Generalsekretär waren gestern zu keiner Zeit in ihrem Büro in Windhoek. Auch keiner der anderen Mitarbeiter konnten die AZ über den Vorfall aufklären – so blieben alle Fragen unbeantwortet. Wer nun das Amt des Holländers übernehmen soll, steht noch nicht fest.
Auf die Frage der AZ, wie Schans die weiteren Chancen der Brave Warriors in der WM-Qualifikation sieht, antwortete der Ex-Trainer nüchtern: „Man muss realistisch bleiben. Länder wie Guinea haben einige Spieler in ihren Reihen, die in Europas Spitzenteams spielen – das ist ganz anders als in Namibia. Zudem haben diese Mannschaften immer einen Schlüsselspieler. Unser Schlüsselspieler Collin Benjamin hat nicht ein Qualifikationsspiel bestritten, somit waren wir noch ein Stück mehr benachteiligt. Es wird jetzt sehr schwer, aber eine kleine Chance ist auch eine Chance“, so der 56-Jährige.
Für Schans geht es mit dem Fußball weiter. So verriet der Holländer, dass es bereits neue Angebote für ihn geben würde. Von wem diese kommen, wollte Schans noch nicht sagen. Zum Abschluss des Gesprächs bat Schans noch mal eindringlich darum, dass eines klar gestellt wird: „Ich habe meine Arbeit sehr genossen. Ich habe sehr viel Spaß mit den Spielern gehabt und es ist sehr enttäuschend, dass unsere Zusammenarbeit so enden musste“, sagte er abschließend.