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Vom  8.07.2008

Reitturnier in Omaruru mit Höhen und Tiefen

Unfälle zum Turnierauftakt – Guter Sport und neue Talente – In insgesamt 35 Prüfungen gingen über 80 Pferde rund 330 Mal an den Start

Stürze, Notarzteinsätze und ausgezeichnete Sportler hatte das Wochenende des 40. Dressur- und Springturniers in Omaruru zu bieten. Rund 1000 Zuschauer verfolgten über drei Tage im Mekka des namibischen Reitsports das Geschehen auf den Plätzen des Reitervereins.

© Dominica Maria Koob
Michelle Künzle konnte am Sonntag nach einer gut verlaufenen Operation schon wieder ihrer Mutter Annette in Omaruru beim Barrierenspringen zuschauen.
Omaruru - Das war definitiv der dramatischste Auftakt in der Geschichte des Turniers: Die für die FEI World Jumping Challenge nominierte Michelle Künzle verunglückte und erlitt einen doppelten Schienbeinbruch, der noch am Freitagabend in Windhoek operiert werden musste. Künzle, die gerade auf Sherpa die N-Dressur gewonnen hatte, wollte einem Mädchen helfen, das von ihrem Pferd abgeworfen worden war. Einem Helfer brach der verstörte Wallach zwei Rippen. Als Künzle das Pferd abreiten wollte, stieg der Wallach beim Aufsitzen und verlor das Gleichgewicht. Beim Aufprall begrub er Michelles Bein zwischen sich und der Einzäunung des Vierecks. Mutter Annette war sofort zur Stelle, um ihrer Tochter zu helfen, die bleich auf dem Boden lag und vom SOS-Team sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. „Das Pferd war total durcheinander“, erzählte Franmari Lang, die den dunkelbraunen Wallach einfing und zu beruhigen versuchte, „da ist etwas total schief gelaufen“. Noch den ganzen Freitag war das Turnier überschattet von diesen Zwischenfällen, bis es endlich Entwarnung gab.

Sportlicher Höhepunkt des Wochenendes war das seit 1976 regelmäßig ausgetragene Springderby, dessen Kurs von Rudolf Scherer nach Vorbild des schwersten Parcours in Hamburg Klein Flottbek gebaut wurde. Vorjahressiegerin Michelle Künzle, die auf ihrer Stute Jessica den fünften Null-Fehler-Ritt der Geschichte des Derbys geschafft hatte, konnte nach ihrem Unfall nicht erneut um den Sieg reiten und musste der Konkurrenz den Platz überlassen. Bei einem Feld von sieben Startern hatten bereits zwei Stürze und drei Verweigerungen stattgefunden, bevor Dianne Weaver mit ihrer dunkelbraunen Stute Penny Loo an den Start ging. Eine hervorragende Runde, die lediglich durch einen Fehler am Wassergraben gemindert wurde.

Ihr folgte Lona Cordes als letzte Starterin. Mit ihrem Fuchs Zambesi Bodenhausen hatte sie bereits im Jahr 2006 das schwere Springen für sich entscheiden können und auch dieses Mal reichte es zum Sieg. Mit einem Abwurf an einem eher unscheinbar wirkenden Hindernis und bei der gut vorgelegten Zeit von Dianne Weaver durfte sie keine Sekunde verlieren und gab alles. Mit geringem Vorsprung sicherte sie sich erneut den Klaus-Erbslöh-Wanderpokal und ging deshalb baden: Mit gekonntem Griff holten Reitkollegen und Freunde die Siegerin vom Pferd und warfen sie mit Schwung in den Wassergraben.

Das Barrierenspringen bildete den Abschluss des dreitägigen Turniers. Neun Reiter hatten sich vorgenommen, die sechs hintereinander aufgereihten Steilsprünge zu meistern. Ein Unterfangen, welches vor allem Kraft und Mut von Pferd und Reiter forderte, denn zwischen den Sprüngen blieben jeweils nur zwei Galoppsprünge, bevor erneut zum Absprung angesetzt wurde. Angefangen bei 1,10 Meter hohen Hindernissen beendete Silke Kubirske mit Okakambe Nautilus als Einzige die vierte Runde über 1,45 Meter fehlerfrei und siegte.
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