
Warren Neidel (l.), hier mit seinem Teamkollegen Ralph Ellinger (r.), sorgte mit zwei Toren für den Sieg und somit die Tabellenführung des SKW.
Windhoek – Die Partie SKW gegen Aufsteiger Hotspurs bildete am vergangenen Freitagabend den Auftakt der zweiten Runde in der höchsten namibischen Fußball-Spielklasse. Für die Kicker aus dem Stadtteil Olympia avancierte dabei Warren Neidel zum „Mann des Spiels“, der mit seinen zwei Toren in der 58. und 64. Minute den Sieg perfekt machte.
Dabei sahen die Gäste zu Beginn der Partie gar nicht so schlecht aus. Mit einer schnellen, teils hektischen Spielweise bestimmten sie das Geschehen und sorgten für Irritationen beim SKW, der sich zunächst der Spielweise seines Gegners anpasste. „Dann haben wir aber den Ball runtergekriegt und unser Kurzpassspiel durchgezogen, das uns letztlich zum Erfolg geführt hat“, resümierte SKW-Assistenztrainer Rolf Beiter im AZ-Gespräch.
Vor rund 550 Zuschauern im SKW-Stadion, darunter Fußball-Nationaltrainer Tom Saintfiet, bekam der Gastgeber seinen Gegner immer besser in den Griff, wobei Sven Wiedenroth im SKW-Tor immer wieder beschäftigt war und sein Team vor einem Rückstand bewahrte – so auch gegen Ende der ersten Halbzeit, als er einen von Edward Asino aus ca. 30 Meter Entfernung getretenen Freistoß abwehrte und somit die bis dahin beste Chance der Gäste zunichte machte. In der zweiten Spielhälfte war es dann Warren Neidel, der mit seinem Doppelschlag für den Erfolg des SKW sorgte. Ursprünglich auf der Position des linken Verteidigers spielend, hatte der Gastgeber-Trainer ihn auf den linken Lauf und somit im Mittelfeld platziert, von wo aus er stets torgefährlich agierte.
„Die Partie war einfacher als gedacht“, resümierte Beiter. Dennoch hat er auch Handlungsbedarf ausgemacht: In der ersten Halbzeit bemängelte er die gleichen Fehler wie in der ersten Hälfte des ersten Saisonspiels, das der SKW mit 3:1 gegen Tigers gewonnen hatte. „Die Spieler setzen leider nicht das um, was wir trainieren, zum Beispiel taktisches Stellungsspiel. Das macht uns natürlich verwundbar“, so Beiter. Diese Schwächen will er mit seinen Kickern in einer ausführlichen Videoanalyse auswerten. Seit dieser Saison zeichnet der SKW jede Partie mit einer Videokamera auf, die Analysen und Schlussfolgerungen im Nachhinein möglich machen soll.

Gefährliche Szene vor dem Tor von Ramblers. Die Kicker aus Pionierspark verloren am Samstag ihr Heimspiel gegen Black Africa mit 0:2 und sind nun mit null Punkten Vorletzter in der Tabelle.
Mit sechs Punkten aus zwei Spielen eroberte der SKW Freitagabend die Tabellenspitze und gab diese angesichts der Ergebnisse vom Samstag auch nicht mehr ab. Dennoch bedeute diese Situation „kein Grund zum Zurücklehnen“, sagt der Assistenztrainer. Heute soll bereits wieder trainiert werden. Denn: „Am 3. Spieltag haben wir Ramblers zu Gast; gegen die haben wir seit dem Wiederaufstieg nicht mehr gewonnen und würden sie deshalb gern mal schlagen. Es gibt also noch etwas gutzumachen“, so Beiter. Das „deutsche Derby“ wird am Freitag (28. November) um 20 Uhr im SKW-Stadion angepfiffen.
„Die Favoritenrolle für diese Partie ist klar“, stellte Ralf Behrens, Vorsitzender des Ramblers-Sportclubs, im AZ-Gespräch fest. Seine Kicker aus Pionierspark mussten am Samstag mit dem 0:2 gegen Black Africa die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel einstecken – mit null Punkten aus zwei Spielen sind sie somit auf dem vorletzten Platz der Tabelle. „Das ist ein Rückschlag für uns“, so Behrens, der deshalb von „großen Sorgen“ bei Ramblers spricht. Allerdings stehe das Trainergespann Seun Zimmer und Erich Munjo ob dieser Pleite nicht zur Disposition.
Durch den Sieg gegen Ramblers gehören Black Africa zum Verfolgerfeld des Spitzenreiters im oberen Tabellendrittel. Mit ebenfalls vier Punkten sowie einer Tordifferenz von jeweils zwei Treffern lauern dort auch Meister Orlando Pirates und Eleven Arrows. Mit null Punkten aus den ersten beiden Partien stehen Chief Santos (10. Platz), Ramblers (11.) und Mighty Gunners (12.) am Ende der Tabelle nach diesem zweiten Spieltag.