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Regen in Namibia

 

Vom 30.08.2010

Rhythmus, der durch die Füße geht

© Privat
An dem Bass-Klangstab können die hörgeschädigten Vorschüler von dem namibischen Verband für Kinder mit Sprach- und Hörproblemen (CLaSH) Rhythmus und Vibrationen über die Füße verspüren. Mit auf dem Bild Weltwärts-Volontärin Inga Ammon (hinten links) und Haymich Olivier von CLASH.
Die namibische Hilfsorganisation für Kinder mit Hör- und Sprachproblemen (CLaSH) hat in ihrem Fundus auch die geeigneten Musikinstrumente, um hör- und sprachgeschädigten Kindern im Vorschulalter Musik, Klang und Rhythmus näher zu bringen.
Musiktherapeut Udo Kaiser aus Deutschland, der im vergangenen Jahr Namibia besuchte und mit CLaSH in Verbindung trat (AZ berichtete), hat das ganze angeregt. Mit Hilfe von Spenden von Kaisers Freunden sowie ( ) des deutschen Entwicklungsdienstes (DED) ( ) konnten die passenden Instrumente angeschafft werden. Dabei handelt es sich um ein großes Becken, eine Drehpauke und verschiedene Bass-Klangstäbe. Die Namen mögen ungewöhnlich erscheinen. Es sind auch keineswegs gewöhnliche Instrumente, sondern Teil des Orff’schen Instrumentariums. Carl Orff, der deutsche Komponist und Musikpädagoge, hatte großen Anteil an der Entwicklung dieser Instrumente und überhaupt an der Einführung der rhythmisch-musikalischen Früherziehung. Die Orff Instrumente haben ( ) besonders in der Sozial- und Heilpädagogik ganz besondere Bedeutung gewonnen, weil sie aufgrund ihrer Beschaffenheit starke und intensiv wahrnehmbare Vibrationen erzeugen, die Kinder mit verschiedensten Behinderungen, auch Kinder mit Hörschwierigkeiten auf einer tiefen, nicht-sprachlichen Ebene erreichen.
Jede Woche werden fünf gehörlose Vorschüler von CLaSH zur Bank ( ) Windhoek Theatre School gebracht. Dort herrschen ideale Bedingungen, um die Schwingungen, die diese Instrumente erzeugen, weiterzuleiten, da es dort weder Beton- noch Stein- sondern einen Holzfußboden gibt. Jedesmal sind die Vier- bis Sechsjährigen begeistert, dass sie Töne fühlen können, egal ob mit dem Bauch, den Händen oder Füßen. Da zu der Gruppe insgesamt zehn Kinder zählen, wird wöchentlich abgewechselt. So kann auch viel besser auf jeden Einzelnen eingegangen werden.
Dieses Programm wird von der DED-Weltwärts-Volontärin Inga Ammon seit Mitte April dieses Jahres geleitet. „Es ist einfach eine Freude, die Kinder zu sehen, die absolut nichts hören können, die sich jedoch nach dem Rhythmus der Musik oder den Instrumenten bewegen, springen und hüpfen“, so Inga Ammon.
Heide Beinhauer
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