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Regen in Namibia

 

Vom 12.08.2011

Lobby für alleinerziehende Mütter

© Privat
Konny von Schmettau bringt Lebensmittel und Kleidung zu bedürftigen Menschen in Okahandja.
Alleinerziehende Mütter haben in Namibia keine Lobby. Weder die meist uninteressierten Väter der Kinder, noch der Staat bieten Unterstützung und Beratung an, so dass diese Mütter völlig auf sich gestellt sind.
Viele von ihnen haben kein festes Einkommen, und so ist der soziale Abstieg vorprogrammiert – sofern sie nicht ohnehin schon in einem der Armenviertel rund um die größeren Städte Namibias leben. Fehlende Schul- und Berufsausbildung tun ihr Übriges dazu. Um sich und ihre Kinder ernähren zu können, bleibt vielen jungen Müttern nur der Weg in die Prostitution. Doch bringt diese Art des Lebenserwerbes naturgemäß weitere Probleme mit sich; sei es psychologisch oder physisch durch Krankheiten wie HIV/AIDS oder durch weitere ungewollte Schwangerschaften.
Die Leidtragenden sind in den meisten Fällen die Kinder. Es fehlt an Geld für geregelte Mahlzeiten, medizinische Versorgung sowie Schulgelder. Manche Kinder bleiben unbetreut, wachsen auf der Straße auf und haben keine Perspektive auf ein besseres Leben.
„Man kann nicht allen helfen“, sagt Konny von Schmettau, Namibia-Repräsentantin des deutschen gemeinnützigen Vereins Pro Namibia e.V., „aber man kann zumindest dort ansetzen, wo Hilfe dringend benötigt wird, wie zum Beispiel durch die Finanzierung von Schulgeldern. Wenn die Kinder unseres Landes eine vernünftige Ausbildung erhalten, versetzen wir sie in die Lage, eines Tages aus dem Teufelskreis der Armut heraus zu kommen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“
Seit Jahren kümmert sich die Journalistin und Marketingmanagerin um alleinerziehende Mütter und deren Kinder, sammelt Spenden für Schulbesuche und Arztkosten und bringt Lebensmittel in Kinderhaushalte. Zu ihren Sorgenkindern gehören auch die Familien, die durch den Brand des Holzmarktes in Okahandja ihre Existenzgrundlage verloren. Anfang des Jahres waren endlich ausreichend Spendengelder zusammen gekommen, so dass ein Gebäude für zehn Marktstände errichtet werden konnte (AZ berichtete). Inzwischen engagiert sich die Wahl-Swakopmunderin im Auftrag des jungen, gemeinnützigen Vereins Pro Namibia e.V., denn „ihre“ Familien in Not will sie keinesfalls im Stich lassen.
„Es ist stets nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn ich Lebensmittel und Kleidung zu den bedürftigen Familien bringe“, berichtet sie. „Aber wir vergeben auch Mikrokredite und Starthilfe an Frauen, die sich selbständig machen wollen, so dass sie in die Lage versetzt werden, ihr eigenes Einkommen zu generieren. Voraussetzung ist ein vernünftiger Geschäftsplan, bei dem wir natürlich helfen.“
Das Gebäude für zehn Familien auf dem Holzmarkt ist ein Anfang, den Betroffenen den Weg in die Selbständigkeit zu eröffnen. Die Marktleute haben es eigenhändig errichtet, lediglich das Material hat Konny von Schmettau ihnen durch Spenden zur Verfügung gestellt und die Bauarbeiten vor Ort begleitet. „Nun hoffen wir, weitere Spenden zu erhalten, so dass wir ein zweites Gebäude errichten können“, sagte sie. „Mit nur rund 15000 Namibia Dollar haben wir zehn Familien eine Perspektive gegeben, und es wäre schön, wenn wir weiterhin helfen könnten, denn nichts ist wichtiger, als diesen Menschen den Weg zu eröffnen, um sich selbst zu ernähren und ihre Kinder von der Straße zu holen.“
Weitere Information gibt es im Internet unter: www.pro-namibia.de


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